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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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stehlich-komische Wirkungskraft, während wir uns zugleich eineraufrichtigen Theilnahme für den tapferen Ritter nicht enthaltenkönnen. Das Gegenbild Don Quichote's bildet, als Vertreterder nüchternen Wirklichkeit, sein tölpelhafter Knappe SanchoPansa, der, selber eine niedrig-komische Figur, uns immer wie-der an den Illusionismus des Ritters, ihn parodirend, erinnert.

In dieser inhaltsvollen und doppelseitigen Gestalt potenzirtsich nun die Ironie des künstlerischen Subjekts, als erhoben zueinem Standpunkt freier Umschau über den Wechsel aller Er-scheinung, zu der Form des Humors, welche sich in dieser Ein-fachheit unseres Wissens zuerst in Cervantes offenbart. Inihm bricht die tendenziöse Spitze der Satire ab und die Bitter-keit des ironischen Bewußtseins mildert sich zu einem halb hei-teren, halb melancholischen Lächeln über die Eitelkeit alles irdi-schen Treibens. Aber das Wesen des Humors bleibt keineswegsein so einfaches; je nach der Richtung des Blicks, den er auf dirWeltbewegung richtet, springen facettenartig sehr verschiedeneSeiten an ihm hervor, deren jede eine andere Strahlenbrechungdes ironischen Lichtfunkens repräsentirt. Derjenige, welcher unsden größten Reichthum an humoristischen Gestalten darbietet, istShakespeare.

Der Uebergang von Cervantes zu Shakespeare bildet— weniger in zeitlicher Beziehung, als in Hinsicht auf die Verschiedenheit der Weltanschauung — ein Sprung, der allerdingsdurch eine Reihe von Uebergangsformen vermittelt wird. Dahingehören der bürgerlich-komische Roman Englands als Ironieauf die Prüderie der Tugendmuster/ die derb naturalistischenRomane Fieldiugs, die an's wüst-Frivole streifenden Erzählun-genSmollets, endlich, als Shakespeare am nächsten stehend,die bereits entschieden humoristisch-sentimentalen Romane Gold-

smith's und Sterne's. Hier treffen wir also auf ein neues

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