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Abt von Tegernsee. — Unter dem Abte Ulrich IV. Perchtinger (1266—1311)lebte der gelehrte P. Stephan Sundizeller, Bibliothekar des Klosters, welchermehrere Werke verfaßt hat. — Conrad II. Perger (1311—1324) erhieltvon Herzog Rudolph, Kaiser Ludwig's Bruder, für Kloster Scheyern dasPrivilegium des befreiten Gerichtsstandes (1315) und in demselben Jahrebeschenkte' Kaiser Ludwig dasselbe mit der-niederen Gerichtsbarkeit. 1318 er-hielt es die Pfarrei Pfaffenhofen. — Unter Abt Ulrich VI. (1354—1376)übergab Herzog Ludwig der Brandenburger dem Kloster die Pfarrei Voh-burg und stiftete eine tägliche heilige Messe in der Fürstenkapelle auf ewigeZeiten. — Unter Abt Ulrich VII. (1376—1406) wurde dem Kloster diePfarrei Ellenbach einverleibt und Herzog Friedrich ließ die für Schyrensund Bayerns Geschichte so interessanten Fresko-Malereien der Schyren-Fürstenin der Fürstenkapclle herstellen, deren vortreffliche Kopien auf Holz KönigLudwig I. erneuern und dem restaurirten Stifte wieder zustellen ließ.
Unter den nächstfolgenden Aebten kam das Kloster durch Kriege undsonstige Unfälle in große Armuth und Schulden, jedoch die Wissenschaftenwurden auch jetzt gesiegt und es zeichneten sich als Gelehrte aus: P. JohannKeim, P. Heinrich Molitor, P. Maurus, P. Pankratius, dann P. Aventinund P. Ulrich Hacker.
Der Abt Stephan Reitberger (1616 — 1634) ließ die Fresko-Gemälded er Schpren auf Holz kopiren und bis auf Kurfürst Maximilian I. fortsetzen,gab der Fürstenkapelle die jetzige ansehnliche Gestalt und schloß die beidenFinger der h. Büßerin Magdalenä, ein Andenken von dem Stifter Otto III.,in Kristall zur öffentlichen Verehrung ein. Er gab das Gbrovioon Lob?-renso des Conradus mit Anmerkungen, sammt Aventins Scheyerschen Annalenneu heraus. Im Jahre 1632 wurde das Kloster von den Schweden ge-plündert und ein Laienbruder getödtet, der Abt aber flüchtete mit Mehrerendes Convents nach Fischbachau, wo er 1634 starb.
Unter Abt Gregor Kimpsier (1658—1693) war der Scheyerschen Ge-lehrtensc hule goldenes Zeitalter. Dieser Abt war selbst Schriftsteller, machtedas Kloster ganz schuldenfrei und brachte die Errichtung der bayerischenBenediktiner-Congregation zu Stande. — Abt Cölestin Baumann (1693 bis1768) deckte den viereckigen Thurm mit Blechplatten, baute die Rosenkranz-kapelle, legte den Prälaturgarten an u. s. w., unter ihm wnrde jedoch dasKloster hart vom Kriege mitgenommen. — Maximilian Rest (1732—1731)ließ den heil. Kreuzpartikel neu fassen, errichtete die Propstei Fischbachau vonNeuem und verbesserte das Gotteshaus daselbst. — Abt Placidus Forster(1734—1757) baute die jetzige Kreuzkapelle und das Bräuhaus und ver-mehrte die Bibliothek. — Joachim Herpfer (1757—1771) verlängerte dieStiftskirche und schmückte sie mit den jetzigen Altären, sowie Plafond- undFresko-Gemälden. Auch baute er den ansehnlichen Prielhof des Klostersneu auf.