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Der Rhein und der Strom der Cultur in der Neuzeit
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dahin, während seine Kinder wachsen und gedeihen; er wird dieBeute des nächsten Räubers, der frech seine Glieder zerhackt undsich brüstet des Raubes. Aber endlich bringt ihm Erlösung,dem Rheinland und dem Culturstrom in seinen erkalteten Adernder Stern, dem er nach Norden zugestrebt ist!

Nach manchem harten Strauß schlägt sein Sohn im Nordendes deutschen Vaterlandes dem frechen Wegelagerer auf's Haupt,der versucht hat, mit seinem verpesteten Blute neues Leben demunter seinen Schlägen absterbendeu Rheinlande aufzugießen, undfrei und einig wird das Rheinland, soweit die deutsche Zungeklingt. Neue Kraft verleiht die Liebe der Kinder und Enkel denschon abgestorbenen Gauen, und seine Culturarbeit die Verlbiudnng des Norden's und Süden's Europa's in Hände-und Wandel, in Ideen und Thaten wird das Rheinland mitfrischem Muthe in Bälde wieder leisten, sogut wie die Wolken,welche der Nordsee entsteigen, mit neuem Segen wieder belebendie Quellen, welche ihren Ursprung haben am Gotthard undam Fichtelberge, in den Fraukengauen und im Schwabeulande.So gut das Gewässer stets von Neuem beginnt den ewigenReigen, so sicher wird zu neuem Leben erwachen, von seinenKindern gestützt, die darnieder gelegene Kraft der Rheiulande,die zwei Jahrtausende lang dem Herzen Europa's und der kul-turellen Welt vermittelt hat die Gedanken civilisatorischer undreformatorischer Thätigkeit. Ja Strom und Cultur! —

Es war ein reiches, buntes Leben, welches die Rheinlandeim 15. Jahrhunderte den Mitlcbenden darboten. Die Städteam Rhein standen auf dem Höhepunkt ihrer Macht. DieMacht des Pulvers, die glühenden Geschosse aus den Falkonettenund Feldschlangen, der „faulen Grethe" und „der groben Liese"verdarben den Raubrittern im Rhein- und im Schwabenlande,iu Franken und in der Schweiz ihre Schliche und Schlingen,welche sie früher dem Säumerzuge und der Wagenreihe gestellt

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