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Kapelle erbaut, in derselben ein Altar errichtet und zu Ehren Maria'seingeweiht. Das Bild der seligsten Jungfrau über dem Altare behielt dieWunde.
Jetzt steht das Rupertskloster nicht mehr; die Revolutionsstürme habenes vernichtet. Das Wunderblut aber ward nach Bittgen in die Pfarrkirchegebracht. Unter dem am 17. Juli 1850 zu Bingen verstorbenen Pfarrerund Dekan Peter Joseph Castello zerbrach bei Gelegenheit einer Vorzeigungder Reliquien durch ein unversehenes Zerfallen des Schrankes das alte vomAbt Trithemius herrührende Glasgefüß, worin das wunderbare Blut ent-halten war, und wurde unter dessen Nachfolger durch ein neues mit demPfarrsiegel versehenes im Jahre 1858 ersetzt. Auch die Scherben der ziveiallen Gefäße, in deren älteren noch die Blutspuren auf dem Boden zu sehen,hat man, jedes besonders verpackt, ehrfurchtsvoll aufbewahrt. Ueber dieAechtheit dieser Reliquien herrscht kein Zweifel und noch werden sie aufdem Rochusberge bei Bingen verehrt.
Die schmerzhaftes Mutkergottes zu Dieburg.
rei Stunden nordöstlich von Darmstadt liegt die alterthümlicheStadt Dieburg. Hier befand sich schon in alter Zeit, in demehemaligen Dorfe Altstadt, welches aber später mit der Stadt Dieburg ver-einigt wurde und nun deren Vorstadt bildet, eine Muttergotteskapelle, derenBesorgung Franziskanermönche übernommen hatten. Im Jahre 1097 wurdediese Kapelle wegen Baufälligkeit abgebrochen und der übrige Theil 1701mit der Pfarrkirche zu den hh. Petrus und Paulus vereinigt. Dadurchwurde die ursprünglich kleine Muttergotteskapelle zu einer geräumigen Kircheumgewandelt, welche demungeachtet im Munde des Volkes den Namen „Ka-pelle" noch bis heute behalten hat.
Die Kirche besitzt gegenwärtig vier Altäre. Aus dem Hochaltare throntdas Gnadeubild der schmerzhaften Gottesmutter Maria, zu welchem schonim Jahr 1491 stark gcwallfahrtet wurde.
Ueber den Ursprung dieses Gnadenbildes ist nur soviel mit Sicherheitbekannt, daß es im Jahre 1491 von dem Mainzer Weihbischof Eckhardfeierlich eingeweiht wurde. Die im Munde des Volkes fortlebende Sageüber den Ursprung des Bildes berichtet, „daß eine fromme Königin vonSchweden vor alten Zeiten dieses mirakulose Bild zu Gesicht bekommen unddarauf eine solche Lieb dazu gefasset, daß sie selbiges mit sich nach Schwe-den transportirt, und als hernach sie solches Bild wunderbarlicher Weißverlohren und aber vorbemeldete Königin erfahren, daß solches wieder nach