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durch Shakespeare vertretene Richtung der Poesie als Roman-ticismus bezeichnet zu werden. Sofern darunter nur das dieseRichtung charakterisirende, wesentlich moderne Element derempfinduugsvollen Stimmung des in sich selbst reflektirten Sub-jekts verstanden wird, kann der Ausdruck für Shakespeare Gültig-keit haben; aber von Dem, was man später als Romauticismusbezeichnte, von jenem ungesunden Gemisch hohler Sentimenta-lität und eitler Schwärmerei iu's Blaue hinein ist er durchausfrei. Der Uebergang von der gesunden und kraftvollen RomantikShakespeares zu den späteren schwächlichen Auswüchsen derselben istjedoch keineswegs ein schroffer. Zunächst ist anzuerkennen, daß derRomantismus des 18 . Jahrhunderts sich als positive Reactiongegen den frivolen Skepticisnius der Zopfzeit und weiter imengsten Anschluß an die Fortbildung der zeitgenössischen Philo-sophie (Kant — Fichte — Schelling) entwickelte. Hier tritt nun— gerade wie bei Sokrates — der Ausdruck „Ironie" als be-wußtes Verhalten des romantischen Subjekts auf: die Erscheinungder romantischen Ironie ist eine so hoch interessante unddurch ihren Einfluß auf die Bildung des modernen Bewußtseinsso bedeutungsvolle, daß wir sie ihrem Ursprung und Wesen nachetwas näher in's Auge fassen müssen.
Die erste bedeutende Form der romantischen Ironie erscheintin Jean Paul, als dem Vertreter des sentimentalen Humors,repräsentirt. Jeau Paul erhielt eine starke Anregung von Hippel,der seinerseits wieder durch die Lecture Sterne's in seiner Richtungals Humorist beeinflußt war. Von Hippel, den man denmodernen Abraham a Santa Clara nennen könnte, hat erauch die oft an's Barocke streifende manierirte Gesuchtheit derSprache angenommen, obgleich er im Inhalte eine ungleichgrößere Tiefe, namentlich nach Seite der Gemüthsiunigkeit undder dichterischen Empfindung, besitzt. Aber diese Gemüthsinnig-
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