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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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Seligkeit, die mit der Wehmuth und durch sie bei solchem An-blick durch unsere Seele strömt". Abgesehen von der mystisch-theosophischen Form dieser Vorstellung wird in dem Satze alsoim Grunde doch die Ironie nur als diese Erhebung der schönenErscheinung, die aber zugleich Vernichtung ihrer Realität ist, indie Jenseitigkeit des Ideals ausgesprochen; ein Widerspruch, dersich für Solger zu der künstlerischen Phantasie auflöst:diemenschliche Schöpfung als Nachschöpfung Gottes ist die Kunst".Mit diesen Worten schließt er diese Erörterung, die also ganzmit dem Resultat der Schelling'schen Theorie, gegen die er sichäußerlich oppositionell verhält, übereinstimmt.

Endlich haben wir noch eine Form der Ironie namhaft zumachen, welche sich wiederum als Gegensatz gegen Solger,Mie die des letzteren gegen Schlegel an den absoluten Idea-lismus Hegel's, als negative Konsequenz seiner Dialektik, an-schließt: die Ironie H. Heine's und der Weltschmerz desjungen Deutschland überhaupt. Denn indem Hegel alsdas allgemeine Gesetz aller Lebensentwicklung das im Begriffdes Processes selbst liegende Princip des Widerspruchs aufstellte,hatte er zugleich damit die Definition der weltgeschichtlichen Ironiegegeben. Das Räthsel des fortdauernden Ueberspringens jederGestaltuugsform der Idee in ihr Gegentheil war damit gelöst,aber auch das Vertrauen an ein in diesem ewigen Wechsel blei-bendes Substanzielles vernichtet. In Heine sehen wir daherden Selbstvernichtungsprozeß der Romantik sich vollziehen. Ein-zelne Symptome davon haben sich bereits früher gezeigt: geht manbis zu ihrer ersten Quelle zurück, so erkennt mau, daß schon imGoethe'schen Faust der Anstoß dazu gegeben ist: es ist das viel-fach gemißbrauchte und schließlich lächerlich gemachte WortZer-rissenheit", welches Aufschluß über diese Verbindung giebt. Aberin Goethe selbst wird sie, weil er über ihr steht, durch freie

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