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Rask und Grimm gefundenen germanischen Lautverschiebungsge-setze brachte. Diese Abhandlung, von großer Tragweite für diegesammte Laut- und Formenlehre der indogermanischen Sprachen,machte es unter Anderem sonnenklar, warum in unseren neu-hochdeutschen Wötern vatsr, mutter inlautende tenuis t, nichtwie in bruäer die media <! nach sonst durchweg geltender Re-gel, einem und demselben ursprünglichen t in lat. pater, matsr,krater entspricht. Die ältere Grammatik vermochte hier nur re-gellose Ausnahmen zu sehen von der sonst durchgehenden Laut-verschiebungsregel, nach welcher indogermanisches t sich zu ger-manischem P (engl, tU), darauf weiterhin zu hochdeutschem äverschoben zeigt. Durch Bern er weiß man jetzt, daß das ur-sprüngliche t in den Wörtern für „Vater, Mutter" einers eitsdas t in lat. pater, matsr, und dasjenige in dem Worte für„Bruder" andererseits, das t in lat. Later, im letzten Grundephysiologisch doch nicht ein und derselbe ganz gleich beschaffeneoder unter gleichen physiologischen Bedingungen stehende Lautwar: in der Betonungsweise der indogermanischen Grundspracheging dem elfteren t eine tiefbetonte Silbe, dem letzteren t derHochton des Wortes unmittelbar voraus, wie es in sanskrit.xitär-, matar- gegenüber dluätar- geblieben ist. Und Bernerhat gezeigt, daß und wie sich aus dieser ursprünglich verschie-denen Accentlage sehr natürlich die Differenz des inlautendenDentals in jenen unseren Verwandtschaftswörten bruäer undvater, mutter erklärt. Auf demselben letzten Grunde beruhtdie Verschiedenheit des Consonantismus in lsiäeu, selmeiäeuund gelitten, gesebnitten; ferner diejenige in sieben mit Ir undgezogen mit g, in erlciseen mit s und erlroreu mit r. Eshat hier also nicht, wie man lange Zeit hindurch glauben konnte,eine und dieselbe Ursache verschiedene Wirkungen gehabt, es hatnicht ein Sprachlaut unter ganz gleichen Bedingungen zweierleiWege der Verwandlung eingeschlagen; sondern wir haben von
(SIS)