Ueber die Thiere der Tiefsee. Von vr. H. Alex. Pagrnstrcher, Prof, in Heidelberg. Kcrlin 8^. 1879. Verlag von Carl Havel. (L. G. Wdrritsschr Diriagsdnililiandluiig.) SS. Wilhelm-Straße SS. Das Recht der Uebersehung in fremde Sprachen wird Vorbehalten. Vieles Gewaltige lebt, der Mensch bleibt das Gewaltigste! Siehe er schreitet über grausen Meeres-Abgrund, wenn es vor Wuth schäumt, auf wilder Wellen bewegtem Pfad hm! Sophokles Antigone, Chor. Ä^icht allein der Reiz tiefverdeckten Geheimnisses und der Eifer, mit männlicher Kraft des gewaltigen Elementes bis in die letzten Schlupfwinkel Herr zu werden, treibt, zu erforschen, was in den Tiefen der See lebe, in welche kein Lichtstrahl fällt, in welchen keine Pflanze grünt, in welchen nach erstem Ermessen ein ungeheurer Druck alles organische Geschehen darniederhält und für welche in immer gleich eiskaltem Wasser die Zeit für Tag und Jahr keinen Wechsel bringt. Vielmehr ersteht in der Wissenschaft von der Vertheilnng der Thiere im Meere ein wichtiges Capitel der Thiergeographie und verspricht, da in ihm trotz großen Maßstabs die Beziehungen sich verhältnißmäßig einfach gestalten, ein Schlüssel für die Erdgeschichte zu werden. Wenn wir anfänglich bewundern, wie auf Erden ein Jegliches zu seiner Umgebung passe, mit seinen Hülfsmitteln Gedeihen finde, dann im Wunder das Unerläßliche erkennen, schließen wir mit der Einsicht, es sei ein Alles erklärender Grund für Eigenschaften und Vorkommen der Thiere in den dermaligen Wechselbeziehungen der Organisation und der Umstände nicht gegeben. Nachbarschaft und gleiches Klima machen nicht gleich; Verwandtes lebt unter verschiedenen Umständen, auseinander gerissen; verschiedene Klassen, Ordnungen und Gattungen mischen XIV. SIS. SIS. (?s) 4 sich in einem Gebiete zur gegliederten Fauna. Was in seiner Eigenheit als besonderer, eingerichteter Schöpfungsbezirk erscheint, ist Endergebniß von Verschiebungen in Thiereigenschaften und Territorialgestaltung. Im Werden und Verbreiten behauptet der Stamm seine Kraft gegen den Zwang örtlicher Anpassung. Er findet sich ab mit der Erdgeschichte, welche leise oder stürmisch seine Wohnsitze mit Gunst oder Ungunst berührt, erweitert und einengt. Niemals wurde, was die Umstände verboten; aber, was werden könne, bestimmte sich durch das, was vorher war. Was lebt, ist ein Dokument für die Geschichte, wie für die Eigenschaften eines Erdtheiks. Die Paläontologie hat früher und in reicherem Maße als die geographische Verbreitung Licht über vergangene Erdepochen verbreitet. Ihr Schwerpunkt liegt in dem auf Meeresgrund abgelagerten Materiale. Dort vorzüglich umgaben Niederschläge schützend die organischen Reste, traten mit ihnen in Verbindung und Austausch und sicherten die Bewahrung mindestens der Gestalten im Bilde des Zusammenlebens für unberechenbare Fristen. Seethiere gestatten, die beiden Hülfsmittel der Erdgeschichte, geographische Verbreitung und geologische Folge zu kombiniren. Die erste methodische Forschung über die dermalige Verbreitung ver Thiere in der See, die von Edward Forbes, schloß sich entsprechend dieser inneren Verbindung auch in der Zeit eng an die Arbeiten von Lyell und Deshayes, welche die Lehre Cuvier's und Brogniart's von einer Reihe selbständiger und vollständig geschiedener Schöpfungen stürzten durch den Nachweis des Ueberlebens schalentragender Mollusken aus der Tertiärzeit, und an die Stelle der Erdumwälzungen und Sündfluthen die Continuität der organischen Schöpfung setzten. Die alte Schule hatte nicht selten, zumal bei den Fischen des Nouto Volon im Vincentinischen, welche ihres Gleichen eher im indischen als im mittelländischen Meere zu finden schienen, den ( 76 , 5 Gedanken gehabt, was fossil sei nud deutlich nicht mehr bei uns lebe, möge noch in unerforschten Ländern und Meerestiefen existiren. Cuvier schnitt kurz ab: ihm war eine fossile Art eine verlorene. Als Lyell erwies, es gebe weder eine einfache Schöpfung noch eine zerstückelte, vielmehr eine kontinuirliche Entwicklung, belebte sich der alte Gedanke wieder. Mau hatte eine Menge rezenter europäischer Schalen stimmend mit fossilen, am meisten mit denen des Nnrrts ksIsAi-ino und von IHnruWi bei Palermo. Ob sich das durch tieflebende vermehren lasse, entschloß sich Forbes, mit dem Schiffe Beacon im ägäischen Meere zu erforschen. Die Naturwissenschaft hatte bis dahin für Tiefseekenntuiß von den kärglichen Gaben gezehrt, welche bei anderen Arbeiten abfielen. Die gewerbliche Ausbeutung und Untersuchung des Meeres hielt sich naturgemäß nahe den Küsten; in der blauen See achtete der Schiffer nur des Windes und der Gestirne; er überließ es der Phantasie, die Tiefe zu bevölkern. Die Schwammtaucher, welche schon zu aristotelischer Zeit ein nach Fangmethodeu und Waareukeuutniß gut orgauisirtes Gewerbe hatten, gingen nur in 15 F. ^), die Perlfischer mit ihrer in historisch nicht bestimmbarer Zeit mit anderen Culturzeichen von Asien nach Mittelamerika übertragenen Industrie nur in 6 — 8 F.; Austerufischer, welche in 20 F. arbeiten und Korallenfischer, welche an Jschia, Mallorka, Algier und den Cap-verden selbst bis 50 und 100 F. gehen, hätten nach der Brauchbarkeit ihrer Geräthe Manches liefern können. Diese sind die Grundlagen der heutigen Tiefseefangwerkzeuge. Das Schleppnetz (cki-sä^e), oder die Knrre, entlehnte der Däne O. F. Müller um Mitte des vorigen Jahrhunderts von den Austernfischern, welche vermuth- lich schon in der Steinzeit mit ihm die Haufen von Austern und Herzmuscheln zusammen brachten. Tieffischnetze (truvi) werden in mancherlei Gestalt benutzt. Das beschwerte Kreuz, mit (77) 6 welchem die Korallenfischer dem Meer seinen Schmuck entreißen und welches de Lacaze Dnthiers für Grnndfischerei auf felsigem Boden brauchbarer fand als das Netz, wird zur phönizi- schen Zeit kaum anders ausgesehen haben. Urwüchsige Fangmaschinen, Bambusgerüste und Leinen mit Angeln bringen an den Philippinen und Japan noch heute gewisse Seltenheiten besser aus mäßigen Tiefen als die bestdurchdachten der großen Expeditionen. Aber nur einzelne Stücke erschienen den Fischern des Aufhebens werth. Man erhielt von ihnen einen Purpuroder einen Melonenigel, einen Seebesen/ an Japan und Cebü einen Kieselschwamm, aber kein Bild des tiefen Wassers. An nordischen Küsten ködert man Dorsch, Kabeljau, Schellfisch (Gadid- fische) mit Angelschnüren aus Bänken, in Untiefen von 10 bis 50 F. Auch wußten die Fischer, daß au Grönland, wie im Mittelmeer früher jener Familie gesellte Grenadierfische mit groben, hartspitzigen Schuppen, aus der Gattung DszMRsxmus jetzt Stamm der Familie der in Tiefen von 600 —1200 F. leben In 500 F. legen die Portugiesen bei Setubal die Angeln für Ceutro- phorus-haie, welche am Rande des atlantischen Tiefbeckens bis Madeira in mehreren Arten, daun an Westiudien und den Molukken Vorkommen. Vereinzelte Fälle von besonderem Interesse gab es wohl auch. Der Jüte Adriaanz zog um Mitte des vorigen Jahrhunderts unter 79° N. an Grönland aus 1416' mit der Lotheine zwei überraschende Pslanzenth iere auf hohen Stamme mit einem Büschel von zwölf gigantischen Polypen nach Art derer der Lederkorallen, mit je acht laugen gefcanzten Armen, /anra F/'ö'/r/anckt'ü« 7-.^) Das i.eine, s4' 5" hoch, wurde von Mylius, das andere von Ellis als ein Lilieustrahler beschrieben. Sie jgingen später verloren; die Art wurde 1874 aus der Expedition der Jngegerd und Gladan wiedergefuuden und <7S) 7 von Lindahl beschrieben. Um gleiche Zeit wie jene wurde der erste Vertreter der bis dahin für gänzlich ausgestorben erachteten Echinodermenordnung der Lilienstrahler, /-'s-röKMwAs askö-'ras I/., ein Fiederstern mit Kelch auf hohem Stiele, dessen Glieder man ähnlich fossil als Trochiten kannte, an Cuba gefangen und es folgten ihm sparsame Exemplare verwandter Arten. John Roß brachte 1818 bei Aufsuchung der nordwestlichen Durchfahrt jenseits des Polarkreises in Lancastersund aus 800 und 1000 F. Würmer und eine Seesternform, welche, wegen Theilung der Arme und Verwirrung von deren Aesten Medusenhaupt genannt, allein in den heißen indischen Meeren ihres Gleichen fand: oder /.Ors/cm 0/. Als James Clark Roß 1841 auf der Reise zur Erforschung des Südpols bei Coulman's Insel in Süd-Viktorialand, nahe den aus ewigem Eise aufsteigenden Vulkanen Erebus und Terror aus 270—300 F. in lebenden Korallen, Bryozoen (moosartig, flächig oder gezweigt, mit kleinen Gehäusen Kolonien zusammensetzend, in einem Fühlerkranz sich entfaltend; Polyzoa der Engländer), Würmern, Schnecken, Krebsen die erste volle Probe einer Tiefseefauna erhielt, fand er darunter solche, welche man bis dahin für den hohen Norden eigenthümlich hielt, namentlich J'aörns, einen Afselkrebs CTsoz-ocks) von ungewöhnlicher Größe, welcher seine sparsamen Jungen, nachdem sie das Ei verlassen, sorgsam mit sich trägt. Der Weg für die Verbindung von Pol zu Pol schien Roß gegeben, da Wasser von etwa -s- 4° sich unter 50—60° S. in allen Schichten gegen den Aequator und den Pol in der Tiefe finde, dort von warmem Wasser, zuletzt in 1200 F. Mächtigkeit, hier von kälterem überlagert. Das hatte man etwa an Thatsachen und Theorieen, als 1843 Forbes der britischen Naturforscherversammlung zu Cork seinen Bericht