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[1]: 1887
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Scheyern hat wichtige historische Ereignisse aufzuweisen. Agnes undBeatrix, Prinzessinnen von Ungarn, empfingen hier vor ihrer Verehelichungmit Luitpolds Söhnen, Arnulf und Berthold I., die h. Taufe. KaiserHeinrichs II. Schwester Gisela feierte hier ihre Hochzeit mit dem KönigeStephan von Ungarn, nachdem dieser ebenfalls vorher hier getauft worden.Auch soll von hier die Sendung des h. Ulrich durch Kaiser Heinrich I. unddie Grafen von Scheyern ausgegangen sein, um die Ungarn zu bekehren.

Im Jahre 1113 beschloß Graf Otto III. im Verein mit sämmtlichenAgenten, die an Scheyern Theil hatten, die Stammburg Scheyern in einKloster zu verwandeln, welches denn auch 1119 den Benediktinern übergebenund reichlich dotirt wurde. Der erste Abt von Scheyern war der selige Bruno.

Unter dem Abte Ulrich III. (1135—1160) trat in das KlosterScheyern der Graf Conrad I., der Vater des heldenmüthigen GrafenConrad II. von Dachau, ein. Dieser hatte um das Jahr 1115 von demPatriarchen der Kirche des heiligen Grabes zu Jerusalem, Heraklius, einenPartikel des heiligen Kreuzes nebst der Authentika erhalten, welche er mitnach Hause brachte und der Kirche des Klosters zum Geschenk machte. AbtBaldemar setzte denselben zur öffentlichen Verehrung aus. Er ist in Formeines doppelten übereinander stehenden Kreuzes gefaßt. Das Hauptfest istdas der Kreuzerfindung (3. Mai), an welchem unzählige Schaaren vonPilgern zur Verehrung des heiligen Kreuzes hinzuströmen. Früher fand baldnach diesem Tage eine große Prozession zu Pferde von mehr als 200 Reiternstatt, und zwar um die ganze Grafschaft Scheyern, von Morgens 5 Uhrbis Abends 5 Uhr. In mehreren Kirchen wurde Halt gemacht und dasheilige Kreuz nach Absingung des Evangeliums zu küssen gegeben.

Diejenigen Aebte, welche sich besonders auszeichneten, sind folgende:

Unter Baldemar (1171—1203 brannte das ans Holz gebaute Klosterzweimal ab, worauf es 1184 aus Stein ausgebaut wurde. In demselbenZahre stiftete die Herzogin Witwe Agnes ein ewiges Licht in der Fürsten-kapelle zu Scheyern über der Ruhestätte ihres Gemahls Otto des Großenvon Wittelsbach und der übrigen Fürsten und Fürstinnen. Auch wurdeunter Baldemar die Pfarrei Edelshausen dem Kloster einverleibt.

Unter Abt Conrad I. (1203—1246) wurde die Klosterkirche zu Ehrender allerseligsteu Jungfrau vom Bischof Otto II. von Freising am 9. Oktober1225 eingeweiht. Dieser Abt baute auch die St. Martins-Psarrkirche neuuns und zwar aus Stein, ebenso die Allerheiligen-Kapelle. Abt Heinrich(1226—1259) baute einen Kornspeicher, den noch vorhandenen viereckigenKirchenthurm, die St. Katharinen-Kapelle, ein Krankenhaus a. A. Unter ihmwurde die Pfarrei Berg im Gau dem Kloster einverleibt; auch lebte damalsder berühmte Gonruäus Lolr^rsnsis, ein gelehrter Schriftsteller. — Unterdem Abte Ludwig (1260—1269) wurde die Pfarrei Berbling dem Klosterscheyern zugetheilt. Derselbe, früher Abt von Weihenstephan, wurde 1269

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