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^ bietet für die Malerei oder Zeichnung, allgemein gesprochen: fürdie Flächendarstellnng, die Karrikatur ein viel homogeneresund darum dankbareres Gebiet dar als für die plastische Dar-stellung, und zwar nicht nur in dem früher angedeuteten Sinneeiner Potenzirung des Charakteristischen in's Häßliche, sondernauch in dem höheren einer gedankenvollen Uebertragung vonFormen einer Lebenssphäre auf eine andere, zum Zweck poetischerSatire. Dieser indirekten und darum gerade anmuthigen Jro-uisirung gegenüber nimmt nun die direkte malerische Satire einegewissermaßen ernsthaftere Stellung ein: hier ist es besondersder pointenreiche Gavarni, welcher freilich in den meisten Fällenbei seinen Karrikatnren mehr Werth auf die ironische Witzpointeals auf den damit verbundenen substanziell-humoristischen Gehaltlegt. Schon die Wahl seiner Motive weist darauf hin: es sindSemen aus dem niederen Volksleben und aus der Grisetten-wirtschaft, die Tollheiten der Maskenbälle, das Raffinement derdemoralisirten modernen Gesellschaft, namentlich der jsans8ssäores des korrumpirten französischen Salonlebens u. s. f., jenesGemisch von eleganter Lüderlichkeit, affektirter Blasirtheit undfrivoler Liebenswürdigkeit, die Gavarui mit scharfer Charakteristikzwar, aber nicht ohne geheimes Wohlgefallen an dem prickelndenReiz solcher dissoluten Existenz, persifflirt. — Ferner sind auchdie Darstellungen der zahlreichen illustrirten Witzblätter hierherzu rechnen, deren Ironie sich meist mit einer politisch-socialenTendenz verbindet. —
Wenn die letztere Form der illustrativen Karrikatur, ebenihrer gegen die ästhetische Wirkung indifferenten Tendenz halber,bereits jenseits der Grenze der malerischen Ironie steht, so machtsie wenigstens keinen besondern Anspruch auf Kunstwerth. Nimmtdiese Tendenz aber mit solcher Prätension, wie bei den Hogarth'-schm Kompositionen („Die Heirath nach der Mode", „Ans dem
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