erstattete. l?S) 8 Forbes hatte wirklich tertiäre Muscheln lebend gefunden, theils so, daß sie lebend häufig, fossil selten waren, theils umgekehrt. Was deren Vertheilung betraf, so unterschied er acht Tiefenzonen. Die oberste bis zu 2 F. sei die reichste. Den folgenden eine immer größere vertikale Ausdehnung zutheilend, fand er von der vierten mit 30 F. abwärts die Bewohner nach Arten und Individuen spärlicher und in der letzten, von 105 F. ab, nur 8 Schalthierarteu. In 300 F. schien ein lebevsloser Abgrund zu beginnen. Diese Abyssus-Theorie hat, wie wir jetzt erkennen, ihre Grundlage zum Theil in einer Besonderheit des ganzen Mittelmeeres, indem dasselbe durch geringe Ausweitung und Austiefung der Straße von Gibraltar von den kalten Grundströmen und den durch diese gewährten Gaswechsel und Zufuhr von Thieren ausgeschlossen ist, zum Theil wohl im vulkanischen Boden jenes besonderen Beckens. Dieses durfte nicht generalisirt werden. Grüne Seepflanzen, Algen, gingen bis 55, Kalkalgen bis 105 F. In. den oberen Regionen Überwegen südliche, in den tiefen nördliche Thiere. Tiefeulinien erschienen von ähnlicher Bedeutung für Thierverbreitung wie Breitengrade. Die Arten hatten bestimmte Tiefen für das Maximum der Individuen, die Gattungen für das der Arten, Herzmuscheln, mit 6 bei 36 - 43, Kammmuscheln, besten, mit 11 bei 105—145 F., dabei die einzelnen ungleiche vertikale Ausdehnung oder Tiefenkraft, bathymetrische Energie. Verschwindende wurden oft, in Repräsentation, durch ähnliche ersetzt. Von Muscheln und Schnecken ging je eine durch alle, 3 durch 7, 9 durch 6, 17 durch 5, 38 durch 4 Zonen. Von den letzteren war von den durch mehr Zonen gehenden ^ zugleich atlantisch; die bathymetrische Energie bedingte die geographische Ausbreitung. Da Veränderungen im Meeresgrund in geologischen Epochen hiernach den Arten schwerer oder leichter die Existenz abschneiden, schlossen d'Archiac und Verneuil, (so, 9 daß geographische Verbreitung und bathymetrische Energie auch geologische Langlebigkeit bedingen und das eine und andere vorzüglich tiefwohuenden zukomme. In Umkehrung erregen geologisch langlebige die Vermuthung, der Tiefsee angehört zu haben. Durch die lokalen Abyssalverhältnisse war die Theorie auf einen zu kleinen Maßstab angelegt. Etwas wurde durch Austeu gebessert, welcher in Vollendung der Naturgeschichte der europäischen Meere nach Forbes frühem Tode die Zonen auf vier beschränkte. Es wird nützlich sein, den Charakter solcher zu schildern. Eine Strandzone kommt in den Meeren, welche wechselnde Zeiten haben, zur vollen Ausbildung, am stärksten, wo Höhe der Fluthwelle und Form der Küste ausgedehnte Ebbestrände schaffen. Auf diesen müssen die Bewohner starken Angriffen begegnen. Sie behelfen sich zeitweise mit seichten Tümpeln, drücken sich an den Fels, verkriechen sich, schließen die Schalen und ertragen dann Wärme und Eindunsten des Wassers, Frost und Regen. Dagegen erweckt das Licht reiches grünes Pflanzenleben, es lockt junge Thiere aufwärts. Wo die Brandung die Küste trifft, süße Wasser salzigen begegnen, giebt es zertrümmerte organische Substanz in verschiedenen Bedürfnissen und Kräften angemessener Art. Jeder aufspritzende Tropfen kommt als ein Bad voll Sauerstoffs nieder. Das Meer bringt Nahrung den geöffneten Mäulern, es athmet für seine Kinder. Unglaubliche Mengen junger Brut werden der rollenden Welle anvertraut oder knospen an den Müttern Die Verschiedenheit des Grundes, der Verlauf der Küsten ändert wenig, der Charakter im Großen behauptet sich. Myriaden von Seepocken (Balaniden, cirripedische d. i. fadenfüßige, angewachsene hartschalige Krebse) bedecken die Steine; Bryozoen inkrustiren den Tang; Strandschneckeu lecken den grünen Beleg der Felsen; der von der Fluth zurück gebliebene Auswurf raschelt von Springkrebsen (Amphipoden); Würmer und (S1) Muscheln kleben Schale und Bart an oder graben in Sand, Pfahlwerk und Stein. Uferkrabben decken sich unter den Steinen, um Nachts den Strand abzusuchen. Fische, bei Fluth anschwimmend, fallen bei Ebbe in Reusen und Fanglöcher. Der weichenden Welle folgen Nebelkrähe, Möve, Strandelster, Säbelschnäbler, Regenpfeifer und Sandläufer und finden reichgedeckte Tafel. Die Zone der Bandalgen, der Laminarien, bis zu 15 F., stets von Wasser bedeckt, ist doch durchaus dem Lichte zugängig. Sie hat nicht Vortheil und Nachtheil der Brandung. Man muß hier selbst schaffen. Die Aktion erhöht sich, intellektuelle und gestaltliche Eigenschaften wechseln in ewigem Ringen, in Liebe und Kampf. Farben spielen eine große Rolle; Vieles scheint barok, das Meiste genießt eines schützenden Gewandes, einer Verkleidung. Zwischen Klippen und Findlingsteineu, überwachsen von breiten Zosteren und krausen Ulven, spielen grüne Schleimfische und Lippfische, an den Tangen pendeln seltsam starre Seepferdchen und langschnauzige, fast durchsichtige Seenadeln. Zierlich gleiten bunte Nacktschnecken und Strudelwürmer zwischen dem Seegras. Grüne Garneelen huschen suchend darüber mit langen Gliedern; aus krystallhellem oder milchweißem Leibe mit zartem Violet, Nosenroth, Gelb und Orange beschriebene schießen frei durch die Flut. Hier schwimmen zahlreich pelagische Thiere, bei gedämpftem Lichte emporsteigend, Copepodeu- krebse, Flügel- und Kielschnecken, Salpen und Quallen, zum Thcil im Wechsel des Lebens am Grunde aufgewachsen, nur zur Reife abgelöst, hier auch die Larven von Thieren, welche erwachsen aus dem Grunde sitzen oder wandern. Aus Spalten leuchten die Kronen der Seeuelken (Aktinien), zierliche Federbuschkragen der Röhrenwürmer. Auf Schlamm und Sand suchen Seeigel (Echiniden) und Seewalzen (Holothurien) Nahrung; mit rothen Florideenalgen wetteifert der scharlachene Seestern. 11 Im Schlamm halb versteckt wandern Muscheln, hängen an Klippen, liegen als zierliche und bunte Venus, Tellina, Donax auf dem Sande, die todten Schalen der Welle gebend zum Schmuck des Strandes. Kräftige Raubschnecken bohren deren Schalen an. Im Boden nisten Grundeln, lauern Seeaale, stachliche Skorpänen. Hummer und seitlich wandernde Taschenkrebse halten den Grund rein, selbst gefährdet von Kraken, deren Arme das Ergriffene nicht lassen. Der Eremitkrebs, vorn bunt gemalt, birgt den unscheinbaren, wehrlosen Hinterleib ängstlich im entlehnten Schneckenhaus. Ohne die Art aufzulösen, bringen die äußeren Umstände, unter denen bald dies, bald das nützt, große Mannigfaltigkeit zu Stande. Erst mit größeren Differenzen der geographischen Lage, mehr nach den vergangenen geologischen Geschicken wechseln Arten und Gattungen. Stärker fällt die lokale Bodeubeschaffenheit ins Gewicht; Schlamm, Sand, Thon, Fels haben besondere Bewohner. Im speziellen Gebiete vertheilen sich die einzelnen nach der Lebensweise, vergesellschaften sich nach Bedürfniß, gehen mit einander und bei einander in Wohnung und Kost. Wie das Licht die Farben herausfordert, so gestattet das stillere Wasser zierlichen Schalschmuck und stattliches Wachsthum. Es entfaltet sich der Reichthum, mit welchem die Kunst das Meer umkleidet, die volle Repräsentanz des Lebens, die Besonderheit der Ozeane. Wo in heißen Meeren in diese Zone Riff bildende Korallen eintreten, selbst Bänke von belebten Blumen, überkrochen von Porzellan- und Kegelschnecken, von Seeigeln, Sternen und wunderlichen Krabben, besetzt mit Spondylus- und Chama-Muscheln, in den Spalten Chätodon- fische spielend, eins das andere an Buntheit nberbietend und überwuchernd, kann mit ihr kaum die Pracht tropischer Landschaft wetteifern, in welcher umrankte großblumige Bäume von herrlichen Schmetterlingen und edelsteinglänzenden Vögeln umschwärmt werden. (SS) 12 Nach Aehnlichkeit der Arten und biologisch ist es anzunehmen, daß die Küstenfauna sich aus der Laminarienzone rekrutirt habe. Wie man Austern zur Versendung übt, indem man sie in Fluthbecken des Wassers entbehren und die Schalen schließen läßt, zwingt die Natur die Thiere, welche am Meeresspiegel sich ansiedeln, sich in die Verhältnisse zu schicken. Wo etwa Umstände eine Litoralfauna vernichteten und au einem neuen Lande vulkanischen Ursprungs würde, Mangels Uebertraguug von anschließenden Küsten, in der Laminarienzone Material für eine neue Litoralfauna zur Verfügung stehen. Einiges könnte vom Süßwasser und Brackwasser entnommen werden, dessen Bewohner, selbst mariner Abkunft, Hyperlitoral, Verbindung und Fähigkeit des Rücktritts nicht immer aufgegeben haben. Als dritte Zone rechnete bis zu 50 F. Austen die der Korallinen oder Kalkalgen, weiche an Stelle des spärlich gewordenen grünen Pflanzenlebens treten, nachdem das Licht, welches nach Versuchen von Forel im Genfer See in 50 F. Silber- chlorür nicht angreift, seine Macht verloren. Diese Tiefen werden nicht mehr von den stärksten Wellen, nur von jenen leisen Strömen bewegt, welche den Salzgehalt ausgleichen und kaltes Wasser znm Grunde führen. Da auch das Leben der schwimmenden einzelligen Pflanzen, Diatomeen, vom Lichte abhäugt, kann hier thierische Existenz weder direkt noch indirekt auf Pfiauzen- wuchs begründet werden. Einige Thiere mögen aus dieser Zone in höhere aufsteigend Nahrung finden, andere, sich senkend, in ihr zur Beute fallen; im klebrigen muß die Stufenleiter thieri- schen