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hatten. Zu Straßburg und zu Zürich, zu Speyer und zu WormS,zu Köln und zu Basel lebte ein mannhaftes, waffengeübtes Ge-schlecht, das zu Schutz und Trutz Tausende von waffenfähigen,wehrhaften Männern stellen konnte. Des Volkes Kraft in denStädten ward geübt in festlichen Spielen. Bei den großenFreischießen in den rheinischen Städten ward nach uralter Sittezuerst nach dem Vogel auf der Stange mit der Armbrust unddem Stahlbolzen gezielt^). Die praktischen Schweizer sind dieersten, welche Pulver und Blei auch bei den Zielturniren bevor-zugten. Schon 1472 wird das große Freischießen zu Zürich nurfür Büchsen ausgeschrieben. Die Waffe war bis gegen 1600das glatte Rohr für zweilöthige Kugeln mit geradem oder krummemSchaft, alle Züge — „hohlnäthige Röhre" waren verboten^).
Vor dem Beginn eines großen Festschießens war der ganzehohe Rath in Bewegung. Da mußte von Rathswegen einstädtischer Credit bewilligt werden, Festredner oder „Pritschmeister"wurden bestellt oder gar verschrieben, auf dem Schießplan wur-den die Schranken aufgestellt, Kaufbuden wurden errichtet, fürHerbergen gesorgt, Geschenke wurden ausgewühlt, alle Innungenund Gewerke kamen in Thätigkeit. Und waren die hohen Gästeund die ehrbaren Männer von den benachbarten Städten em-pfangen, hatte manch' guter Schuß das Ziel getroffen, war manch'schlechter Witz den Pritschmeistern gelungen, so schritt zumSchluffe ein feierlicher Zug von Rathsherren, vornehmen Jung-frauen der Stadt, Stadtpfeifern und Trabanten auf den bunt-bewimpelten Festplatz. Dort wurde nach gehaltener Anrede einKranz den Vertretern einer befreundeten Stadt gereicht, unddiese hatte die Verpflichtung das nächste Freischießeu zu halten,damit das Kränzlein nicht verwelke^). Spiel und Tanz schloßdie städtische Feierlichkeit, dies wahre Bürgerfest, das Fürsten undBauern, Adelige und Bürger zu frohem Treiben, zu Ernst undScherz, zu Uebung und Ansprache vereinigt hatte. Hier wurden
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