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Das physiologische und psychologische Moment in der sprachlichen Formenbildung
Entstehung
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Unbekannte und in weitere Ferne Zurückweichende belehren. Sowird auch hier die Forderung an uns gestellt, zu glauben, daßdas an'den neueren Sprachentwicklungen Wahrzunehmende auchfür die älteren Sprachen und Sprachperioden gilt. Und dieseForderung ist so lange nicht abzuweisen, als es nicht aus derNatur der Sache wahrscheinlich gemacht werden kann, daß diephysische Thätigkeit des Menschen bei der Aneignung, Repro-duktion und allmählichen formalen Umbildung der von denVorfahren ererbten Sprache in verschollenen Jahrhunderten einewesentlich andere gewesen sein müsse als in den der Gegenwartzu liegenden jüngeren Sprachperioden.

Aber auch dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit der unbe-dingten Geltung des Satzes von den ausnahmslos wirkendenLautgesetzen, daß auch das Material der alten uns nur durchdie schriftliche Aufzeichnung überlieferten Sprachen keineswegs bisjetzt sich erfolgreich gesträubt hat gegen die praktische Anwend-barkeit dieses Grundsatzes. Es ist in neuerer und uduester Zeitmehrfach auf das Vollkommenste gelungen, auf verschiedenen Ge-bieten der älteren indogermanischen Sprachen Lauterscheinungenals durchaus consequent durchgefühlt zu erweisen, von welchendie ältere vergleichende Sprachforschung eine mehr oder wenigergroße Menge von Ausnahmen statuiren zu müssen glaubte.

Einmal konnte dies geschehen und ist so geschehen, daß esgelang, bei fortgesetzter eindringlicher Forschung das Waltenmehrerer Gesetze nachzuweisen in Fällen, wo man bisher nurvon Einem Gesetze und mehrfachen Ausnahmen desselben wußte.Zur Illustration diene uns ein Beispiel, und zwar eines derfrappantesten.

Vor nunmehr etwa drei Jahren erschien unter dem TitelEine Ausnahme der ersten Lautverschiebung" in Kuhns Zeit-schrift für vergleichende Sprachforschung XXIII 97 ff. ein Auf-satz von Karl Verner, welcher ein Ergäuzungsgesetz zu dem von

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