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IHcükivcHen bei München.
-GMUm linken Ufer der Jsar, nicht weit von München entfernt, liegtdas Dorf Thalkirchen mit einer Wallfahrtskirche, welche sowohlvon den Einwohnern Münchens als der Umgegend fleißig besucht wird.
Zur Zeit Kaiser's Karl IV. waren die Städte bereits mächtig gewordenund die Städte von Franken, Bayern und Schwaben hatten einen großenBund, den rheinischen Städtebund, gebildet, so daß sie es mit den Fürstenund dem Adel aufnehmen konnten. Im Jahre 1372 hatten die bayerischenHerzoge unter Stephan II. sich gegen den Städtebund gerüstet und zogenauf der Straße gegen Augsburg wider die Bürger dieser Stadt zu Felde.Die beiden Frauenberger zu Haag, Wilhelm und Christian, deckten den Rückzugdes Herzogs Stephan. Als sie an die Jsar kamen, und zwar an den Ort,wo Thalkirchcn steht, gelobten sie der Mutter Gottes eine Kirche und einKloster zu bauen, wenn sie ihnen Hülfe in dem nun beginnenden Gefechteleisten und über den Jsarfluß verhelfen werde. Glücklich gelangten sie überden Fluß und Christian erbaute die Kapelle und bestimmte auch Geld fürein daran zu erbauendes Kloster. Da er jedoch bald darauf einen Zug nachUngarn unternehmen mußte und in der Schlacht von Nicopolis am 26. Sep-tember 1396 blieb, so wurde der Bau des Klosters nicht ausgeführt. ZweiGelübdetafcln an der Wand gegenüber dem Hochaltar stellen das glücklicheEntkommen über die Jsar und den Ansang des Baues der Kapelle dar.
Schon bald scheint Thalkirchen ein beliebter Wallfahrtsort gewesen zusein. Herzog Albrecht III. (f 1460) schenkte an die Kirche eine in Silbergefaßte Kreuzpartikel und Kurfürst Maximilian I. wallfahrtete schon als7jähriger Prinz 1580 mitsseinem Präceptor, dem frommen und gelehrtenBöhmen Wenzeslaus Pctrsikh nach Thalkirchen. Der Prinz, so heißt es,„ritt auf einem Rapple" bis an die Wiese unweit des Dorfes und gingdann mit seiner Begleitung zu Fuß, die lauretanische Litanei singend, in dieKirche, woselbst er andächtig der h. Messe beiwohnte. Wie aus den äußerenUcberbleibseln der abgebrochenen Strebepfeiler ersichtlich ist, war die Kirchein altdeutschem Style erbaut, hat aber von ihrer ursprünglichen Gestalt undEinrichtung nichts gerettet, als das schöne Muttergottesbild und die Statuenzweier Bischöfe, welche aus den Jahren 1312—1325 stammen sollen. Alsim Jahre 1632 die Kirche durch die Schweden bis auf ihre Grundmauernzerstört worden, konnte sie in Ermangelung von Mitteln nur allmählig wiederaufgebaut werden. 1656 schlössen die Hofmusikcr von München ein Bündniß,um den Frauendreißiger (15. Aug. bis 15. Sept.) durch ihre musikalischeMitwirkung auf eine würdige Weise zu begehen und das Gnadcnbild in einementsprechenden Schmucke zu erhalten. Dieses war der Anfang des Maria-nischen Ehr- und Zierdbündnisses, welches am 14. Februar 1757 vonBenedikt XIV. förmlich bestätigt und mit Ablässen und Privilegien beschenkt,