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Im Schlamm halb versteckt wandern Muscheln, hängen anKlippen, liegen als zierliche und bunte Venus, Tellina, Donaxauf dem Sande, die todten Schalen der Welle gebend zumSchmuck des Strandes. Kräftige Raubschnecken bohren derenSchalen an. Im Boden nisten Grundeln, lauern Seeaale,stachliche Skorpänen. Hummer und seitlich wandernde Taschen-krebse halten den Grund rein, selbst gefährdet von Kraken, derenArme das Ergriffene nicht lassen. Der Eremitkrebs, vorn buntgemalt, birgt den unscheinbaren, wehrlosen Hinterleib ängstlich imentlehnten Schneckenhaus. Ohne die Art aufzulösen, bringen dieäußeren Umstände, unter denen bald dies, bald das nützt, großeMannigfaltigkeit zu Stande. Erst mit größeren Differenzen dergeographischen Lage, mehr nach den vergangenen geologischenGeschicken wechseln Arten und Gattungen. Stärker fällt dielokale Bodeubeschaffenheit ins Gewicht; Schlamm, Sand, Thon,Fels haben besondere Bewohner. Im speziellen Gebiete ver-theilen sich die einzelnen nach der Lebensweise, vergesellschaftensich nach Bedürfniß, gehen mit einander und bei einander inWohnung und Kost. Wie das Licht die Farben herausfordert,so gestattet das stillere Wasser zierlichen Schalschmuck und statt-liches Wachsthum. Es entfaltet sich der Reichthum, mit welchemdie Kunst das Meer umkleidet, die volle Repräsentanz desLebens, die Besonderheit der Ozeane. Wo in heißen Meerenin diese Zone Riff bildende Korallen eintreten, selbst Bänke vonbelebten Blumen, überkrochen von Porzellan- und Kegelschnecken,von Seeigeln, Sternen und wunderlichen Krabben, besetzt mitSpondylus- und Chama-Muscheln, in den Spalten Chätodon-fische spielend, eins das andere an Buntheit nberbietend undüberwuchernd, kann mit ihr kaum die Pracht tropischer Land-schaft wetteifern, in welcher umrankte großblumige Bäume vonherrlichen Schmetterlingen und edelsteinglänzenden Vögeln um-schwärmt werden.
(SS)