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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
Entstehung
Seite
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haben z. B- gesehen, daß der eigentliche Hebel in der ästhetischenWirkung sowohl der Tragödie wie der Komödie in der ironischenStellung liegt, welche dort die Substanzialität der bornirtenWirklichkeit gegen die Idee, Hier die sittliche Macht der Ideegegen die bornirte und selbstsuchtsvolle Wirklichkeit einuimmt.Eine andere Frage aber ist die, innerhalb welcher Grenze»sich die einzelnen Künste diesen Ausdruck im engeren Sinneverstanden an dieser Verwerthung der Ironie für die ästheti-sche Wirkung zu betheiligen vermögen, d. h. in welcher besonderenWeise sich jede Kunst ihrer specisischeu Natur nach 'der Formder Ironie zu bedienen im Stande ist. Um diese Frage gründ-lich zu erörtern, wäre es freilich erforderlich, zuvor das besondereWesen der einzelnen Künste aus dem Begriff der Kunst selbstheraus zu entwickeln. Dies würde uns jedoch von unserm Themaallzuweit entfernen, und so müssen wir uns denn auch in dieserBeziehung auf einige allgemeine Andeutungen beschränken. Zu-nächst ist nun leicht einzusehen, daß sich die Künste, da sie sichüberhaupt auf die Anschauung beziehen, durch die Formen derletzteren, Raum und Zeit, in einen einfachen Gegensatz gestelltwerden, welcher kurz als Gruppeder Künste der Raumauschauung"nnd als Gruppeder Künste der Zeitanschauung", genauer dersimultanen und der successiven Anschauung, bezeichnet wer-den kann. Zur erstereu Gruppe gehören die ausschließlich ausdas Organ des Auges sich beziehende» Künste: Architektur,Plastik, Malerei, zur zweiten die auf Auge und Ohr sichbeziehenden: Musik, Mimik und Poesie (denn nicht nurdas Ohr, sondern auch das Auge ist einer successiven Anschauungfähig). Ferner erkennt man bei näherer Prüfung der einzelnenGlieder jeder Gruppe eine bestimmte Veränderung iu dem Ge-wichtsverhältniß der beiden für jede Kuustdarstellung nothwen-digen Momente des idellen Inhalts und des Gestaltung^-