Lebens sich auf niedersiukeuder oder mit dem Grundstrom zugeschwemmter todter organischer Substanz aufbauen. Schlammfresser, Todtengräber, Lumpensammler bilden die Unterlage. Niedrig organisirt und träge, von den Sinkstoffen lebend, nähren sie und ihre Brut Stärkere, höher Organisirte. Darin liegt nicht genug Spezifisches, um nicht den höheren Thierklassen mit Einschluß der lsy 13 Fische, wenn auch verarmt, den Aufenthalt möglich zu lassen. Selbst Wale suchen in dieser Zone Nahrung. Korallen, Lederkorallen (Alcyouariden), Seefedern (Pennatuliden) und Schwämme erwarten, an die Stelle gebunden, was ihnen bescheert werde, und verbreiten sich in dieser Zone auch in kältere Breiten; Stachelhäuter (Echinodermen), von den Seeigeln vorzüglich zart- stachlige Spatangen, von den Seesternen die Schlangensterne (Ophiuriden) mit gespenstig greifenden Armen, zahlreiche Seewalzen (Holothurien), suchen langsam schleichend den Schlamm, oder kletternd pstanzenartig ausgewachsene Thiere ab. Unter den stieläugigen Krebsen sind es vorzüglich Dreieckkrabben, welche umherstelzend die Straßenpolizei üben, von den sitzaugigen die kehlfüßigen (Lämodipoden) sammt den anschließenden Pykno- goniden und Asselkrebse, Jsopoden, meist vom Schlamme schmutzig. Muscheln sind noch gemein, durchfurchen den Schlamm, bauen Bänke, kleben sich an, bohren in Korallen, Schwämme und Fels, lassen sich umwachsen, liegen ungleichschalig auf der Seite: Austern, Herz-, Feil-, Vögelchenmuscheln und Tridaknen. Dem Sande und Kiese paßt sich schiefaugig die Scholle an; Roche und Hai lauern mit spärlichem Oberlichte gerechtem Auge. Mangel an Pflanzen und Verlangsamung des Gasaustausches mindern den Sauerstoff, welcher endlich in 300 F. von 33,7 A auf ein Minimum von 11,4 A fällt. Verminderte Athmung bedingt langsameres Wachsthum, Spätreife, beschränkte Fruchtbarkeit und, in nur scheinbarem Gegensätze, für Einige bedeutende Größe. Man erkennt, daß in der Beschränkung diese Zone in einigen Punkten mit der litoralen übereinstimmt, in anderen abweicht. Jedenfalls kann man auch hier die Fauna aus der Laminarienzoue ableiten. Die Besonderheiten der Korallinenzone steigern sich in der der Tiesseekorallen von 50 F. abwärts. Nach gewöhnlichen Begriffen lichtlos, wird diese Tiefe von Tag und Nacht, Sommer ( 85 ) und Winter, Regen und Sonnenschein nur in verspäteten und ausgeglichenen Strömungen beeinflußt. Abgesehen von dem stets steigenden, aber, je größer die schon erreichte Tiefe, um so langsamer sich multiplizirenden Drucke, ist sie horizontal und vertikal weithin identisch. Die Bedingungen sind universal, die Bewohner meist sessil. Schwämme, Korallen, Röhrenwürmer, Bryozoen entgehen der Verschlammung, indem sie Gerüste, Gehäuse, Thierkolonieen aus sich heraus aufbauen. Zwischen ihnen befestigen sich Kammmuscheln und Armmuscheln (Brachiopoden), in alten Epochen sehr zahlreich, jetzt sparsam. Echinodermen fehlen nicht, aber die Klassen der echten Mollusken, Würmer, Krebse engen sich ein. Während Schlammfresser reichlich vertreten sind, beschränkt sich die Welt, welche sich auf diesen aufbaut. Die Hülfsmittel höherer Organisation verlieren an Bedeutung. Für die Tiefen, welche man bis dahin berücksichtigte, ist auch diese Eintheilung zu komplicirt. Man thut wohl, 100 F., das Gebiet lebender, gefärbter Pflanzen zusammenzufassen als ein für den Strand und die größere Tiefe der Modifikation fähiges und ihm entgegenzustellen, was über jene Tiefe hiuaus- geht. Dieses, wie Forel meint, direkt aus dem Litoralen abzuleiten, ist nicht zulässig. Es ergab sich alsbald, daß Forbes' Lehre von der bathy- metrischen Distribution modifizirt werden müsse und die vom lebenslosen Abyssus irrig sei. Man kann dabei in den folgenden Tiefseeuntersuchungen eine vorbereitende Periode von 25 Jahren von einer des letzten Dezennium unterscheiden. In der ersten waren es vorzüglich Skandinavier, welche in einem für Tiefe und Ausdehnung der untersuchten nordischen Meere beschränkten Umfange sehr Eingehendes leisteten. Lovön sah, daß das bathymetrische Zentrum einer Art in verschiedenen Breiten ungleich liege, nordische Arten südlich tiefer gingen. 15 Was an Finnland litoral und in 20 F. lebte, sank bei Gothenburg in 11 und 80 F. Es war das, etwa Roß abgerechnet, der erste Nachweis einer Verbreitung der Thiere mit einer kalten Grundwasserschicht in bestimmten Bahnen zwischen der Oberfläche polarer Meere und den äquatorialen Tiefen, welche in der Regel verstanden wird als eine Ausbreitung von Seethieren mehr polarer Herkunft, bei welcher aber, wie es mir scheint, ebensowohl an die Verbreitung von Arten, welche sich in wärmeren Meeren in den kühlen, sauerstoffreichen und bewegten Grund gezogen haben, gegen den Strom nach den Polen hin zu denken ist. Lovön vermochte in den skandinavischen Meeren eine lebenslose Tiefe nicht zu finden. M. Sars, welcher vom Pfarramt zur Zoologie übertrat, sehr zu deren Nutzen, stellte in einer Reihe von Jahren und Fahrten aus 250—425 F. 427 Arten zusammen, welche zu etwa den Klassen über der einfachsten der Protozoen und mit je etwa Hundert den hohen der echten Mollusken und Krebse angehörten. Die eigentliche Tiefseefauna beginnt nach ihm spärlich in 100 F. und nimmt mit steigender Tiefe an Individuen zu. Man erkennt, daß auch dieses örtlich begründet, abhängig ist von der Tiefe, in welcher der, neue und günstigere Bedingungen bringende, ein wenig der Brandung zu vergleichende Grundstrom eintritt. Es fehlten nicht Epoche machende Formen. Ein Lililienstrahler, welchen G. O. Sars t864 an den Loffoden fand, vermittelt zwischen den bekannten, sich vom Stamme ablösenden, schwimmenden und gleich Ophiuriden kletternden Fiedersternen Comatula oder Antedon und dem Pentacrinus der Antillen. Die Aende- rungen, welche seit der Kreidezeit dem Festland und oberen Wasserschichten gänzlich neue Formen gegeben, schienen über die Tiefen des nordatlantischen Ozeans keine Macht gehabt zu haben. Goodsir, ein Gefährte Franklin's, brachte 1845 aus dem Eismeer der Davisstraße aus 300 F. Krebse, Mollusken, Echtst?) 16 nodermen. Auch das Mittelmeer gab Dokumente, welche es Forbes versagt hatte. Das Kabel zwischen Cagliari und Bona brach 1858 in 1200 F. an einer Stelle, an welcher dem Abfall von Sardinien zu einer Tiefseerinne nicht Rechnung getragen war. An dem aufgeholten Stück klebten Korallen, Austern, Kamm- und Feilmuscheln, Röhrenwürmer, Aszidien, Moos- thierchen, hingen Kreisel- und Purpurschnecken. Mindestens eine Koralle kam aus größter Tiefe. 1860 brachte die Schlammfangmaschine der Bulldogge) aus 1260 Faden an die Leine geklammert 13 Schlangensterne, den Magen voll Gruudschlamm. 1864 endlich gab Barboza de Bocage Nachricht von einem Kieselgitterschwamm einer bis dahin ausschließlich japanesisch erachteten Gattung //z/a/ons-rr« in den Haifischtiefgründen der Setubalbai. Bis kurz zuvor hatte man, die sparsamen Stücke der Museen mißverständlich im Systeme einreihend, angenommen, rezente Schwämme bildeten nie Kieselnetze und das Maschenwerk becherförmiger Ventrikulitenschwämme der Kreide und des Grünsands von Nord-England sei auf Schwammhornfasern oder Kalkfasern zu beziehen. Eben hatte M. Schultze den in einen Schopf von Kieselfäden ausgehenden, zum Theil von der Palythoakoralle umwachsenen japanischen Fedcrbuschschwamm, Az/aZonsnrtt >8re- öoZckÄ 66'«.!/ und den, wie aus Spitzen gewebten Gießkannenschwamm von Cebn in den Philippinen, die Regadera, ^lZoz/o»- osZZrE (Z«oz/ r». «s/vs-'A'Är«--» Oros», als Federbuschschwämme verbunden und Wyville Thomson sie mit dem antillischen Dao/z/ZooaZM von Stutchbury als Glasschwämme, Vitrea, bezeichnet. Diese, der Schlüssel der Ventriku- liten, vermehrten sich in den Tiefseeforschungen so, daß Marshall 1878 ihrer 37 und mit A. B. Meyer 7 weitere zusammenstellen konnte, alle, soweit bekannt, aus 100—700 F. Es ergab sich nicht die Verwachsung, sondern die sechsstrahlige oder drei- c«s) 17 achstge Form der Nadeln, wenn auch öfter in Verkümmerung und fadiger Auslängung von Achsen, als charakteristisches Merkmal, so daß sie O. Schmidt geschickt als Hexactinelliden zusammenfaßte, welche Schwammordnung seltsam die nordische Tiefsee mit seichteren Gewässern tropischer Meere und der Kreidezeit verknüpft. Eine andere Kategorie von niedrigen Organismen, welche aus pelagisch schwimmendem Leben und Sterben zahllose Trümmer zum Meeresboden hinabsendet, griff von 1854 in die Materie der Tiefseeforschung stark ein und leitete zunächst in eine verkehrte Bahn. Mit den zur Prüfung des atlantischen Grundes verbesserten Sonden kam aus über 1000 F. gleichmäßig grauweißer Schlamm mit zahlreichen Schalen von Polythalamien. Railey zeigte die Verbreitung des Schlammes solcher Art im ganzen atlantischen Ozean. Diese Schalen sind kalkig, werden hergestellt von öfter grünlicher, gelblicher oder orangefarbiger, nicht Zellen darstellender, sich in sormveränderlichen Fäden ausstreckender eiweißiger Ur- substanz (Protoplasma) und haben jenen Namen, weil meist in Kammern getheilt, welche, bei höheren von Stützwänden durchsetzt, stets mit Poren durchlöchert sind, woher der andere Name der Klasse, Foraminiferen. Jener Schlamm enthielt am häufigsten die etwa 1 mm