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siedel genannt wurde, obwohl Heiligkreuzkirche ihre erste Benennung war.Aber von dem andern Gnadenbilde auf dem Nebenaltare zur Linken, eben-falls in einem Glaskasten die Muttergottes mit dem Jesukinde auf demArme vorstellend, erzählt die Ueberlieferung Folgendes:
Im Jahre 1621 verheerten sächsische und deutsche Kriegssoldaten unterHauptmann Karl von Lichterheld den Flecken Nördhofen in Böhmen. NachLeuten suchend, durchwühlten die Soldaten einen eingeäscherten Platz undfanden in glühender Asche ein unversehrtes Muttergottesbild mit dem Jesu-kinde auf dem Arme. Sie überbrachten es ihrem Hauptmanne und der, ob-gleich Protestant, nahm es überall mit sich. Das Kriegsgetümmel versetzte ihnnun auch nach Seeheim an die Bergstraße und dort erhielt er im Hause desFreiherr» Adolf v. Behren liebevolle Pflege. Da der Hauptmann sah, daß seineGastgeber fromme Katholiken seien, machte er der Gemahnn des Freiherrn,einer geborenen Freiin von Frankenstein, mit dem aus Böhmen mitgebrachtenBilde ein Geschenk. Sie nahm es mit Dank an und verrichtete vor dem-selben ihre häuslichen Andachten. Nachdem im Jahre 1622 Freiherr vonBehren starb, zog dessen Gemahlin nach Zwingenburg und nahm das Bildmit sich. Aber im folgenden Jahre rückten schreckenverbreitend sächsischeKriegsvölker gegen die Bergstraße und Frau von Behren flüchtete nachGernsheim, mußte jedoch das Bild zuvor im Brunnen ihres Nachbars Jo-hann Peter Griesmann versenken, um es nicht in die Hände der Kriegsleutefallen zu lassen. Nach kurzem Aufenthalte in Gernsheim verfiel Frau vonBehren nach ihrer zweiten Vermählung in eine gefährliche Krankheit. UmHülfe zu erlangen, gelobte sie das Marienbild wieder in ihre Wohnung zubringen und davor ihre gewöhnliche Andacht verrichten zu wollen. SieWurde gesund und erfüllte ihr Versprechen.
Doch als die Schweden in Gernsheim einbrachen, wurde das Bildaus Besorgniß in die Pfarrkirche gebracht und an der Kanzel aufgestellt.Endlich ließ der Kriegstumult nach und die seit 19 Jahren unterbrocheneWallfahrt nach Einsiedel begann wieder am 2. Juli 1656, indem das Bildin einer feierlichen Prozession nach Einsiedel gebracht wurde. Anfangs stellteman das Bild in dem Langhause auf, im Jahre 1668 kam es auf den neu-gebauten Ncbenaltar, wo es sich zur Zeit noch befindet.
Diese Stätte wird von vielen Gläubigen des rechten und linken Rhein-Afcrs besucht. Der größte Zulauf ist am Feste Mariä Heimsuchung.