Druckschrift 
[1]: 1887
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dann von Papst Clemens XIV. am 9. November 1773 und von Pins VI. am8. Juni 1780 mit weiteren Ablässen begnadigt wurde. 1854 begingdieses Bündniß sein 100jähriges Bestehen auf besonders festliche Weise.

Wcrmsvsöorf Sei München.

ine Stunde von München entfernt liegt an der RosenhcimerStraße das Dorf Ramersdorf, zur Pfarre Perlach gehörig.Nach den wenigen noch vorhandenen Nachrichten stand hier ursprünglich eineFeldkapelle, und das in derselben aufgestellte Marienbild zog so viele Wall-fahrer an, daß an Stelle derselben bald eine Kirche gebaut werden konnte.Die Wallfahrten nahmen aber noch mehr zu, seitdem eine Partikel vom h. Kreuz,welche Kaiser Ludwig der Bayer (1313—1347) vom Papste Nikolaus V.erhalten und stets am Halse getragen, im Jahre 1377 in diese Kirche kamund zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt wurde. Wie dieselbe in die Kirchekam, wird wie folgt berichtet:

„Otto, Markgraf und Kurfürst von Brandenburg und sein BruderStephan wurden auf einer Wallfahrt nach dem gelobten Lande in Jerusalementdeckt und liefen Gefahr, von den Sarazenen gefangen zu werden. Einehemals zu München ansässiger Jude, Penitus mit Namen, entdeckte dem imGefolge des Fürsten befindlichen Hans Ligsalz, den er kannte, das Vorhabender Sarazenen und rieth ihm zur Flucht. Um den Händen dieser um sosicherer zu entgehen, gelobte Otto, der Kirche zu Ramersdorf seinen köst-lichsten Schatz, obige Partikel, zum Opfer zu bringen. Das Gebet wurdeerhört, und die beiden fürstlichen Brüder landeten in kurzer Zeit, ihren Ver-folgern entronnen, an Europa's Gestade. In München angekommen, legtensie, eingedenk ihres Gelübdes, auch sofort das kostbare Opfer auf den Altarder Gottesmutter nieder."

Die zahlreichen Wallfahrten nach Ramersdorf machten es bald noth-wendig, die Kirche zu vergrößern, welches im Jahre 1399 geschah. Nunnahmen die Wallfahrten noch mehr zu und die Opfer wurden so reichlich,daß aus denselben 1424 und 1425 drei Benefizien an der Kirche errichtetwerden konnten, für welche dann auch 3 Wohnungen errichtet wurden. Auchdas Dorf Ramersdorf vergrößerte sich immer mehr. — 1440 schenkte HansBarth der Kirche 6 silberne Leuchter, sowie 1 silberne und 1 messingeneLampe, 1698 Ferdinand von Barth einen silbernen Kelch.

1589 ließ Herzog Wilhelm V. nach seiner Rückkehr von Loretto inItalien durch den Maler Hans Schöpfer und den Tischler Kaspar Drepldie Kirche verschönern und eine Schlaguhr in dem Thurme anbringen.

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