große, bereits in der Kreide bemerkte mit zahlreichen spiralig verbundenen, in der Reihe an Größe zunehmenden, gegen einander abgeplatteten, sonst kuglig gewölbten Kammern und erhielt danach den Namen des Globigerinenschlamms. Sparsamer fand sich OSn- U-ra «E-vs-'sa ck'O., welche, zunächst einfach kugelig, doch zuweilen innerlich 3—4 kleine Kammern birgt, mit 5—6 scheibenförmig geordneten Kammern, in wärmeren Meeren die größere in kälteren /I etwas kreiselförmig und mit peripherisch mehr ausgedehnten, konisch XIV. SIS. SIS. mg) 18 vortretenden Kammern. Einige Jahre hindurch sah man diese Polythalamien als die charakteristischen Bewohner des Tiefseegrundes an. Ohne Zweifel leben mancherlei Polythalamien auf dem Grunde, andere aber wurden, von I. Müller ab, von vielen Gelehrten schwimmend gefunden. Sie tauchen gerne am Tage unter, weshalb Major Owen sie Colymbitae nannte. Murray hat solche in verschiedenen Tiefen bis 150 F. nachgewiesen und die Challengerexpedition und A. Agassiz haben gezeigt, daß die auf dem Grunde gefundenen Schalen gar kein Bild der lebenden Thiere geben. Globigerina, Orbulina und andere sind im pelagischen Schwimmen mit feinen Stacheln bekleidet, deren Länge den Durchmesser der Schale mehrfach übertrifft, und an welchen blasig ausquellende Protoplasmamasse sich fadig auszieht; der Kern ist prachtvoll scharlachroth. Solche Stacheln haben auch die in Orbulina verborgenen Kammern. Carpenter freilich möchte die Meinung nicht ganz aufgeben, daß Globige- rinen, nachdem sie schwimmend 12—16 Kammern hergestellt, aufhören zu wachsen, sich mit einer äußeren Kalklage, einem Rudimente höherer Schalenbildung umkleiden, lebend Niedersinken, um sich dann zu vermehren, da junge in größerer Menge über dem Grunde schwärmten. Daß einige Polythalamien in großen Tiefen leben, beweisen Sand sammelnde, welche in 2435 F. sich neben Globigerinen und Orbulinen allein finden, glasige Kristel- larien, deren dicke Schale das Schwimmen unwahrscheinlich macht, porzellanähnliche Biloculina und Triloculina und An- kittung sandiger und schaliger an Schalen, Steine u. s. w. Der Tiefseeschlamm birgt ferner kieslige Schalen von Diatomeen, einzelligen Pflänzchen in Form von Scheiben, Schiffchen, Spindeln, Stäbchen, vereinzelt oder als Glieder, Frustula, von Ketten, mit durch Gelb verdecktem Pflanzengrün, mikroskopischer Größe, einige, wie Ehrenberg zeigte, in universeller Verbreitung und, wie Reade erkannte, in gleichen Arten die (S0, 19 Austern des Kimmeridgethon und heutige nährend. Die Zone ihres Lebens ist durch das Licht bestimmt, in die Tiefe gelangen sie nur als Leichen. Ein dritter protistischer Bestandtheil des Schlammes wird geliefert von Nadiolarien. Diese haben gleich den Polythalamien veränderliche Fadenfüße, aber sie unterscheiden sich durch eine Centralkapsel und peripherische Nester gelber Zellen. Ihr Skelet ist Kiesel, entweder Gehäuse, zierlich gegittert, gleich Helmen, Pagoden, Schirmen, Kugeln, oder Nadeln und Stäbe, gegen einander in regelmäßigen Figuren gestützt, spangenartig mit kleineren belegt und verbunden, Schneekrystallen gleich, als habe die organische Leistung sich vom anorganischen Zwange nicht losgemacht. In nordischen Meeren sparsam, erlangen sie die größte Entwicklung bei hohem spezifischen Gewicht des Masters im südwestlichen stillen Ozean und malayischen Archipel. Im Mittelmeer ist der Reichthum, welchen Häckel bei Messina nachwies, im nördlichen ligurischen Theile sehr verringert. Sie sind ausschließlich schwimmend. Man hat sie in der Tiefe, soweit das Streifnetz gesenkt wird, in immer neuen Arten, und, da in den Niederschlägen noch weitere Arten sich finden, scheinen auch ganz große Tiefen besondere Nadiolarien zu haben. Eine Ordnung zwischen den Nadiolarien und Polythalamien bilden die Challengeriden in etwa 30 Arten mit einfachen Kieselgehäusen, pyramidal, kugelig, linsenförmig, thränenfläschchenartig, zierlich ornamentirt, oft mit Stacheln und Fortsätzen, mit einer Oessnung überragt von einer Lippe, in der weichen Substanz mit einem oder mehreren körnigen Kernen und dunkelbrauner körniger Maste. Sie schwimmen ausschließlich in einiger Tiefe. Eine Form, iE. vom stillen Meere ist von Sporenrädchenähnlichen Kalkkörperchen krustenartig überzogen. Ob sie diese nur sammelt, ob die Challengeriden zu den Nadiolarien als Entwicklungsstufen, ob so die Orbulinen zu den 2 * 1. L. mit nur vier Scheerenpaaren. Eine dritte Art, kV. kam an den Philippinen aus 1070 F. und sehr zahlreich bei Kermadek und den Fidschis, eine der atlantischen wahrscheinlich identische aus 968 an der Bank von Uukatan, während die Gattung in der antarktischen Tiefsee fehlt. Die Familie der Astaziden bereicherte au der erst genannten Stelle ferner ein blinder ^lstaor/Mai!- Mns IC. >8., in den Tropen beider Meere, mit Männchen ausgezeichnet durch Verdickung der Fühler und der vorderen Gliedmaßen, an der Eisgränze in 1950 F. durch den großen rns-'Mrs IC- -8. ohne diese Geschlechtsdifferenz ersetzt. Die Euphausiden, welche jeneSchildabhebung nicht haben, sind durch besonders große Arten vertreten; Ar^/iartsra sr'mzi/s« IC. K. entbehrt der Nebenaugen, deren die oberflächliche A. sechs Paare an der Brust hat. Eiu Geißelkrebs, Mysis, welcher bei Crozet's und Kerguelen bis 170 F. im Schlamm lebt, hat blumenähnliche Gestalt der Augenstiele und leere Chitinplatten wie Petalophthalmus. So sind deutlich Schizopoden, im Wesentlichen pelagisch, in starker bathymetrischer Energie auch bis in lichtlose Tiefen ihr Leben zu führen mehrfach eingerichtet und eine Gruppe mit augenähnlichen Einrichtungen ungewöhnlicher Art und Fülle verliert andere Male die Augen. ( 110 ) 39 Die zwischen stieläugigeu und sitzäugigen malakostraken Krebsen vermittelnde Ordnung der Cumaceen ist in größeren Tiefen nicht selten. Sitzängige treten mit sonderbaren Formen reichlich auf. Unter den Amph'hpöden zeichnet sich durch Größe mit über 10 cnn <ÄMc>sc>MK 7Vs/-örE' H/s'-rsvrÄö aus in 1096 F. bei Cap S. Vincent, 1500 bei S. Paul's Felsen, auch an den Aru. Der Kops dieses ganz durchsichtigen meist in 50 bis 100 F. schwimmenden, wenig Eier führenden Krebses istßsast so groß als die sieben Rumpfsegmente zusammen und wird oben gänzlich von den Augen eingenommen. Dabei haben, was Krebsen äußerst selten und bei Phronima dem Weibe allein zu- kommt, beide Geschlechter nur ein Fühlerpaar. Den des hohen Nordens vertritt bei Heardinsel eine ähnliche stachliche Art. Ein Amphipode, dessen Kopf in einen augenlosen Rüffel ausgezogen ist, lebt bei Kerguelen in 40—120 F., ein gigantischer nahe Jphimedia in 1600 F. zwischen diesen und den Crozet's, eine Hyperide von 7 ein nur mit rochen Pigmentflecken statt der Augen in großen Tiefen der Arüsee. Amphi- poden in großer Zahl fand Nordenskjöld mit dem Pröven 1875 im nordischen Eismeer. Den arktischen Strom begleiten nordische Arten wie L^or/s/', welche man auf Grönland beschränkt hielt, in englische Meere. Ein bei den Meangisinseln auf Comatula in 500 F. schmarotzender, in den Magensack eingegrabeuer Amphipode hatte gleich seinen Nebenparasiten die schwarz- und weißgescheckte Farbe des Wohnthiers angenommen. Die von Amphipoden zu Affeln vermittelnden Anisopoden, die für den Schwanz verkümmerten Laemodipoden sammt den ihnen anzuhängenden Pycnogoniden und die Jsopoden selbst begegnen sich mit den besprochenen in ausgezeichneter und reicher Vertretung in der Tiefsee, in den flacheren Wassern beider Pole, auf den Hyoalonema- und Euplektella-gründen. Von den Aniso- ciiy poden gehen Scheerenafseln, Tanais, mit bis 17 nun. Größe und den europäischen nahestehende, im Männchen großköpfige Anceus bildende Praniza antarktisch in die Tiese, an Olmmtmus lmr- bour auf Kerguelen in 150 F., wo Tanais, statt wie Asseln die Eier unter Brustplatten zu tragen, sie gleich Copepodenkrebsen in Säcken mitführt. Von Laemodipoden wird spr-ro- sr'ssMa 7V. im kalten Strome an Schottland in 2—300 F. mehrere Zoll groß und schreitet wie ein Gespenst mit stabförmigem Leib und Greifklauen über Tiefseeschwämme. Nymphon spannt an Edward's und Crozet's Inseln in 1600 F. 2', 7V. «ör/sso-'E IV. in den arktischen Meeren 30 ein. Mit dem französischen Kabel kamen Caprellen und Pyknogoniden aus 300 F. lebend, fehlten in 480. Große Pyknogoniden hat auch le Have-Bank. Von den Jsopoden zeigt nicht weniger als Arcturus eine gewaltige Größe die antarktisch dominirende, auf 62° S. in 1795, an Australien in 410 F. gefundene, vorherrschend im Flachwasser lebende sobald sie in der Tiefe lebt, und erinnert durch die Absonderung zweier seitlichen Regionen von der mittleren durch Längssurchen an Trilobitenkrebse ältester geologischer Formation. Von den Fischläusen ist ^ls§-a sM-rAr'ozi/Äa gemeinster Tischgenosse der Euplektella; die 2" lange ^4. ^V. aus 2—300 F. an Schottland läßt vermuthen, daß mehr derartige Beziehungen zu Schwämmen bestehen; A. Agassiz fand einen nahen Verwandten gar von 11" Länge und 3" Breite in 1900 F. an Uukatanbank. Eine augeulose Jsopodenfamilie, Munopsiden, durch Greifhand den Scheerenasseln, durch Abschnürung einiger Segmente gegen den Kopf von den folgenden dem Anceus nahe, findet sich wie an Norwegen lebend, so in großer antarktischer Verbreitung von Edward's-Inseln bis zur Nordspitze Neu-Seelands. Sie und Serolis wurden auch bei den Azoren und Pernambuco, aber nicht au den Fidschi gefunden, wo Arcturus nicht fehlte. 