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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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als architektonisch-dekorative Gliederungen, aber mit entschiedenhumoristisch-satirischer Nebenbedeutung, dienen. Sie sind wesent-lich plastischer Natur, aber gerade hierin spricht sich die ab-strakte Beziehung zum konstruktiven Gedanken des Bauwerksdeutlich aus, während in der Plastik als selbständiger Kunst,solche satirischen Beziehungen sich nicht blos äußerlich anhaften,sondern die Gesammtform selber bestimmen, d. h. nicht bloßornamentale, sondern konstruktive Bedeutung haben. Ohnehinhat der künstlerische Takt der alten Baumeister überall dafürgesorgt, diesen karrikaturartigen Bildungen stets einen unter-geordneten, ja versteckten Platz auzuweisen, indem sie dieselbenentweder äußerlich au architektonisch bedeutungslose» Stellen, wiedie Wasserspeier, anbrachten, oder, wenn im Innern, nur da, wosie mit dem erhabenen Zweck des Bauwerks nicht in offenenWiderspruch treten konnten, sondern nur gleichsam verstohlenmit schalkhafter Ironie gegen die Heiligkeit des der Andacht ge-widmeten Raumes hervorlugen mochten.

Obgleich wir die objektiven Formen der Ironie aus denoben angeführten Gründen ausschließen mußten, so können wirdoch nicht umhin, eine solche Form im Bereich der Architekturzu erwähnen, weil sie sich nicht, wie die vorhin angeführtenGestaltungen, nur aus die ornamentale Seite bezieht, sondernsich auch wesentlich gegen das konstruktive Element derselben zurichten scheint. In der That handelt es sich aber dabei garnicht um eine besondere architektonische Gestaltung, sondern dieIronie, welche sich darin ausspricht, wendet sich vielmehr gegendie Vergänglichkeit dieser Kunst überhaupt, sowie des von ihreingeschlossenen Lebenskreises: wir meinen die Ruine. DieRuine, als Ironie auf die Schönheit und Großartigkeit desmonumentalen Bauwerks denn diese Elemente bilden die Vor-bedingungen des ästhetisch-ironischen Eindrucks einer Ruine

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