45
Eine solche mögliche Uuterabtheilung ist, um nur diese zu er-wähnen, die in partielle und totale Ausgleichung. Sämmtlichebisher angeführten Beispiele waren Fälle der totalen Ausgleichung:die nachgebildete Form machte sich in dem Punkte der Nach- oderNeubildung ganz und völlig der als ihr Muster fungireudengleich. Ich erwähne, um das Bild zu vervollständigen, darum«och einen Fall der partiellen Ausgleichung.
Als ein Beispiel der partiellen formalen Ausgleichungdiene Folgendes. In griechischen Grammatiken, selbst solchen,welche eine wissenschaftliche Haltung anstreben, wird noch heuteunbedenklich gelehrt, die Contractionsregeln, daß e« attischund aa attisch m (wie iu «tücä u. a.) werde, erleide
eine Ausnahme im Neutrum Pluralis solcher Adjectiva wieMEVL Mvo»«-,-, «Tr-mox. Da soll also gegen die
Regel ME« zu Mim« anstatt zu «7r-.,s« zu «/r/l«
anstatt zu geworden sein. Das Richtige ist vielmehr
einzig dies, was man auch dem Schüler nicht verhehlen sollte:jene zwei Lautgesetze haben hier nicht die mindeste Jnhibirungerfahren, aber es hat sich anstatt des Produktes derselben inWM«, «Tr-.« der Ausgang -a eiugedrängt nach der Analogiealler übrigen Nomina im Nominativ-Aecusativ Plur.; nur das-« als Endung schien dem Sprachgefühl für das Neutrum Plur.ein genügendes Charakteristicum zu sein. Aber ein Unterschieddes -« iu M»,7«, a/rä.« von dem in «/«>?« u. s. w.
besteht ja doch: dort ist das -« lang, hier nicht. Dies nunrührt eben daher, daß es bei der Ausgleichung der schließendenSilbe mit -?/, in den lautgesetzlich entstandenen verschollenenFormen ^Miwis, wenigstens ihre Quantität geltend zu
machen gelang. Bewahrte Quantität neben veränderter Qualitätbezeichnen hier die formale Ausgleichung dem Grade nach als einePartielle.
Die vorhergehenden Versuche, eine systematische Anordnung
(S4S-