— 314 —
Eine bedeutende Verschönerung verdankt die Kirche nachfolgendemEreignisse:
„Im dreißigjährigen, auch für unser bayerisches Vaterland so verderb-lichen Kriege, war am 17. Mai 1632 der Schwedenkönig Gustav Adolphvon Freising her in Begleitung des Böhmeukönigs und Pfalzgrafen Friedrich V.,des Pfalzgrafen August von Sulzbach, der beiden Herzoge Wilhelm undBernhard von Sachsen-Weimar, des Herzogs von Holstein und einer großenAnzahl von Generalen in München eingezogen, und verließ dasselbe wiederam 27. Mai, um über Augsburg und Memmingen gegen den kaiserlichenObersten Ossa zu ziehen. Auf die Nachricht, daß die seither getrennten kaiser-lichen und bayerischen Heere unter Wallensteins und des Kurfürsten Maxi-milian I., seines unternehmendsten Feindes, Führung sich zu vereinigen suchten,und letzterer in die Oberpfalz gerückt sei, ging Gustav Adolf, um dieserVereinigung zuvorzukommen, eilig von Augsburg nach München zurück, zogdie in verschiedenen Orten als Besatzung zurückgelassenen Truppen an sichund verließ mit seiner Armee Bayerns Hauptstadt zum zweiten Male am7. Juni 1632. Nachdem aber die Stadt München die von Gustav Adolfihr bereits am 18. Mai 1632 auferlegte Brandschatzuug von 366,666 Rcichs-thalcrn nur bis zur Summe von 96,666 Thalern erlegt und sohin noch mit216,666 Rcichsthaleru im Rückstände war, so forderte Gustav Adolf fürdiesen Rest 42 Geiseln von der Stadt, wovon die Hälfte aus weltlichen, dieandere aus geistlichen Personen bestand. Noch am 7. Juni 1632 mußtendiese Männer aus den besten Geschlechtern der Stadt die Reise nach Augs-burg antreten. Weder die Ehrwürdigkeit ihres Standes, Herkommens undAlters, noch selbst ihr Unglück vermochte sie vor dem beschimpfenden Gespöttceines gefühllosen Feindes zu bewahren. Von Augsburg kamen sie in derFolge mit noch mehreren Geiseln von anderen Städten, und zwar am 16. Juninach Donauwörth und am 27. Juni nach Nördlingen, überall unter denunsäglichsten Strapazen, der schmählichsten Verspottung und schlechtestenBehandlung, und von da wieder zurück nach Augsburg, so daß sie beinahe3 Jahre in der Gefangenschaft verbleiben mußten. Endlich kamen sie am3. April 1634 unter lautem Jubel ihrer Mitbürger und Familien glücklichwieder in ihrer Vaterstadt an, vier von ihnen waren dem Elend in der Ge-fangenschaft erlegen. Während ihrer harten und traurigen Gefangenschaftverlobten sich diese Mänuer zu dem Gnadenbilde in Ramersdorf und zogenin feierlicher Prozession am 19. April 1634 in Begleitung der deutschenCongregation in die dortige Kirche ein, um daselbst ihres Gelübdes sich zuentledigen nnd der Gottesmutter für die ihnen geschenkte Freiheit und denerwiesenen Beistand ihren wärmsten Dank darzubringen."
In derselben Weise gelobten die 26 Geiseln, welche am 6. Octobcr 1742von den österreichischen Truppen nach Linz und von da nach Graz ausMünchen in die Gefangenschaft geführt worden, in Ramersdorf ein Lob- und