Druckschrift 
Das physiologische und psychologische Moment in der sprachlichen Formenbildung
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40

Singularis, der im Griechischen bei n- und nt-Stämmen indem gemeinsamen Ausgang -cuv zusammenfiel, dem Nomen Ver-anlassung zur Heteroklisie, zum Ausweichen in die Flexion derParticipia Präsentis auf -cm- und der Wörter wie gab.

Also auch in 4eci-»- und seiner Deklination gewahren wir einenVersuch der formalen Ausgleichung: die Sprache macht den Be-ginn, die Zweiheit von n- und nt-Decliuatiou aufzuheben undAlleinherrschaft der Norm des nt-Paradigmas einzuführeu.

Auf dem Gebiete des griechischen Verbums Beispiele vonAfsociatiousbildungen, welche die Tendenz der formalen Aus-gleichung bekunden, in großer Menge vorzuführen, würde mirnicht schwer fallen. Ich begnüge mich mit dem Hinweis auidas Eine, wie die beiden großen von Alters her neben einanderhergehenden Systeme der Verba auf -m und auf -z</ sich fort-während gegenseitig zu beeinflussen suchen. Das Muster von4ÜK- und Genossen bewirkt in der anderen Gruppe die analogischenNeubildungen wie örixr-üm neben älterem clcrxi-v/cc. Wie um-gekehrt der Sieg und die Alleinherrschaft auch zu Gunsten derFormen auf -xcc ausfallen kann, zeigen besonders die äolischenGestaltungen der sogenannten Verba contracta, die füröoxtxroco äolisch erscheinenden Formen -x; andem Charakter dieser als so beschaffener Neubildungen zweifelnheute nur noch wenige Sprachforscher, von den die echte historischeMethode befolgenden kein einziger.

Mächtig zeigt sich der Trieb der formalen Ausgleichungauch auf dem Gebiete der griechischen Wortbildung im weiterenSinne. Wie der Deutsche bei lisbsg-Arain, Aslmrts-tag nachdem oben Gesagten Feminina an der ersten Stelle der Wort-composition in der Weise von Masculinen behandelt, so zeigtauch die griechische Sprache eine weitgehende Nivelliruugsteudenzbei der Gestaltung des ersten Gliedes nominaler Composita.Sehr selten sind Composita mit Femininen der ersten Decliuatiou,

(S14)