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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
Entstehung
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Tanzmelodien ziemlich lange Introductioneu vorauszuschicken pfle-gen, deren absichtlich schwermüthige Klänge und getragenes Tempodurchaus den Eindruck machen, als ob es sich um eine Sym-phonie ernsten Styls handele, um, wenn die Empfindung derZuhörer nach dieser Seite hin gestimmt ist, plötzlich in den fröh-lichen Walzertakt umzuschlagen. Frivol nennen wir solche Manier,weil darin lediglich die Intention liegt, durch den raffinirtenKontrast mit dem voraufgehenden stimmungsvollen Ernst dergleichsam idealen Einleitungsmelodie die rein materielle Lust amTanz künstlich noch zu steigern. Völlig zur frivolen Parodiesinkt aber die Musik herab in jener, zuerst von Offenbachangebahnten Richtung der Operettensabrikation, wovon nament-lich derOrpheus" obschon noch bei weitem das originalsteund substanziellste Werk Offenbach's,Die schöne Helena"und viele andere Machwerke die Beläge liefern. Um indeß nichtungerecht zu sein, wollen wir gern zugestehen, daß derOrpheus" abgesehen von der schon im Worttext enthaltenen Satire aufdie antike Götterwelt, welche übrigens viel feiner und dann ästhe-tisch wirkungsvoller hätte behandelt werden müssen zuweilenauch in echt künstlerischer und durch keinen Beigeschmack wüsterFrivolität verunreinigter Form die musikalische Ironie in An-wendung bringt; z. B. in dem in seiner Art wirklich klassischenHirtenliede" und auch in der an die Bänkelsängermanier erin-nerndenArie des Prinzen von Arkadien".

Wenn wir dieser frivolen Richtung der modernen Opcretten-musik gegenüber noch an einzelne ironische Anklänge in denWerken der großen Meister erinnern, so geschieht dies nur, umauf den Abgrund hinzuweisen, der zwischen echter Kunst undgemeiner Afterkunst liegt. Solche Anklänge, die aber selbstver-ständlich ihre volle ästhetische Berechtigung durch die objektiv-künstierische Intention des Inhalts erhalten, finden wir z. B. in

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