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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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Objektivirung(Fanst") projicirtund ästhetisch bewältigt; in Byron(Manfred") dagegen findet solche Befreiung des ästhetischenSubjekts nicht statt; hier wird sie nicht zum ästhetischen Objektherabgesetzt, sondern es ist der Dichter selbst, welcher sich alszerrissenes Subjekt in seinem Werke abspiegelt. Zugleich aberlöst er sich durch dasselbe doch auch wieder von sich los und ent-leert sich zur ironischen Indifferenz: das ästhetische Subjekt, alsTräger des Weltschmerzes, wird blasirt.

Dies ist auch der Charakter der H eine'schen Ironie. Imtiefsten Grunde entschieden sentimental veranlagt, aber von krank-haft nervöser Feinfühligkeit für jeden Schein eines Verdachtes,als ob er darin als Individuum aufgehe, stürzt er sich sicherin dem vorgefaßten Beschluß der schließlichen Zerstörung inden vollen Strom romantischer Empfindung, um sie daun miteinem Knalleffekt in's Gegentheil Umschlägen zu lassen. DieseSelbstzersieischung des sentimentalen Subjekts, worin der Genußden tiefsten Schmerz und der Schmerz den eigentlichen Genußzum Inhalt hat, führt aber nothwendig entweder zum Selbst-mord, als der einzig möglichen ethischen Lösung des Zwiespalts,oder zur eitlen Selbstbespiegelung, d. h. zur Frivolität, nebenwelcher, in verhältnißmäßig besonnenen Stunden, ein gewisserGalgenhumor nebenher läuft.

In diesem Selbstvernichtungsprozeß, der als Selbstirouisiruugdes romantischen Subjekts erscheint, hat dann die Ironie derRomantik und diese überhaupt, nachdem sie alle Stufen ihrerEntwicklung durchlaufen, ihr Ende erreicht. Der Weltschmerzdes Pessimismus beruht daher auf einer andern Grundlage,nämlich auf der philosophischen Erkenntniß der Gründe, ansdenen das Elend des Daseins als nothwendig sich entwickelt, undwenn der moderne Pessimist hin und wieder namentlich inden poetischen Verwerthungen seines Princips den Ton der

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