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Mchtoldsbaar, ja vielleicht Graf über mehrere Gaue, denn im schwäbischenLandrecht, dem Schwabenspiegel, heißt er Herzog Gerold von Schwaben unddort wird auch um seinetwillen den Schwaben das Recht verliehen, im Streitedie Vorfechter zu sein. Es heißt darin: Kaiser Karl verlieh den Schwaben,wo man um des Reiches Noth streiten sollte, da sollten die Schwaben vorallen Anderen streiten und soll ihr Hauptmann sein der Herzog von Schwaben.Als Karl die bayerischen Verhältnisse ordnete, da übertrug er im Jahre 791seinem Schwager die Statthalterschaft Bayerns, eine sehr bedeutende Stellung.Gerold hatte sich schon in früheren Kriegen, namentlich im sächsischen Kriege,ausgezeichnet; er hatte sein eigenes Gefolge von Vasallen. Gerold fiel imim Jahre 799 in einem Treffen gegen die Hunnen und wurde in dem KlosterReichenau, das er reich begabt hatte, begraben. Nach einer Urkunde vomJahre 811 hatte Gerold einen Sohn Berthold, dem Karl der Große dieVogtei über gewisse Orte von Bussen abnahm, weil er übel damit gehausthatte. Dagegen wurde sie einem Grafen Adalbert übertragen unter demeidlichen Versprechen, daß er ein treuer Bogt und Schirmer der Güter seinwolle, welche sein (Karls) lieber Vetter Egino (Bischof von Verona, Gründerder Kirche zu Nicderzell auf der Reichenau) dem Kloster zu Dürmentingenund Offingen geschenkt, sowie der Güter, welche Gerold zu Unlingen, Grü-ningcn und Altheim dem Kloster übergeben. Wenn nun auch ein Zeitgenosseaus der Reichenau sagt, Graf Gerold habe keine Nachkommen hinterlassen,so steht doch urkundlich fest, daß neben Graf Gerold ein Graf BertholdGüter um und auf dem Bussen besessen hat, denn im Jahre 790 vermachtderselbe Besitzungen an der Donau und am Bussen dem Kloster St. Gallenund seine Söhne Chadaloch und Paldebert siegeln mit dem Vater. Derselbevergabt im Jahre 892 an Reichenau eine der Burgen auf dem Bussen undeinen Antheil am Dorfe Offingen. Dann schenkten am 23. Oktober 805der schon genannte Chadaloch und sein dritter Bruder Wago die Kirche(basilioam) aus dem Bussen und die Kirche am See (Seekirch) u. s. w.dem Kloster St. Gallen. Der Vater dieser drei Brüder, Berchthold, welcher802 starb, hatte zur Gemahlin eine gewisse Gersinea und war zuverlässigein Enkel jenes Berthold, der mit seinem Bruder Nebi den heiligen Pirmi-nius in der Reichenau einsetzte und ein Enkel des Herzogs Gottsried gewesen.Demnach ist es sehr wahrscheinlich, daß er von Vater und Großvater seineBesitzungen auf und um dem Bussen geerbt hat. So werden wir wiederauf den Bussen als einen uralten Hcrzogssitz gewiesen und es wird auch klar,wie Graf Gerold, Enkel jenes Herzogs Nebi, mit den Bertholden (Birtilouen)seinen nahen Verwandten, Herr auf dem Bussen gewesen. —
Neben Gerold und den Bertholden war noch Mitbesitzer Egino, Bischofvon Verona, der von sehr vornehmen Eltern in Schwaben abstammte und mitKarl dem Großen verwandt war. Er ging wieder in die Heimath zurück,wählte die Reichenau zu seinem Aufenthalte und gründete im Jahre 799 zu