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mauergewaltigen Thürme Jahrhunderte laug spiegelten im eini-gen Strome des Vater Rheins. Und bei Coblenz reicht ihmdie Nixenhand die rebenumkränzte Braut, die jugendfrische Moschund mit vereinter Kraft senden sie Köln's Maaren und Mannenhinab dem sich senkenden Lande zu. Doch müde wird endlichim stachen Gelände der Strom der mühseligen Arbeit; mit be-häbiger Breite treiben des alternden Rhenus Gewässer dahin,und die Sohne sendet er aus und die Enkel im Tiefland mit ge-theilter Kraft zu wirken und schaffen. Und zur Linken und zurRechten gehen ab die verästelten Adern, und der Waal reichtdie breite Hand der Maas, der Schwester vom Ardennenwalde,und die Schelde kommt ans den Gauen der Wallonen mit demGeschwisterpaar den gemeinsamen Gang anzutreten hinein in dieUrstuth, welche den Erdkreis trägt. Der alte Rhein aber wendetsich seitwärts; er bleibt treu seiner Richtung im Jugeudalter undin der Manneskraft und nach Norden zeigt der Stern, dem ermälig vergehend zustrebt! —
Und wie des Stromes Geschichte so auch der Ganzder Cultur, die sich entwickelte in seinen Gauen und die ihrerVollendung zuzeht in den letzten Jahrhunderten. Lange Zeitenblieb eingeschlossen der rotirende Strom der Civilisation in seinemBette, soweit es sich streckt vom reichen Basel bis zum nichtärmeren Köln. Aber die nie rastende Arbeit der Neuzeit ließendlich den eingeschlossenen, segensreichen Fluchen der kulturellenIdeen, die sich an des Rheins Gestaden entwickelt hatten, ener-gischen Durchgang! Mit Gewalt brausten die hier lange zurück-gehaltenen Gedanken hinaus zur Rechten und zur Linken nachNorden und nach Süden, und neues Leben, neue Kraft gingden Landen hüben und drüben zu von den Gauen und denMenschen am Rheine. Doch dem Lebensspender, der zu vielEnergie, zu viel dynamische Gewalt verbraucht, geht endlich dererhaltende Odem selbst aus. Schwach und lahm siegt sein Leib