Muscheln kleben Schale und Bart an oder graben in Sand,Pfahlwerk und Stein. Uferkrabben decken sich unter den
Steinen, um Nachts den Strand abzusuchen. Fische, bei Fluthanschwimmend, fallen bei Ebbe in Reusen und Fanglöcher.Der weichenden Welle folgen Nebelkrähe, Möve, Strandelster,Säbelschnäbler, Regenpfeifer und Sandläufer und finden reich-gedeckte Tafel.
Die Zone der Bandalgen, der Laminarien, bis zu 15 F.,stets von Wasser bedeckt, ist doch durchaus dem Lichte zugängig.Sie hat nicht Vortheil und Nachtheil der Brandung. Manmuß hier selbst schaffen. Die Aktion erhöht sich, intellektuelleund gestaltliche Eigenschaften wechseln in ewigem Ringen, inLiebe und Kampf. Farben spielen eine große Rolle; Vielesscheint barok, das Meiste genießt eines schützenden Gewandes,einer Verkleidung. Zwischen Klippen und Findlingsteineu, über-wachsen von breiten Zosteren und krausen Ulven, spielen grüneSchleimfische und Lippfische, an den Tangen pendeln seltsamstarre Seepferdchen und langschnauzige, fast durchsichtige See-nadeln. Zierlich gleiten bunte Nacktschnecken und Strudelwürmerzwischen dem Seegras. Grüne Garneelen huschen suchend dar-über mit langen Gliedern; aus krystallhellem oder milchweißemLeibe mit zartem Violet, Nosenroth, Gelb und Orange beschrie-bene schießen frei durch die Flut. Hier schwimmen zahlreichpelagische Thiere, bei gedämpftem Lichte emporsteigend, Copepodeu-krebse, Flügel- und Kielschnecken, Salpen und Quallen, zumThcil im Wechsel des Lebens am Grunde aufgewachsen, nur zurReife abgelöst, hier auch die Larven von Thieren, welche er-wachsen aus dem Grunde sitzen oder wandern. Aus Spaltenleuchten die Kronen der Seeuelken (Aktinien), zierliche Federbusch-kragen der Röhrenwürmer. Auf Schlamm und Sand suchenSeeigel (Echiniden) und Seewalzen (Holothurien) Nahrung;mit rothen Florideenalgen wetteifert der scharlachene Seestern.