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[1]: 1887
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nach Heiligkreuz. Auch der Erzbischof wallte dorthin und verrichtete seineBußandacht. Auch vom Lande war die Bevölkerung herzugeströmt, alleGassen und Wege waren mit Menschen überfüllt, welche der Mission bei-wohnten.

Im Jahre 1630 ließ der Dekan des Stifts, Sigismund Schmelzingerdie Kirche restauriren. Im darauffolgenden Jahre kamen die Schweden;vom Kreuzstift bis Gonsenheim schlugen sie ihr Lager auf. Die Häuser derStiftsherreu wurde zerstört, die Kirche zu einem festen Vertheidigungsboll-werk nmgcschaffen. Nachdem die Schweden am 9. Januar 1636 abgezogenwaren, beschloß man, das Kreuz, welches in die Kirche St. Christoph ge-bracht worden, in feierlicher Weise nach seiner früheren Stelle wieder zu über-tragen. Solches geschah am 25. März, am Feste der Verkündigung Maria.Der Wcihbischof Ambrosius Saibäus trug, unterstützt von den Aebten vonSt. Jakob und Eberbach das Kreuz, der Kurfürst Anselm Kasimir von Wam-bold folgte dem Kreuze mit seiner ganzen Hofdienerschaft. Als im Jahre1643 die Franzosen naheteu, wurde das Kreuz wieder in die Stadt undam 7. September 1650 in das Stift zurückgebracht. Dasselbe geschah 1668,dann 1734—1737. Zum letzten Male wurde das Kreuz 1792 beim Heranrückender französischen Revolutionsarmee nach St. Christoph gebracht, wo es biszum heutigen Tage verblieb. Am 10. Juni 1793 ward das Stift ver-brannt und zerstört.

Als im Jahre 1741 große Dürre herrschte, führten die Dominikanereine Prozession nach Heiligkreuz, zu deren Theilnahme das Volk von allenKanzeln der Stadt herab aufgefordert worden war. Ebenso wurde 1751auf Befehl des Kurfürsten eine Bittprozession auf den 15. Juni angeordnet.Morgens 6 Uhr versammelten sich auf ein Glockenzeichen alle Stifts- undPfarr- und Klostergemeinden mit vorgetragenem Kreuze in der Domiirche,von wo aus die Prozession nach Heiligkreuz geführt wurde. — Am 26. Mai17Z4 wurde wiederum wegen großer Dürre eine Prozession nach Heiligkreuzangeordnet. Um 6 Uhr Morgens versammelte man sich in der Domkirche,wo um halb sieben Uhr das hochwürdigste Gut ausgesetzt und der Segengegeben, Prim und Terz gebetet und hierauf nochmals der Segen gegebenwurde. Sodann begab sich die Prozession nach der Stiftskirche, wo Hoch-amt und Predigt gehalten wurde. Nach der Rückkehr in den Dom wurdedie Antiphon vom h. Martin gesungen, die Non gebetet und die ganze Feier-lichkeit mit dem Segen geschlossen. — Aehnlich geschah es am 14. Juni und27. Juli 1758, sowie im Jahre 1776. Die letzte Prozession fand im Jahre1792 statt.

Die im Jahre 1684 zu München gegründete und auch zu Mainz 1699ni der Liebfrauenkirche eingeführte Mariäliebesversammlung hatte unter ihrenSatzungen auch die, daß alle Jahre am Tage nach Kreuzauffindnng eineProzession nach dem Kreuzstifte geführt werden solle. Jetzt noch feiert diese