Der letzte Abt des Klosters war Martin Jelmüller (1793—1803).Am Benediktusfeste 1803 wurde das Kloster aufgehoben. Die Gebäude undGrundstücke wurden verkauft, ein Theil der Gebäude zerstört. Die kostbareBibliothek wurde theils nach München gebracht, theils veräußert. Die Mönchezerstreuten sich; der Abt Martin bezog eine Wohnung bei dem Bäcker desDorfes, wo er am 10. September 1807 starb. Die seitherige Klosterkirchewurde zur Pfarrkirche bestimmt und die St. Martins-Psarrkirche abgebrochen.
Am 5. August 1837 kam der König Ludwig I. nach Scheyern undnahm von den Ueberresten des ehemaligen Klosters Einsicht. Alsbald wurdendie Einleitungen zum Ankauf derselben getroffen und sodann am 1. Oktoberdes folgenden Jahres die noch vorhandenen Gebäude den Benediktinernfeierlich wieder übergeben. Statt der früheren Abtei sollte nunmehr einPriorat des Ordens daselbst bestehen. Als erster Prior wurde P. RupertLeiß, früher im Kloster Metten, eingesetzt.
Unter der Pflege dieser frommen Patres ist denn auch die Wallfahrtzum heiligen Kreuze zu neuem Glänze erwacht und von allen Seiten strömendie Gläubigen in großen Schäaren hinzu, um den am Kreuz verstorbenenHeiland zu verehren und seinen Schutz zu erflehen.
Ho h enpeissrnberg.
n der südöstlichen Grenze des Landgerichts Schongau in Ober-bayern liegt 3356 Fuß hoch über dem Meere der Hohenpeissen-berg, auf dessen Spitze die ehemalige Wallfahrts- jetzt Pfarrkirche steht, anwelche eine Sternwarte gebaut ist, mit einer Wohnung für den Pfarrer undden Schullehrer und einem Gasthause.
In grauer Vorzeit war derHohenpeissenberg eine waldige, öde, unbe-baute Berghöhe. Die Sage, daß zur Römerzeit aus demselben ein heid-nischer Tempel und ein Römerthurm gestanden habe, ist durch nichts ver-bürgt. Indessen war im achten christlichen Jahrhundert der Fuß des Peissen-berges bewohnt. Unterpeissenberg erscheint in der Chronik von Benedikt-inern um die Mitte des 11. Jahrhunderts als ein längst bestehender Ort.Das Land zwischen Jller, Lech und Ammer gehörte im 9. Jahrhundertbereits dem mächtigen Adelsgeschlechte der Welsen. Wels IV., Herr derHerrschast Peitingau und des in demselben liegenden Peissenberges, überließ,nachdem er sich dem zweiten Kreuzzuge in das heilige Land angeschlossenhatte, im Jahre 1191 jene Herrschaft mit den übrigen Gütern des Lechrainsan Kaiser Friedrich I. Nach Erlöschen der Hohenstaufen kam im Jahre
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