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jeden einzelnen Berg mit bloßem Auge, und bei günstigem Lichte selbst dieLandhäuser von St. Gallen unterscheiden kann. Mehr als 500 Ortschaftenliegen vor dem Blicke des Beschauers.
Das einzige ganze noch stehende Gebäude auf dem Bussen ist die Kirche,welche nebst dem Gottesacker zum Dorfe Offingcn gehört; sie wurde im Jahre15l6 von den Trümmern der vorderen Burg umgebaut und 1781 abermalserneuert. Sie ist der allerseligsten Jungfrau Maria geweiht, deren Bild alsmatsr ciolorosa, sie zu einer stark besuchten Wallfahrtskirche gemacht hat.Neben der Kirche ist ein Häuschen, das längst aus einer Eremitcnklause zurWohnung einer kleinen Familie eingerichtet worden.
Auf dem Bussen befanden sich in alten Zeiten zwei Burgen; die einehieß die Vordcrburg, die andere die Hinterburg. Die erstere stand zunächstbei der Kirche und ist schon im 15. Jahrhundert ein Burgstall gewesen; dieHinterburg, auf dem Hinteren Theile des Berges stehend und durch einenGraben von der Kirche sowie von der andern Burg getrennt, hat sich amlängsten wohnlich erhalten. Noch bis in den Anfang des 18. Jahrhundertswar die Hinterburg bewohnbar, denn in einer alten handschriftlichen „Be-schreibung der schwäbischen Burgen und Schlösser durch Ernst von Pslummern"heißt es: „Sonsten ist das jetzige Schloß auf dem Bussen (darinnen sichschwerlich ein Jäger mit der Wohnung betragen kann) gegen seinen altenMagnificenz gar schlecht und nit viel höcher oder besser, dann ein vergangnesBurgstall zu rechnen, sintemalen nit glaublich, daß Graf Gerold, welcherKaiser Caroli Magni Schwager war, auch über Baiern und Schwaben einLandvogt gewesen, und auf diesem Berg zum Bussen, allda er vornemlichrcsidirt, seinen gräflichen Stammen, als ein Graf von Bussen, aä xostvrostransmittiret hat, selbiger Zeit diese Residenz nit viel stattlicher erbaut habe."Unter der zerstörenden Einwirkung der Zeit ist auch diese Burg nach nndnach von selbst zerfallen und es sind nur noch wenige Ueberrestc von ihrvorhanden. Unter diesen zeichnet sich der Rumpf eines Thurmes durch seineeigene Bauart sowie durch seine gewaltigen wiewohl größtentheils geplündertenSteinmassen aus. Zuverlässig war dieser Thurm die erste Anlage einerBefestigung auf dem Bussen, vielleicht ein römischer Wachtthurm. An diesenThurm wurde in der christlichen Zeit eine Burg gebaut, die in alten Schriftenden Namen Kusvia. führte und der Sitz eines gewaltigen alemannischenHäuptlings oder Herzogs gewesen sein muß. Vielleicht war es schon HerzogGottfried von Alemannien, der auf dem Bussen seinen Sitz hatte, denn seineNachkommen sind nach ihm auf und um den Bussen herum begütert gewesen.Daß Graf Gerold, Schwager Karls des Großen, und durch seine MutterJmma Urenkel des Herzogs Gottfried auf dem Berge Bussen seinen Sitzhatte, ist wohl keinem Zweifel unterworfen. In den Annalen von Reichem»sowie in dem Nrbarium des Klosters Beuron heißt er ausdrücklich Graf vonBussen. Er war ein besonderer Liebling Karls des Großen und Gras in