Druckschrift 
Über die Thiere der Tiefsee
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

9

daß geographische Verbreitung und bathymetrische Energie auchgeologische Langlebigkeit bedingen und das eine und andere vor-züglich tiefwohuenden zukomme. In Umkehrung erregen geolo-gisch langlebige die Vermuthung, der Tiefsee angehört zu haben.

Durch die lokalen Abyssalverhältnisse war die Theorie aufeinen zu kleinen Maßstab angelegt. Etwas wurde durch Austeugebessert, welcher in Vollendung der Naturgeschichte der euro-päischen Meere nach Forbes frühem Tode die Zonen auf vierbeschränkte. Es wird nützlich sein, den Charakter solcher zuschildern.

Eine Strandzone kommt in den Meeren, welche wechselndeZeiten haben, zur vollen Ausbildung, am stärksten, wo Höhe derFluthwelle und Form der Küste ausgedehnte Ebbestrände schaffen.Auf diesen müssen die Bewohner starken Angriffen begegnen.Sie behelfen sich zeitweise mit seichten Tümpeln, drücken sich anden Fels, verkriechen sich, schließen die Schalen und ertragendann Wärme und Eindunsten des Wassers, Frost und Regen.Dagegen erweckt das Licht reiches grünes Pflanzenleben, es locktjunge Thiere aufwärts. Wo die Brandung die Küste trifft,süße Wasser salzigen begegnen, giebt es zertrümmerte organischeSubstanz in verschiedenen Bedürfnissen und Kräften angemessenerArt. Jeder aufspritzende Tropfen kommt als ein Bad vollSauerstoffs nieder. Das Meer bringt Nahrung den geöffnetenMäulern, es athmet für seine Kinder. Unglaubliche Mengenjunger Brut werden der rollenden Welle anvertraut oderknospen an den Müttern Die Verschiedenheit des Grundes,der Verlauf der Küsten ändert wenig, der Charakter im Großenbehauptet sich. Myriaden von Seepocken (Balaniden, cirripedisched. i. fadenfüßige, angewachsene hartschalige Krebse) bedecken dieSteine; Bryozoen inkrustiren den Tang; Strandschneckeu leckenden grünen Beleg der Felsen; der von der Fluth zurück gebliebeneAuswurf raschelt von Springkrebsen (Amphipoden); Würmer und

(S1)