Druckschrift 
[1]: 1887
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bach und endlich an die Truchsessen von Waldburg. 1398 besaß diese Herr-schaft Hans Truchseß von Waldburg, der zugleich die Schirmvogtei über dieNeichenau'schen Besitzungen in der Gegend hatte. Neben diesen Inhabernerscheinen aber als österreichische Vögte die von Stein auf dem Bussen, weilOesterreich die Landeshoheit über die Herrschaft beibehalten hatte. 1452 ver-kaufte Erzherzog Sigmund die Grafschaft Friedbcrg sammt dem Schlosse undder Stadt zu der Scheer und die Vogtei auf dem Schloß und Dorf Bussenund Dürmentingen an den Truchsessen Eberhard von Waldburg für 32,000Gulden. Dieser wohnte 1483 auf dem Bussen. Als 1680 Oesterreich dieHerrschaft wieder einlöste, blieb den Truchsessen Bussen und Dürmentingenals Mannlehen. Dieses Lehen enthielt die zerstörte Burg Bussen und dieOrte Bussisch-Offingen, Hailtingen, Unlingen, Dentingcn und Altheim.1786 verkauften die Truchsessen von Waldburg die Grafschaft Friedberg mitBussen und Dürmentingen für 2,100,000 Gulden an den Fürsten KarlAnselm von Thurn und Taxis. 1806 kam Beides unter wücttembcrgischeOberhoheit.

Im Jahre 1358 wurde der Bussen von Graf Eberhard von Württem-berg ucbst den Städten Rotenburg und Horb den Grafen von Hohenbergund Haigerloch abgenommen. Am 14. und .15. Dezember 1633 wurde dieHintcrburg von den Schweden und Württembergern eingenommen und bisauf die Mauern ausgebrannt. — Als im Jahre 1796 der General Desaixmit dem linken Flügel der französischen Armee zwischen der Donau und demFedersce eine Stellung einnahm, besetzte er den Fuß des Bussen mit Artillerie,warf von hier aus am 30. September die Oesterreicher über Ahlen zurückund begann von derselben Stellung aus am 2. Oktober den Angriff in derSchlacht bei Biberach gegen Seekirch hin.

Die Pfarrkirche mit einem stattlichen Thurme und fünf Glocken, derschmerzhaften Gottesmutter und dem h. Johann-Baptist geweiht, liegt ^ Stundevom Pfarrhause entfernt, ringsum frei und von dem gemeinschaftlichen Gottes-acker und dessen Mauer umgeben. Sie wurde 1516 aus den Trümmernder vorderen Bussenburg erbaut und der Abt Piskator von Rcichcnau, früherAbt zu Zwiesalten, legte den Grundstein dazu. Als die Schweden dasSchloß 1633 verbrannten, ließen sie die Kirche unberührt. 1713 wurde derThurm vom Blitz getroffen und entzündet, die Glocken schmolzen und dasInnere brannte aus. 1748 wurden die Decimatoren zur Reparatur desKirchthurmcs beigezogcn. 1781 wurde der Dachstuhl baufällig und dasInnere der Kirche war sehr verdorben. Mittels der vom Vikar Kienzlcrund dem Aushülfskapuziner Josef Weber von Riedlingen angestellten Kollektekonnten die 3 Altäre, Communionbank, Kanzel u. s. w. renovirt und dieKirche ausgebessert werden. Im Winter 1822/23 beschädigte der Sturmden Thurm und 1830 die westliche Seite des Daches. Am 11. Januar 1827wurde der Thurm vom Blitz getroffen. Die Kirche ist 90 Fuß lang, 30 Fuß