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[1]: 1887
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gegen Gott und Maria, welche er in dieser großen Gefahr um Hülfeangefleht hatte, ließ er hierauf das mitgeführte Marienbild an demnämlichen Orte aufrichten und eine Kapelle von Holz darüber bauen;auch soll er sich daselbst später, nachdem er seine Güter in Sachsenverkauft hatte, augesiedelt haben. Bald wurde diese Kapelle von Pil-gern und andern andächtigen, nah und fern, häufig besucht. Als dieselbe,aus nicht bekannter Ursache, in Brand gerieth, warfen die dortigen Be-wohner, deren Zahl inzwischen sich sehr vermehrt hatte, das Bild, umes vor den Flammen zu retten, in den nahen Weiher, entdeckten aber andemselben, als sie es wieder herauszogen, eine Beschädigung neben derNase, welche jetzt noch zu sehen ist. Nachher wurde daselbst eine großeKirche von Stein, wahrscheinlich vom Bischöfe Otto II., erbaut unddarinnen das berühmte Marienbild, dessen Verehrung je länger destomehr sich verbreitete, aufgestellt."

Von jener Zeit an wurde der See Marienweiher genannt.

Im Jahre 1430 wurde Marienweiher durch die Hussiten, unter ihremOberst Ziska verwüstet, wobei alle älteren Dokumente des Archivs verlorengingen. Kaum hatte sich Marieuweiher von diesem Unglücke erholt, als zur Zeitdes dreißjährigen Krieges wiederum die Brandfackel Dorf und Kirche zerstörte.DieEinwohner hatten sich der lutherischen Lehre zugewandt, wurden aber durchdie eifrigen Bemühungen der Fürstbischöfe Neidhard von Thüngen (st 1598)und Johann Gottfried von Aschhausen (st 1622) zu der kath. Kirche wiederzurückgeführt.

Der Fürstbischof Melchior Voit von Bambcrg (erw. 1642) suchte dieWallfahrt wieder zu heben und befahl dem Franziskanerprovinzial JoachimMayer 1644, zwei Patres mit einem Laienbruder nach Marienweiher zuschicken, denen das Pfarrhaus als Wohnung eingeräumt wurde. FürstbischofFranzLothar von Schönborn erhob 1699 das Hospitium zu einem Convent.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche feiert ihr Patrocinium am FesteMaria Himmelfahrt und das Kirchweihfest am zweiten Sonntag im Oktober.Seit Bischof Otto's Zeiten ist diese Kirche die dritte; 1717 wurde sie vomWeihbischof Johann Werner eingeweiht. Die Kirche hat drei Altäre, denHochaltar mit dem aus Holz geschnitzten Gnadenbilde und zwei dem hl. An-tomus und dem h. Johann von Nepomuk geweihte Nebenaltäre. In einerSeitmkapelle befindet sich ein Gemälde der schmerzhasten Mutter Gottes.

Das Kloster wurde 1803 aufgehoben, dann 1828 als Hospiz und183Z wieder als Convent errichtet. Es zählt 5 Patres und 6 Laienbrüder.