— 454 —
Schweden transportiren lassen, welches sich allda auch zum Zweytenmal Ver-lohren und mirakulischer Weiß zurück anhero gekommen."
Im Laufe der Zeit begann die Kapelle, so sehr sie auch früher durchWunder und große Andacht geglänzt hat, immer mehr an Berühmtheit zuverlieren. Die Zahl der Wallfahrer schien sich wieder zu mehren, als esbekannt wurde, daß die Kapuziner vor dem Gnadenbilde Messe zu lesenund in der 40tägigen Fastenzeit an jedem Samstag über die schmerzhafteMutter Gottes zu predigen nnd Beicht zu hören pflegten. An dem einenTage Maria Geburt, für welches Fest der heilige Vater einen vollkommenenAblaß an die Kapelle gab, besuchten viele Tausende diesen Ort. Die Kapu-ziner besorgten mit dem größten Eiser das Seelenheil der zahlreichen Pilgerbis zum Jahre 1730, wo sie die Seelsorge, weil sie in der Ausübung derkatholischen Religion keinen Schutz .von Seiten der weltlichen Gerichte mehrfanden, freiwillig niederlegten.
Während der Zeit, da die Kapuziner das Amt der Seelsorge in derGnadenkirche übten und nachher verherrlichte Gott seine glorwürdige Mutterdurch die größten Wunder.
Noch immer bildet das Fest Mariä Geburt den Glanzpunkt unter allender lieben Frau gewidmeten Festen. Schon zwei Tage vor dein Feste treffeneinzelne fromme Wallfahrer aus der Ferne in Dieburgs Mauern ein, dieallmälig zu einer gewaltigen Volksmenge anschwellen. Auch zu anderenZeiten des Jahres eilen Alle, die bedrängten Herzens sind, zu ihr, derTrösterin aller Betrübten.
Nnser^ liebe Frau Maria Einsiede! bei Gernsheim.
ine halbe Stunde südlich von Gernsheim liegt die Wallfahrts-kirche Maria Einsiedet, auch Heilgkreuzkirche genannt. Schonfrühe stand dort ein Kirchlein, aber im Jahre 1493 drohte ihm von Alterswegen der Einsturz. Weil kein Vermögen vorhanden war, wurde eineCollekte veranstaltet, welche so reichlich aussiel, daß die neuerbaute Kircheauch der Paramente nicht ermangelte. Damals wurde ihr auch ein Ablaß-brief ertheilt.
Warum diese Kirche schon vor 1400 von Wallfahrern besucht wurdeund namentlich in unserer Zeit auf Maria Heimsuchung und in der Fasten-zeit von Tausenden betreten wird, hat seinen Grund in den Gnadenbildernder seligsten Jungfrau Maria.
Das Gnadenbild auf dem Hochaltare, im gläsernen Gehäuse ist sehral t; es war schon vor 1400 da, weil zu jener Zeit die Kirche Maria Ein-