41 Für die antiken Limuluskrebse hat sich wohl der bestimmtere Beweis der Krebsnatur in den vielen niederen mit einigen höheren gemeinsamen sogenannten Naupliuslarven, aber für die Philip' pinenform keine größere Ausbreitung nach Weite oder Tiefe ergeben. Von Ostracoden fand sich vonEdward's- und Crozet's- Jnseln bis Neuseeland eine mit 1,5 om sehr ungewöhnlich große Cypridina. Von Copepoden wimmeln alleMeere. Von cirripedischen Krebsen kamen aus 2850F. an der nördlichen Grenze des westlichen der nordatlantischen Tiefbecken auf Manganknollen ausgewachsen und aus 2800 zwischen Japan und den Sandwich 6 om große weibliche in der Art des Wachsthums derjenigen Schalstücke, welche man Scuta nennt, an fossile Arten anschließend, den Kalk durch dicke Oberhaut schützend, je 5—9 Männchen, 2 rum lang, sackartig und mit aus dem Cy- pris-Larvenstande erhaltenen Haftantennen, unter dem Rande der Scuta tragend. Auf den Ophiuriden aus 500 F. an den Meangis saßen gleichfalls Cirripedien und auf Stacheln der Tiefseeigel Phormosoma solche der Gattungen Lepas und Alepas. In Gesellschaft vieler anderer Thiere kamen sie aus 2500 F. nahe dem Aequator in der Atlantis zwischen Afrika und S. Paul's Felsen. Weichthiere. Unter den Kraken, Cephalopoden, hatNau- tilus eine ziemliche bathymetrische Energie. Bei den Fidschi im Flachwasser gemein, wurde er bei Matuka in 310 F. gefangen. Aus 360 F. kam eine einzige Spirula mit dem Thiere bei Banda neira im Arüarchipel, wahrscheinlich ausgespieen von einem Ma- crurus. Fossile Cepholopodenformen haben keine neuen Vertreter durch die Tiefsee erhalten. Sepiola kam auf le Have Bank aus 83 F.; an den Meangis aus 500 F. Cirroteuthis, welcher, das kalte Wasser liebend, antarktisch ins Flachwasser geht. Schnecken, Gastropoda, und echte Muscheln, Lamelli- (ns> 42 branchia, gehen im Allgemeinen nicht sehr erheblich in die Tiefe. Weit verbreitet sind einzelne, kleine, meist verkrüppelte Arten. In 860 F. zwischen Cap Antonio auf Cuba und Sand Key fand A. Agassiz eine ungewöhnlich große Zahl, auch ausgesucht schöne, aber nur von geringer Größe 2 ). Die an Echino- dermen schmarotzenden Styliferschnecken kamen an Holothurien, zwischen Montevideo und dem Cap aus 2650 F.; Schlammmuscheln der Gattungen Leda, Area und Limopsis lebendig in gelblichem Globigerinenschlamm der atlantischen Tiefe aus 2740 und nebst Fernrohrschnecken, Lolarinw, aus 1900, einzelne frische Aviculaschalen mit Haifischzähnen, vielleicht als Fischexcremente, aus 2435, Perlschnecken, Margarita, an Kerguelen aus 1260 und 1675, eine große Volutaschnecke in der Südsee aus 1600 F. und ein großer Zweischaler nahe Lima aus der Tiefe beider großer Meere. Teneriffa gab aus 600 F. Neira, Lionsia, Leda, Limopsis, Dentalium, die Meangisiuseln aus 500 Bulla und Anomia, das warmgrundige Arübecken aus 1075 Käferschnecken, Chiton, und Schüsfelschnecken, Patella, welche sonst mehr seichten Wassern angehören. Von Kermadek bis Fidschi sind und in 200—1000 F. gemein. Kammmuscheln schmarotzen in Euplektella wie /'sots-r vr'tvem in Holtenia. Le Have Bank ist in 83 F. reich an Fusus, Buccinum, Trophon, Uoldia, Astarte und Area. Pecten, Pleuro- tomaschnecken, Siphonien und Cnemidienschnecken gaben dem Pourtalssplateau das Ansehen der mesozoischen Jura-epoche und älterer. Die Tiefseemollusken von Färöer bis Spanien sind nach Gwyn Jeffreys fast alle nordisch. Bruchstücke, welche die Schweden 1868 von der Schnecke Cuma und hochnordischen Astarten aus 2600 F. brachten, sind kaum Beweise des Lebens an solcher Stelle. Seltene hochnordische, wie sr-'r'a-;« /. und ^., kommen an England zusammen mit kanarischen und mediterraneischen, wie DsWna L-'oco/»' und ( 114 ) 43 oost«-;« T'/rr/rMi, erstere wie 7i?ES ^K--srr 7". und LÄ'MrrE AT-a-rEM I^oi'ck auch fossil letztere bis Japan, und mit mexikanischen, wie 77stt»',onsor;r« 7r«eÄ«. Farben fehlen nicht. Braun und grün gestreift ist die Mießmuschel 7)«m'z/7rE vr- t-MM, in 2435 F. aus Schwammnadeln, Foraminiferen und Coccolithen ein Gehäuse zusammenspinnend, lebhaft orangefarbig die Lima der Tiefsee. Augen zeichnen grade die die Tiefe liebenden Pecten aus, zugleich ein Sinnesorgan und, wie Edelsteinchen glänzend, ein Schmuck, zu sehen und gesehen zu werden, fehlen auch nicht einem Fusus aus 1027, noch einer Pleurotoma aus 2098 F. Die von Trias bis Kreide wichtigen australischen Tri- goniamuscheln fanden sich an Cap Pork, Sydney, Port Jackson, Tasmanien nicht tiefer als 35 F. Brachrosioden kommen vereinzelt in der Nord- und Südatlantis aus über 1500 F. Sie bedürfen der Steine, Corallen und dgl. zur Anheftung. Man findet sie vertreten durch enan'irE und 7". an den vulkanischen Geröllen der Färöer, und unter ähnlichen Bedingungen an Heard's und Cro- zet's Inseln. Oestlich der Philippinen- kommen sie aus 2000— 2475 F., bei Cuba De-'6ö-'a§r7« onösnE 71 und Dö-'s'-'ttttt/r-r« OaÄeör aus 270, mehrere aus 200—250, PPTrick- /iör'mr« /o^'cks-ra 71 aus 110—200, bei Teneriffa 776As-7ea t-'tt-roata aus 10 F. Im Ganzen sehr verbreitet, sind sie nach Arten und Individuen nicht sehr zahlreich. Tiefsee an vulkanischen Ländern dürfte in alten Epochen ihrer Entfaltung günstig gewesen sein. Lingula kam übrigens im Schlamm von Cebü, dem geologischen alten Flachbecken, in Massen vor. Bryozoen finden sich bei Japan bis 3125 F.; in sonst sterilen Regionen von 2000—3000 F. mit besonders schönen Bicel- laria und Salicornaria. Die in der Regel verzweigten Formen strecken die Zweige; die Stiele der zum Fangen benutzten Vogelköpfchen, Avicularia, und Geißeln, Vibracula, sind besonders lang. (IIS) Das fiel auf bei einer Art aus 2500 F. ab Cap Mesurado und bei einer aus 2175 F. iu der Nordatlantis maßen die Stiele der Avicnlarien 4—5 mm. Farciminariaähnliche halfen sich Mangels Grundes zum Aufwachsen daselbst in 1900 und 1950 F. mit Verankerung im Schlamm. Lepraliaähnliche nahmen die zierliche Skulptur mit in über 2000 F. Vor allen reizend war az/a/Aus 111. 7. aus 1525 F. bei Cap S. Vincent und weiter in 1950 auf einem konischen durchsichtigen Stiele, gleich dem eines Stengelglases, 6 cm hoch, mit zierlichem Kranz zahlreicher freier, langer Fäden, jeder mit gereihten Polypeuzellen, scheinbar kriuoid- artig und Dictyonema der kambrischen Zeit ähnlich. Mantelthiere. Eine fußhohe Cynthia mit erbsengroßem Hirnganglion fand sich östlich der Philippinen und in 55 F. in der Maghellaenstraße; Boltenien waren nicht selten in mäßigen Tiefen. Würmer. Von Borstenwürmern, Anneliden, kommen Röhren bildende Formen in den allergrößten Tiefen vor, wo zuweilen nichts als sie heraufkam, eine Ammocharide, Myriochele, 12 cm lang, mit nur 17—20 Segmenten und ohne Kopfkiemen aus 2975 im altantischen Ozean, bei den Fidschi aus 2900, zwischen Japan und Sandwich aus 3125, leere von Würmern aus kleinen Polythalamienschalen gebildete Röhren nahe den Bermudas aus 2650, im Schlamm grabende aus 1875 und 2800 südöstlich Japan. In 2500 F. ab Cap Mesurado gab es neben solchen eine Art mit Rückenkiemen und langen weißen, in Gelenken gegliederten Borsten, von dem atlantischen Plateau aus 1525 F. eine Euphrosyne. In den nordischen Meeren, vorzüglich der Porcupineausbeute kamen sie aus 2435 und 1443 F. In Tiefen von mehr als 300 F. vermißte Ehlers von allen von Malmgrcn für diese Classe aufgestellten Familien nur zwei strandbewohnende, die Telethusen und Hermelliden, und hatte sieben Arten in einem Zuge aus 1380 F. Es gab aus jenen 45 Expeditionen nur KzMs «-«r'ook« welche nicht weniger tief als 1000 F. vorkam, und nur einige, welche 500 F. als Minimum zu verlangen schienen; die bathymetrische Energie der Einzelnen ist sehr groß. Von 52 Arten, welche 500 F. überschritten, schienen für jetzt nur 10 nicht in der Hundertfadenlinie vorzukommen, bathyphil zu sein. Da marine Würmer nicht auf frische Pflanzenkost angewiesen sind, fällt eine Schranke der Verbreitung weg. So sind auch die Besonderheiten geringer und die außerordentliche Größe der Arten anderer Klassen kommt nicht vor, wenn gleich von Grube beschriebene Kergueleuformen nicht gerade klein sind. Farben fehlen den Tiefseeformen in der Regel nicht, die Arten tiefer als 500 F. sind jedoch meist augenlos, auch wenn nahe Verwandte Augen haben. Die Temperatur des Grundwassers hat dieselbe Bedeutung wie für Verbreitung an den Küsten und der arktische Charakter herrscht vor. Bei den Fidschi fehlten selten Aphroditazeen, Glyzeridcn, Clymenideen; ähnlich war die Ausbeute bei Enosima; le Have Bank hatte in 83 F. reichlich Aphrodite, Onuphis, Sabella. Eine Aphroditazee schmarotzt in Euplektella; solche an Comatula fügten sich in Farbenanpassung. Von den Muddwürmern, Gephyrei, zeigen einige eine große Verbreitung, vo-r von Grönland und Spitzbergen bis zur Ostsee, /i/ovs'-i von 15 F. an Schwedens Westküste in die Tiefrinne, in 664 F. an Schottland und in 390 F. in der Culebra-Passage. Einige Arten übernehmen die Vermittlung zwischen bekannten, welche scharf getrennt schienen, Leioderma von Arn aus 1945 F. zwischen Thalassema und Echiurus, indem es den After dem Vorderende genähert hat und doch des Rüssels entbehrt, zwischen Sipuncu- liden und Priapuliden. Sternaspis kam an Neu-Seeland aus 700—1100 F. Im Ganzen gehören die Gephyreen antarktisch dem seichteren Wasser an. az)Äa^a, 77rÄa§« 6. die wahrscheinlich damit zu verbindende (7 K^frnr's, msko, 7bL0zi-r6r«s^ ö-'6ms/)r-rosr<§, ^sa-rrM6o/rr'-rr'r!a/ssra ^s^-'6r'?