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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
Entstehung
Seite
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korb des heiligen römischen Jmmenschwarmes", „Aller PraktikGroßmutter", „Jesuitenhütlein", „von S. Dominici, desPredigermönchs, und S. Franzisci Barfüßers artlichem Lebenund großen Greweln", „der Barfüßer Sekten- und Kuttenstreit"u. a. m. Bei Fischart, der leider zu wenig bekannt und nochweniger anerkannt ist — er ist einer der glänzendsten Sterne amHimmel der deutschen Literatur, welche ihm auch hinsichtlich derSprachbildung außerordentlich viel zu danken hat — schillert dieIronie in allen Nüancen, von der zartesten Anspielung bis zueinem in der Form fast frivolen Cynismus, dem aber niemalsder Hintergrund einer tiefen sittlichen Ucberzeugung und wahr-haften Idealität mangelt. Denn erkämpft immer für Das, waswir oben als Priucip der christlichen Weltanschauung erkannten,für die Geistesfreiheit in fast allen Richtungen, namentlich fürden Protestantismus gegen die Jesuiten, für echte Sittlichkeitgegen heuchelnde Frömmelei und jede Art von Verkehrtheit undNichtswürdigkeit der Zeit. Dabei besitzt er eine umfassende,durch die Antike geläuterte Bildung, eine tiefe Sinnigkeit desGemüths, wahre Andacht (wie seine frommen geistlichen Liederbeweisen) und mannhafte Furchtlosigkeit in der Verfechtung seinerlleberzeugung. Er faßt den Protestantismus im strengsten Wort-finne auf, nämlich als einen Protest gegen alle aus der Ver-kehrung des christlichen Princips in sein Gegenthesl fließendenKonsequenzen.

Interessant ist der Unterschied seiner Satirik von der sei-nes großen katholischen Zeitgenossen Cervantes, dessen „DonQuichote", als Travesiirung des durch die Erfindung des Pul-vers und die Entwicklung des Polizeistaats dem Untergang an-heim gefallenen Ritterthums, nur deshalb eine höhere epoche-machende Bedeutung als Fischart's Werke gewonnen hat, weiler durch seine mehr objektiv-künstlerische Form sich dem populären