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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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Materials. In der Architektur z. B. ist offenbar die Schwereund der Umfang des Materials in unverhältnißmäßigem Ueber-gewicht gegen die dadurch versinnlichten Ideen, in der Plastikfindet bereits, obschon noch das Material dasselbe ist (Stein,Metall n. dgl.) durch die Begrenzung desselben auf einen ge-ringeren Umfang bei gleichzeitiger Vertiefung des ideellen Gehalts,eine gewisse Ausgleichung zwischen beiden Momenten statt, bisin der Malerei das Gewicht des Materials (Farbe, Leinwand)zu einem Minimum schwindet, während umgekehrt die darzustellen-den Ideen an Reichthum, Tiefe und. Substanzialität sich bis zueinem entschiedenen Uebergewicht über die Bedeutung des Mate-rials erheben. Derselbe Fortschritt findet auch auf Seiten derKünste der snccessiven Anschauung statt, und zwar in der Art,daß sich zwischen beiden Reihen ein ganz bestimmter Parallelismusoffenbart, welcher nur durch die Verschiedenheit der Anschauugs-formen dort des räumlichen Beieinander oder der Ruhe, hierdes zeitlichen Nacheinander oder der Bewegung nicht zu völligerGleichheit der Wirkung gelangt. In diesem Sinne kann manmit Schlegel die Architektur als einegefrorne Musik, oderumgekehrt die Musik als einein Fluß gebrachte Architektonik",die Plastik als eineerstarrte Mimik" oder umgekehrt dieMimik als einebewegtePlastik" (genauer Plastik der Bewegung)die Malerei als einefixirte Poesie" oder umgekehrt die Poe-sie, nach dem Vorgang des alten Simonides, alseine redende(d. h. successiv sich entwickelnde) Malerei" bezeichnen ^).

Betrachtet man ferner und dies führt uns näher zu deroben aufgeworfenen Frage über die verschiedene Betheiligung dereinzelnen Künste an der ironischen Darstellungsform die bei-den Reihen unter dem Gesichtspunkte der ideellen Substanzialität,so leuchtet ein, daß gerade bei den Künsten, wo ein Ueberwiegendes stofflichen Darstellungsmaterials stattfindet, auch am meisten

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