Ä und ^r'a?6 bei der Porcupineexpedition vertreten gefundenen neuen Gattungen kamen zugleich vom Pour- talösplateau. Aber die Challenger fand auch in 425 F. bei Ascension und in 1000 bei Tristan d'Acuuha L welcher also mit dem Plateau geht, und 6'. /rz/s^r« in 460 F. bei Sombrero. Echinocyamus, welcher die Jugendform zu amerikanischen Stolouoclypus darstellt, scheint mit L a-rA^a^s nur einen verirrten Kümmerling von den Antillen mit dem Golfstrom ansgesendet zu haben. Die specisischen Tiefseeechiniden schließen sich an die Kreidezeit. Porcupine brachte unter 59° 46' N. aus 445 F. die große karminrotste (7«/E'r'a /rrM'r« IC. D., welche statt der starren Seeigelkapsel die einzelnen Platten weich verbunden hat, dachziegelartig sich deckend, in den süßcheureichen vom Mund zum Scheitel, in den süßckenlosen in umgekehrter Ordnung, so daß der Igel plötzlich wie ein Pfannekuchen zusammensinkt, dazu besondere kleine Plättchen für je zwei Paare von Füßchen und die Füßchenplatten von den füßchenlosen überragt, verinnerlicht. Eine andere Art, <7. /s-rs^-ata, fand sich an Schottland, Irland und Portugal. Eine dritte Form, auch biegsam, doch mit nur wenig sich decken- ( 119 , 48 den Platten hört wegen der Abschwächung der Charaktere der Füßchenplattenreihen auf der Mundseite einer besonderen Gattung an und wurde von Woodward auf Kreidefossile bezogen: MosoM« — Korb). Diese finden ihre nächsten Verwandten in der /ovr's der Kreide, hatten bis dahin eine Vertretung in der lebenden Schöpfung nicht und kou- stituiren die Familie der Echinothuriden. Phormosoma kam auch mit 77 n»-anr«s 14°. 77 aus 1525 F. bei Cap S. Vincent, aus den Euplektellagrüuden von Cebn, 14". 2". von Enostma, wo das japanische Hyalonema gefischt wird, aus 565—770, weiter auf dem Wege nach den Sandwich aus 1875—3125 F., an Australien in 410 F. Es wies diese letzte Art nach, daß eigenthümlich schaufelförmige Enden der Stacheln der Mundregion zum Schlammumwühlen dienen, damit die ungewöhnliche Befestigung der Mundzone und die starken Stachelmuskeln, vielleicht, im Austausch, die Beweglichkeit der sonstigen Kapsel erläuternd. ^l. an Florida gefunden, vertritt die vom Unteroolith bis zur Kreide bekannte, für ausgestorben erachtete Familie der Ananchy- tiden unter den irregulären Igeln. Die Schale ist niedrig, schmal gestreckt, läuft hinten in eine Art unter dem After abgesetzten Schwanzes aus. Drei Füßchenreihen von vorn zum Rücken treten rasch apikal vom Munde mit vier Geschlechtsöffnungen und der Madreporenplatte zu einem vorderen Scheitel zusammen, während die beiden anderen ventral nach hinten laufen, eine Schleife bilden und rückwärts nahe dem After einen Hinteren Scheitelpunkt erreichen, welcher von dem vorderen durch eine besondere Platteugruppe getrennt ist. Diese Gattung findet sich auch an Schottland in 2800 F. zwischen Japan und den Sandwich, in 345 an Enostma, in 7—1100 an der Ostküste von Neu- Seeland, in 1600 an Edward's und Crozet's Inseln. Es schließt sich an Resste öeMckstÄ'a 147 D. bei Sandy Hook aus 1700 F., ciso, 49 mit Hinterem Scheitel, in einer fast den ganzen Rücken einnehmenden Senkung die vorderen Füßchenbahnen bergend, welche zwei Reihen an der Spitze mit großen von Kalkplatten gestützten Scheiben blumenartig endender Füße tragen, und ^ls»-o/is »'ostvat« 1^. aus 1240 F., auf dem, wie bei Pourtalesia, vom After nach vorn mit Madenporenplatte und vier Genitalöffnungen abgerückten Scheitel mit 8—10 sehr großen plumpen Röhrenfüßen der vorderen Bahnen und großen Tentakeln am söhligen Munde. In 2650 F. gegen die Bermudas hin fand sich, 3 em groß, die der gemeinen ^4-r«-rs/«/tss ovat« der Kreide sehr nahe ,'eü'ota mit zwei Scheiteln und nur zwei Genitalöffnungen, wahrscheinlich identisch 20 om groß auch von Tristan d'Acunha. liebereinstimmende Ananchytiden haben Juan Fernandez und Valparaiso; Alceste findet sich auch bei Montevideo in 1900 F., bei Neuschottland, Gomera-Jnsel, Neu-Seeland, Japan. Andere Gattungen verbinden sich mit Jnfulaster und Micraster der Kreide, Paleopneustes aus 100 F. bei Barbados eng mit dem fossilen Asterostoma aus Cuba; Neolampas steht schon den heutigen Spataugen ähnlicher. Die meisten abnormen Formen sind mehr antarktisch als arktisch. Auch die Saleniaden, mit einer überzähligen Scheitelplatte, eine früher der Kreide ausschließlich zu- getheilte, nun auch mit tsr-rra-üa in australischem Miocän gefundene Familie regulärer Igel sind in I. vaT-rspr-r« A. nicht allein an Florida und in 390 F. in der Cn- lebrapassage, sondern auch in 1525 F. an Cap S. Vincent, in 1800 ab Cap Mesurado, in 1425 bei Tristan d'Acunha lebend gefunden. Eine Sammlung von Tiefseeigeln gleicht mehr der Kreidezeit als der Fauna geringer Tiefen europäischer Meere. Antarktisch kommt bei Echiniden wie bei anderen Echinodermen besondere Brutpflege vor. oa-raüürtilat« bewahrt unter Stachelgruppen nahe den Genitalöffnungen, mnA-üv ^ 71 am Munde die Embryonen, bis sie, einige Millimeter XIV. SIS. SIS. ' 4 (121) 50 groß, Gestalt und eigene Schutzmittel vollendet haben. Bei //e- EKstö-' 6-'ar/ an den Falkland's und Kerguelen bilden die vier seitlichen Füßchenplattenreihen, in die blumenförmige Figur des Rückens eingedrückt, mit verlängerten und verdünnten Plättchen Taschen, in welchen die großen Eier durch Stacheln gedeckt liegen. Wenn das holothurienartige Aussehen die Pourtalesien und die Biegsamkeit die Calverien und Phormosomen den Seewalzen, Holothurien, nähert, so kommt dem ein wenig e/>/ch> bb'. 71 von Heard's Insel aus 75 F. durch die starken Verkalkungen des Rückens und Ordnung pilzartiger Platten zu einer Brutdecke entgegen. Doch findet man in der Tiefe, aus welchen das Schleppnetz sie besonders leicht heraufbringt, die Holothurien kalkarm, selbst für die Stücke des Mundrings, geleeartig, theils glasartig hell mit durchscheinenden und nicht unwahrscheinlich leuchtenden Eingeweiden, theils gefärbt. Längs und quer mit Karmoisinbändern kam eine aus 1900 F. auf der Uukatanbank. Eine schön violette Art, wie jene nahe Psolus, südlich S. Vincent hatte bei enger Leibeshöhle aus dem dicken gelatinösen Rücken zarte Kiemenblätter in Verbindung mit einem Umbulakralgefäß. In den antarktischen Tiefen gab es bei 2600 F., bei Cap Me- surado in 2500 viele Holothurien. In 2—300 F. fand sich an Schottland die zarte M/ir-rormcrEr's tMr'ca -8cr,'s, einmal auch in sehr großer Zahl. Füßchenlose Cau- dina fand man in 7 —1100 F. an Ostneuseeland. Besondere Brutpflege hatte ein Psolus an Heard's Insel unter der gehobenen Rückenhaut. In Tanginseln von Naeroo^stis lebend mit sehr großen baumartigen Tentakeln versehen, trug die durchsichtige o-'oes« I/6E-r an jeder Rückenfußreihe etwa ein Dutzend Junge, welche auch große Tentakel, aber bis zur Größe von 4 em kümmerliche Sohlenfüße hatten. Eine kleine Chirodota nahe Jason's Insel an Maghellaen zeichnete sich durch (12S) 51 Zahl und Größe der Rädchen in der Haut aus. Die Substanz, welche eine 10" lange Geieeholothurie aus 1975 F. der Südsee und andere purpurn färbte, gab Moseley fast genau dasselbe Spectrum wie der Farbstoff der Antedon. Seesterne finden sich in allen mäßigen Tiefen, die 1853 von Absbjörnsen entdeckte Brisinga von Labrador bis in die antarktischen Meere überall in 400—3000 F. Durch Schlankheit und Länge der an der Wurzel eingeschnürten dreizehn Arme und Enge des Hohlraums den Ophiuriden genähert, unter den Seesternen am nächsten dem Jo/asks-' ^«Mosers findet Za-'S der Norwegischen Küste nach Norden und Westen Ersaß und Gesellschaft in der glatten Z, e-rc/sono-reuros ^lösö/o'-'-rss-r, beide prachtvoll karmin, in Orange und Scharlach spielend, das ganze Netz erleuchtend, eine Oloris, ranris. Die zweite Art scheint gewöhnlicher. Brisingen kamen in 2350 F. bei Ascension, in 390 in der Culebra-Passage, in 1525 in der Nordatlantis, in 1250 an Neu-Schottland, an Kerguelen und Heard's Insel bis in 62° S., zwischen Api und Cap Porkin 2440, bei den Meangis in 2000 und mehr, in 2600 auf dem Weg von Japan nach den Sandwich. Die verbreitetste Tiefseegattung ist Hymenaster, dessen Arme durch eine zarte Membran mit rippenartigen Stützen verbunden sind, reich karminroth bei Vigo in 1125 F., mit 77. in 5000 F. bei Schottland, in allen Theilen des großen Oceans von 400—2500 Tiefe, mit 77. -roörH Ti in 1800 F. bei Australien, bei Enosima in 565 und 770, bei den Meangis Juseln in 1070. Zu den sehr tief lebenden gehören dann Archaster, der absonderliche Porcellanaster aus 2350 F. nahe Ascension, welcher sich durch lange Stacheln längs des Rückens jedes Arms auszeichnet. Mehrere haben besondere Brutpflege; Ls-'AAs/e-rsrs 0. KmÄ bewahrt die Jungen zwischen den säulenförmigen Basen der Stiftchen, Papillen, seiner Rückenhaut, bis sie in den Armecken auskriechen; Lz/ms/raste-' -roärH 4' ci2s, und ähnlich Pteraster haben am Scheitelpol fünf große Brutklappen, ein falklandischer Asteracanthion bildet eine Brutbewahranstalt durch Einschlagen der Arme über den Mund wie im Norden 717. 