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gung eines feierlichen Gottesdienstes und zur Verrichtung des ChorgesangcsGeistliche dorthin, für deren Unterhalt er durch Güterschenkungeu sorgte.Erbischof Peter (1306—1320) ließ hier eine größere Kirche bauen, derenGrundstein er selbst legte. Zur Zeit dieses Neubaues finden wir zuerst dieBenennung, „Heiligkrenz, Kreuzstift" neben der „Maria im Felde". Ueberdie Entstehung dieses Namens meldet der Mainzer Geschichtschreiber Serarinsfolgendes:
Es kam ein Schiff herauf gen Mainz, ihm folgte von selbst einKreuz; hielten die Schiffer still, dann auch das Kreuz, fuhren sie weiter, so-gar gegen den Strom, dann auch das Kreuz, bis sie am Ufer in Mainzanfuhren. Hier lud man das Kreuz zwei noch nicht im Joch gegangenenOchsen auf und ließ sie frei gehen. Sie gingen ohne Treiber und ohneFührer bis zur Stelle des Liebsrauenstiftes, wo sie stille standen. Im Jahre1552 ging beim Zerstören des Stiftes durch den Brandenburger dasKreuz zu Grunde; es hatte oben am Gewölbe gehangen; nur noch die älte-sten Leute konnten sich desselben zu den Zeiten des Serarius erinnern. Be-sonders in Fieberkrankheiten hatten die Gläubigen dasselbe verehrt. DieStelle am Nheinufer, wo das Kreuz an's Land kam, zeigte ein Krenzbild an,welches später auf die Stadtmauer gemalt wurde. Dasselbe stand zwischenHolz- und Bocksthor und hatte die lateinische Inschrift:
Lio guonänrn iinminuit orux ponckula in asra. navi,
Girrn rats rnota, kuit, onrn rati lixs, stotit.
Hio No^onno inounrlrons orno, saorn snroinn irolrusGrollitnr, rrk pi^nus gun via. knotn, ksrant.
In der Fehde, welche Adolf II. von Nassau 1460 gegen Dieter vonJsenburg führte, brachen die Schaaren des Pfalzgrafen Friedrich in dasKreuzstift ein und legten Feuerbrände in die Wohnungen der Stiftsherren.Der gänzlichen Zerstörung entging das Stift dadurch, daß eine ansehnlicheGeldsumme an die Soldaten gezahlt wurde.
Im Jahre 1552 durchzogen die Rotten des Markgrafen Albrecht vonBrandenburg-Culmbach plündernd und raubend das Erzstift und verbrann-ten das Stift Heiligkreuz. Die Kreuzstiftsherren flüchteten mit dem Kreuze nachSt. Jgnaz und zogen später in die an der Rheinstraße gelegene Heiliggeist-kirche über, woselbst sie fortan den Gottesdienst hielten, bis ihre Kirche imJahre 1573 wieder nothdürftig hergestellt war.
Im Jahre 1602 ließ der Erzbischof und Kurfürst Johann Adam vonBicken auf das Feierlichste einen vom Papste verliehenen Ablaß verkünden.Die Woche vor Mariä Himmelfahrt wurde zur Abhaltung einer Missionbestimmt; die Kirchen waren mit Andächtigen gefüllt, welche Buße thatenund die h. Sakramente empfingen. Am 13. August begaben sich die Mit-glieder der großen Sodalität in langer Prozession unter Gebet und Gesang