71. Luidia, Astrogonium, Astropecten, der leuchtend rothe Zoroaster sind sämmtlich in der Tiefsee gefunden. Die Position in 62° S. war in 1800 F. reich an großen Seesternen. Eu ryaliden fanden sich an Heard's Insel. Kerguelen, Bahia, am Ausgang der Maghellaenstraße bei Cap Virgin mit Scheibe von 3—4". — Die Ophiuriden gehören zu den verbreitetsten Bewohnern derTiefsee, unter anderen die GattungenOphiomusium, welche ihren Namen nach den mosaikartig festgefügten Kalkplatten hat und bei 0. eör-r-rerE von Florida am meisten verdient, und Amphiura. Die chilenische Amphiure ist von einer arktischen nicht zu unterscheiden. verbreitet sich von Westindien bis Patagonien, D/Mo-nttsWnr von Norwegen bis südlich Cap Vincent in 1090, bei Neu-Schottland in 1250 F., in 1000 F. bei Tristan d'Acunha; eine Art fand sich an de» Bermudas in 2650 F.; Ophiopholis bildet die Hauptspeise der Kabeljaue. findet sich in 2350 F. bei Ascension, eine Art in 2650 F. bei den Bermudas. Auch die antarktischen Ophiuriden haben für Lebendgebären und Brutpflege neue Daten gebracht. Eine Ophiacantha von den Falkland's ist lebendgebärend; L 111 7b) von Kerguelen mit 6—9 Armen, trägt ihre Jungen auf dem Rücken mit sich. Diese stärkere Brutpflege antarktischer Echino- dermeu wird auf die für Schwärmen der Larven in Eis und Eisschmelze ungünstigen Verhältnisse bezogen werden dürfen. Von den Haar- oder Fiedersternen, den Crinoiden sind die im Heranwachsen zeitig abgelösten Comatula oder Antedon in großer Menge an Nord-Amerika, 51 F. bei Halifax, 1250 F. bei Neuschottland, bei S. Pauls Felsen, zahlreich in 7—20 F. bei 53 Bahia, an Grönland, an Schottland und Norwegen, im Mittelmeer, bei den Meangis, bei Enosima in 565—770, weiter ab von Japan auch in 2800, an Cap Bork in 8—12 F. gefunden; es giebt aber darunter mindestens einige verschiedene Arten. Rhizocrinus, zwischen Antedon und dem Bourgeticrinus der Kreide oder dem Belemnocrinus von Iowa vermittelnd, welcher sich auch erwachsen mit den Ranken im Schlamme festklammert, in schlank ausgewachsenen in zierlichen Armen entfalteten Bäumchen, war anfänglich nur in 77. aus der Nordatlantis bekannt. Pourtalss brachte dazu den größeren 777. 7karE-rrr von Florida, welchen die Häßler an Barbados in 80—120 F. in einigen Exemplaren wiederfand, welche 10—12 Stunden lebten. A. Agassiz hatte bei Sand Key ans Felsgrund das Netz so voll Rhizocrinen, als sei es durch einen Wald von ihnen gegangen. Die erste Art findet sich auch in der Culebra-Passage in 625 F., zahlreich bei Sandy Hook in 1350, in 400 bei Portugal und zwischen S. Miguel und S. Maria in den Azoren, auch augebohrt von Stylifer, in 1000 bei Tristan d'Acunha. Zwischen Antedon und Rhizocrinus vermittelt für den Stamm ein wenig der zarte 7?a7rz/«'r-rr?7»r«s 117 77 mit einem Kelche von 6 om auf einem Stammstück von 17 em, dessen kurze, fest gefügte Scheibchen den Pentacrinus näher stehen, die gleiche Gattung bei den Crozets in 1375 F., bei den Meangis in 2325 F. Zu den bekannten großen Arten dieser Gattung selbst, d'er selteneren 77 «ÄK'r'as 7/. und der etwas häufigeren 77 47Ms-'r aus dem Antillenmeer, fand an Portugal Jeffreys 1870 in 1095 F. den kleineren, am Stiele auch rankentragenden 77 HÜMÄs- 7/ionrsonr und in 400 F. die Challenger den nahe stehenden . 4/ae^a--a-rr mularien, von welchen zwei, wie auch identisch mit europäischen Arten. Sechs Arten kamen aus Tiefen von mehr als 300, zwölf aus mehr als 200 F. /?ara- ckrsea erreicht 14", einem verzweigten Federbusch ähnlich, ^4/. 9", mehrere andere Arten 6—8". Es kommen bis in nicht unbedeutende Tiefen, 90 F. und mehr, gymnoblaste Formen vor, bei welchen wenigstens die Möglichkeit vorhanden ist, daß die nicht mit Kapseln umhüllten Geschlechtslos) 55 knospen als Quallen frei werden. Weder in hohen Breiten fehlen die Hydroidpolypen, noch in großen Tiefen. manr« geht an Europa von 5—542, TVtnrH von 50—632 F., xo^o-rras von der Fluthgrenze bis 374 F. Zwei Thuiaria kamen aus Wasser unter 0° aus 640, eine Lafoöa aus 345 F., Stephanocyphus auf Walknochen ab Bahia aus 2275. Es gab ihrer in 1525 F. auf dem atlantischen Plateau. Bei der Porcupinefahrt kam ein später verlorenes aus 2435 F. Die Krone ist der roth und gelbe, der Gattung Cory- morpha nahe Monocaulus, 2 m hoch, mit Kelch und Tentakel- kranz von 40 am aus 1850 und 2900 F. im Nordpazisischeu Meer. Eine Rhizostomiden qualle Cassiopeia fand sich im Fischnetz aus 2040 F. südlich Montevideo und noch einmal. Weiße ledrige Aktinien kamen ab Japan aus 565 F, zuweilen große aus größer Tiefe, ab Japan aus 2050, 2800 und 3125; scheibenförmige Diskosomen aus 1315 F. bei Juan Fernande;. Es gab viele Aktinien aus den Euplektellagründen. Die Eingeweide der weißen Tiefseeaktinie sind mit demseben rothen Farbstoff, Polyperythrin, gefärbt wie Ceratotrochuspolypen. Die Korallen der Tiefsee leben in der Regel colonienweise auf Felsgruud und sind meist solitäre Turbinoliden. Fast alle Gattungen greifen in die Tertiärzeit, manche weiter. Von 42 Arten der Porcupine hatte keine die zelligen äußeren Auflagerungen, wie sie die Riffkorallen größerer Meere verkitten; 9 jener Arten sind zugleich pliocän, eine miocän, eine gehört der Kreide an und fünf sind älteren Epochen verwandt. In 80— 120 F. sind die zahlreichen Arten bei Barbados den tertiären Europa's viel ähnlicher als denen von Westindien, so daß 40 Gattungen, 22 tiefe, 18 litorale, meist Riffbildner, übereinstimmen. Die Tiefseefauna Europa's schob sich westwärts und erhielt sich, als die Westindiens größtentheils unterging. Nur 10 Gattungen erreichen nach Moseley 1000, vier 1500 F.; über 1600 und durch . Das Leuchten steigerte sich kurz bei Zusatz süßen Wassers. Schwämme. Hexatinelliden (vgl. S. 18), welche die Formen der Kreide und paläozoischer Zeiten zurückrufen, vergesellschaften sich zahlreich mit Pentakrinen, Kreideigeln, tertiären Korallen im atlantischen Ozean, an Portugal und Brasilien in (ISS.) 58 etwa 1000 F., zu einem merkwürdigen Faunalbild. Aphrocallistes, das Venuskörbchen, die citronenförmigen Seenester Holtenia mit fünfstrahligen Nadeln und Rossella, Farrea, Euplektella, Hyalonema sind kosmopolitisch, fast immer mit Stielen oder mit Bärten von Kieselnadeln sich die Stellung im Schlamme sichernd. Hyalonema in 1240 F. im atlantischen Ozean, in etwa 1900 im mexikanischen Golf und in 1525 bei S. Thomas mit dem mehr eiförmigen 77. wE's« 11. 7"., in 525 bei Cap Vincent und in 500 bei den Lntts cck tbs mit 77. 71., hatte meist die umkleidende Palvthoakoralle, an jungen Exemplaren beginnend, aber nicht in 2800 F. ab Japan, trotz 4" Größe. Es kommt, wie an Japan in seichteren Gründen, nicht ohne zahlreiche Tiefseegesellschaft mitzubringen. Zwischen Kermadek und den Fidschi fand man eine Nadel davon, stärker als eine Stricknadel. Euplektella kam mit der fast fußlangen, schlank, becher- artigen L sttösr-e« 117 71 gleichfalls aus der ausgezeichneten portugiesisch-kanarischen Rinne, vielfach zwischen Montevideo und dem Cap, eine der verwandte große Art von Bahia Honda und sonst an Cuba aus großer Tiefe. Bei den Key-inseln waren Hyalonema, Holtenia, Aphrocallistes bereits in 129 F. reichlich; die Tiefsee zwischen Kermadek und Fidschi wimmelt von ihnen. Der 7/o^e-rra von den Lntts ob tbs in 500—1000 F. entspricht Rossella an den Kerguelen. Die Steine des kalten arktischen Tiefstroms sind häufig von der halbkugligen 77srx/ton7« Hl 71 inkrustirt. Der antarktische Grund ist von Kieselnadeln bedeckt. Den Hyalonemen nähert sich das auf dem nordatlantischen Plateau in 1525 F., in ähnlicher Tiefe im mexikanischen Golf, in 630 F. bei den Kermadek gefundene, wie ein Lappen Feuerschwamm gestaltete, rahmgelbe oder nelkenrothe 7^/r'oxoFo-r «Mackon Hl 7'. mit Büscheln großer Kieselfäden im Schlamme verankert. Die der (1S0, 59 Sarkodesubstanz ungehörige Farbe wurde an der Luft lebhafter. In dem mörtelartigen, lebensarmen Korallbrei an der Grenze der Bermudasriffe in l690 F. fand die Challenger plumpen Champagnergläsern ähnliche 1.6/bo^e^« L-so-'a l?. Es fehlt demnach den Nereiden nicht an zierlichstem Krystallgeschirr. Nach den Gitterschwämmen sind andere Kie.selschwämme, besonders Esperiaden, Lithistiden, Geodiden die häufigeren Bewohner der Tiefen von 500—1000 F. und viele der gefundenen Nadeln gehören ihnen an; Hornschwämme lieben mehr die Zone der Korallinen, die Kalkschwämme die lilorale, wobei auch sie antarktisch auffällig groß werden können. Die Kieselschwämme, selbst gefüllt mit Globigerinen, nähren auf sich und in sich eine kleine Welt von Muscheln, Krebsen, Amphiuren und Würmern. Urthiere. Ueber diese ist das Wichtigste oben gesagt. Die sammelnden, schon im süßen Wasser, daun in einiger Meerestiefe, von G. O. Sars in 450 F. an Norwegen gefundenen Rhizo- poden haben, wie Norman zeigte, auch in der Beschränkung, welche größte Tiefen ihnen für das Material auferlegen, große architektonische Geschicklichkeit und Sorgfalt. Siebzehn Arten haben eine jede ihre besondere Art, Theilchen auszusuchen, organische und anorganische verschiedener Natur zurecht zu legen und zu verkitten. Art und Behandlung der Bausteine, grober und staubartiger Quarzsand, gefärbte Körner, meist von Mangan, kleine und große Schwammnadeln, Globigerinenschalen, Kokko- lithen, Muschelstückchen, hier scharf sortirt, dort zierlich gemischt, bald sparsam, bald reichlich verkittet, bald geglättet, bald in Rustica rauh, und die Kammerbildung lassen den Gelehrten die Gattungen Spiroculina, Valvulina, Astrorhiza, Lituola, Rotel- lina, Rhabdammina, Storthosphaera, Difflugia, Cyclammina, Marsipella, Technitella, Pilulina, Trochammina, Nodosaria unterscheiden und führen ihn mit Ksr/s,; in vertun, 60 gangene geologische Zeiten; den Laien aber machen sie staunen, wie in tiefster Verlassenheit der Ozeane nicht allein höhere Thiere mit bunter Färbung, zierlicher Gestalt, Lichtglanz ihr Dasein zu schmücken wissen, sondern auch niederste Substanz Dienliches mit die Sinne Ansprechendem verbindet: Dtilo oum äu.1oi. Juli 1878. Anmerkungen. 1) F. bedeutet Faden, gewöhnliches Wassertiefmaß, 2500-^4572 m 2) Einige öfter vorkommende Namen von Schriftstellern, welche einer Thierart den Namen gegeben haben, sind gemäß der Gewohnheit abgekürzt und bedeuten: Alex. Agassiz; ^1.: Alman; ck.: Gwyn- Jeffreys; I-.: Linns; LI.: Moseley; N. D.: Müller und Troschel: li.: Norman; ä'O.: d'Orbigny; V.: Pourtalss; 8.: Studer; 8t.: Stimpson; ^7. 8.: v. Willemoes Suhm; LV. 1.: Wyville Thomson. 3) Die Temperaturbcstimmungen sind nach Celsius. 4) Wir führen englische und amerikanische Schiffe nach der Gewohnheit jener Länder als weiblich. 5) Meilen sind überall Seemeilen. 6) Nach den neuerlichen Veröffentlichungen von Günther tragen wir folgende Liste von 6l neuen Tiefsee-Fischarten, als auf der Challenger- Expedition gefunden nach. Die Liste beweist die starke Vertretung bestimmter Familien in der Tiefsee und macht bei deren Besonderheiten es ganz sicher, daß man es in der ganz überwiegenden Mehrheit mit echten Tiefseebewohnern zu thun habe. Einige Arten machen vielleicht Bildung neuer Familien nöthig. Knorpelfische. KeMum oanssosn« 400 F. Süd America, Südwestküste. Acanthopterische Knochenfische ohne Schwimmblasengang. Lar/ii/ciraoo amta-T-oko«« 1260 F. Heard I.; Trachinide, ohne Schwimmblase. 565 F. Japan. ( 132 ) 61 Knochenfische ? FsraroHe« ^rchrsnsis Airtimora ^osti-üta Llsianurus AnaeÄrs Tiotsiicr marAMala Krenröo 4/essrerr La^neekes „ oonr/>?'ss«us „ Anaorlrs nasrts A^^r/onus Ae^a^rnosuL AcarMonrts a--maws FaÄMacku« oottorckes Lsaornru« ionAiiwÄrr's „ ^oio(rao/rr/s „ /asoratrts llovM^aenorckes i-uckis „ as^ualrs „ eNKLS!0S/>S „ mreroiepis „ m»n-'«r/r „ ss-'nulakus „ /iroallcka „ uarr'abr'K« „ a^rnr« ,, oarinatuL mit Schwimmblasengang. 215 F. Fidschi; außer am Kopf mit Win- zigen Cycloidschuppen, Kiemendeckel, Vorkiemendeckel ^nd Augenhöhlvorderrand bewaffnet. Gadide». 600—1375 F. zwisch. Rio Platamündung, Cap, Kerguelen. 55—70 F. Maghellaenstraße. 1975 F. antarktisch, tiefschwarz. 120—315 F. Süd Amerika, Südwestküste. Gphidiiden. 345 F. Middle I., Messierstraße. 2500 F. Mittelatlantis; kleine Augen. 1075-2500 F. N. Guinea; sehrkleine Augen. 1400 F. N. Guinea. 2150—2440 F. N.O. Australien; Augen nicht sichtbar. 1400 F. Australien, N. Guinea; durchsichtig. 1075 F. N. Guinea; kleine Augen. 520—700 F. N. Guinea, Kermadek; ob zu Congrogadinen gehörig? Marruriden. 500 F. N. Seeland; große Augen. 600 F. Platamündung; große Augen. 120—245 F. Amer. Südwestküste; sehr große Augen. 500—650 F. Nördl. v. Kermadek, Stilles Meer. 600 F. Portugal. 520—650 F. Nördl. Kermadek; kleine Augen. 215 F. Fidschi; große Augen. 1100 F. N. Seeland. 700 F. N. Seeland. 1800—2650 Antarktisch, beide Küsten Süd- Amerika's; Augen ungewöhnlich klein. 135—2425 Antarktisch, Kerguelen, I. Fer- nandez, Stilles Meer; Augen klein. 1900 F. Platamündung. 500 F. Prince Edward's Insel. (iss) ,1 11 ' it 62 ^oürostoma ?nro?'ockon Stomiatidrn. 2440 F. Austral, schwarz, 2 Leuchtorgane unter den Augen. 2150 F. Austral., schwarz, Leuchtorgane über Lern Oberkiefer, verkümmerten Augen ähnlich. Mr^aoos^sus r-rcküus LatÜMoxürs /sro.r 500 F. Stilles Meer. 2750 F. N. Atlantis, etwas kl. Augen, Leuchtorgane über Oberkiefermitte, kleine Leuchtflecken längs Bauchseiten, Außenstrahl der Bauchstosse und Schwanz. LaÄr/saurW /sro/r Äroprtiden. 1100 F. N. Seeland. „ m-Ms 1875—2365 F. südöstlich Yeddo. MA-'rps»?rrs 120 F. Twosoldbai; große Augen. „ AraoLs 1100—1425 F. S. Atlantis, I. Fernande;, AatÜMlerors /ouFrMs „ ?o»Arpss „ SuackriMs „ ^onAr'oauckr cr-rtarotrous „ Mrro/sxis „ crsssrrsxs N. Seeland. 520—630 F. Kermadek I.; kleine Augen. 2650 F. Ostküste von Südamerika. 770 F. Brasilküste. 2550 F. Mittleres und südl. Stilles Meer. 1975 F. Antarctisch; große Augen. 800 F. N. Guinea; sehr kleine Augen. 675—1500 F, Atlant, u. Antarct.; schwarz, „ Maorostonra „ mroroxs kleine Augen. 2425 F. Stilles Meer; kleine Augen. 1375 F. Zwischen Cap und Kerguelen; 7x-ro^>s kleine Augen. 1600—1900 F. Südatlantis; auf spatel- form. Schnauze Leucht- oder Sehorgan. Sternoptychiden. Konosroma siouAarum 800 F. Südl. v. N. Guinea. „ Araoris „ »rrerockcm 345—2425 F. Südöstl. v. Japan. 500—2900 F. Stilles Meer. „ «Äantreus Salmoniden. 1950 F. Antarctisch; sehr große Augen. 2040 F. Süd Atlant.; sehr große Augen; laichen vielleicht in antarctischen Süßwassern. 0S4) 63 Alepidosanriden? n?Aei- 1400 F. Nördl. von Australien; Kopf groß. Haplochitonidrn? ^^tz/ü'ooteL axus 1500 F. Mitt. Atlantis; zieml. große Augen. Fa^ir/^oote« -rrrc-'oilex!« 1090 F. C. S. Vincent, sehr große Augen. „ --os^arus 675 F. Pernambuco. noci^asus 345 F. Peddo, schwarz; statt mit Schuppen, nur mit rudimentären Gebilden in der Haut. HalosanriLen. 1090—1375 F. Atlantis, zwischen Cap u. Kerguelen. 2750 F. Mitt. Atlantis; beide mit großen Schuppen in der Seitenlinie. Muraeniden. 2500 F. Mitt. Atlant s. 1500—1800 F. Still. Meer, Antarctisch; Körper kurz, Augen sehr klein, nähert sich Leptocephalus. 7) Da die von Steenstrup und Malm über die symmetrischen Jugendzustände später asymmetrischer Schollen gemachten Angaben im Prinzips auch von A. Agassiz bestätigt werden, ist die Annahme von Wyville-Thomson, daß die pelagischen kleinen symmetrischen Formen nicht zu später asymmetrischen gehörten, nicht gerade stark gestützt. 8) Wie Spence Bäte so eben zeigt, irrte Willemoes in der Annahme, daß dieser Gruppe die Augen fehlten, sie hat sie an ungewöhnlichen Stellen und unbeweglich. Die mit 4 Paaren Scheerenfüßen sind schon von Heller als Polycheles beschrieben, die mit 5 bilden die Gattungen Pentacheles und Willemoesia. Bei Polycheles und Penta- cheles liegen die Augen in Gruben des Rückenpanzers so, daß sie an den vorderen Seitenecken vorragen, bei Willemoesia an der Vorderfläche der Stirn. Die Challenger fand 3 Polychelesarten, darunter 7^. 77Äs» bis in 1070 F. an N. Guinea, 6 Pentacheles, darunter Tl oösoui-u« bis 1070 F. an N. Guinea, HWs-nos«'« in 1900 F. an Juan Fernande; und in der Nordatlantis, alle auf Globigerinen- schlamm. Während der Augenstiel der erwachsenen minimal ist, hat der jugendliche Zosastand große, deutlich gestielte Augen. Die Verkümmerung schiebt Spence Bäte auf das Graben im Sande, nicht auf die Tiefe, da 71 77sÄö?-r bis 120 F. kommt, dagegen eine neue Crangonidengattung, (ISS) Thalascaris, trotz tiefen Wohnsitzes sehr große Augen hat. Die Temperatur der Wohnsitze für die Willemoesien schwankte zwischen l 1°8 und — 6°. Normann hat dann aber in Frage gestellt, ob nicht Pentacheles und Willemoesia Geschlechtsformen (wohl Männchen?) zu Polycheles seien, glaubt auch nicht, daß Alpheus grabe und hält den Bau von Willemoesia für Schwimmen sprechend, bleibt endlich dabei, daß die Verwandtschaft mit filmischen und jurassischen Eryon sehr nahe sei. 9) Dall hat seitdem einen vorläufigen Bericht über die von der Blake und der Bibb gesammelten Mollusken erstattet. Unter denen aus 200—1920 F. waren einige weit verbreitete, ^emonsotr'a Drmoxn« nvca, die vielleicht zu der fossilen Gressleya gehörige Dz/onsm östta, Limrroa eisAMtrssrma aus der meist fossilen Verticordiagruppe. Tiefer als 500 F. kommen die Gattungen Limopsis, Arca, Aximea, Goul- dia, Pleuronectia, Leda, Nucula, Lyonsia, Pleurotoma, Calliostoma, Trochus, Minolta, Dentalium, tiefer als 1000 F. D?/on«rs Sstta, (l920 F.) Limopsis, Arca, Leda, Gouldia, Minolia. Diese Ausbeute hat durchaus keine westamerikanischen Züge; wenn man das früher für eine von Ponntalss bei Florida gefundene Haliotis glaubte, so scheint es sich dabei mehr um eine Aehnlichkeit mit afrikanischen gehandelt zu haben. 10) In Fortsetzung der Untersuchungen mit der Blake erhielt Capi- tain Sigsbee im April 1878 bei dem Morroleuchtthurm nahe Havanna aus 177 F. zwanzig vollkommene Exemplare der beiden angegebenen Pentacrinusarten, wobei A. Agassiz geneigt ist, den schlankeren MWsvr mit entfernteren Armwirbeln für die Jugendform zu dem stämmigeren />. astsr-ras zu halten. Die Thiere kamen lebend herauf und ließen sich im Eiswasser Stunden lang lebend erhalten, obwohl sie leicht die Köpfe hängen und abfallen ließen. Die zarteren waren gelb, die größeren purpurn oder weiß, sie bewegten die Arme einzeln. Dabei gab es zahlreiche Bruchstücke. ttS6) Druck von Gebr. Unger (Th. Grimm) in Berlin, Schönebergerstraße 17 a.