— 411 —
Die stets wachsende Verehrung der h. Stilla veranlaßte den BischofWilhelm von Eichstätt, 1488 an dem Petruskirchlein ein Frauenkloster zu»richten. Dasselbe wurde Marienbnrg genannt und mit Nonnen aus demAugustinerorden besetzt. So ist der Wunsch der heil. Stilla, ein Frauen-kloster hier zu gründen, 348 Jahre nach ihrem Hinscheiden in Erfüllunggegangen.
Vieles hatte Kloster und Kirche im Bauernkriege, dann im schmalkal-dischen Kriege zu erdulden. Als im Jahre 1552 der Markgraf Albrechtvon Brandenburg mehrere Städte und selbst Nürnberg hart mitnahm, fielendie Nürnberger in das Hochstift ein, brandschatzten es, mit 80000 Gulden»nd nahmen ganz besonders das nur drei Meilen weit entfernte KlosterMarienburg hart mit. Ein Jahr später brannte der Markgraf das nahe-liegende Kloster Pillenrcuth nieder.
Aus Furcht vor einem ähnlichen Loose flüchteten acht Nonnen ausMarienburg, nur die Oberin mit zwei Laienschwestern blieb. Endlich 1562flohen auch diese nach Marienstein und das Kloster stand öde und leer. NeunJahre später kehrte die Oberin mit der einzigen noch lebenden Laienschwesterzurück, jedoch die Oberin starb kurz darauf und die Laienschwester wurdevon dem Kastenbeamten in sein Haus aufgenommen.
Jedoch auch während Kloster und Kirche öde lagen, strömten fortwäh-rend unzählige Wallfahrer zum Grabe der heil. Stilla, ungeachtet dasselbeunter freiem Himmel stand. Im Jahre 1576 kamen die Bürger von Spaltin Prozession dorthin und da die nahestehende Begräbniskapelle nicht einmalden dritten Theil der Prozession hätte fassen können, so wurde jetzt überdem Grabe der heil. Stilla ein Altar errichtet und auf demselben das heil.Lpfer dargebracht.
Nun aber zeigte sich auch allenthalben der Wunsch, die Kirche und dasKloster wieder aufzubauen. Vorzüglich durch die Bemühungen des da-maligen Pfarrers von Spalt, Wolfgang Agrikola kam der Bau 1588 zuStande.
Am 10. September 1675 brannte das Kloster ab. Eine betagte, ge-dächtnisschwache Klosterfrau hatte ihren Wachsstock brennen lassen; dieserverbreitete alsbald ein so gewaltiges Feuer in der Kirche, daß diese selbst mitallen kostbaren Gefäßen und ein großer Theil des Klosters durch die Flammenzerstört wurde.
Am ö. Mai 1676 wurde der Grundstein zu der neuen Kirche gelegtund am 27. Mai wurde dieselbe eingeweiht. Das Hauptschiff der Kircheist 52 Fuß lang und 48 Fuß breit, das Chor 26 Fuß lang und 18 Fußdrei. Auf dem Hochaltar ist in einem Gemälde die Anbetung der Weisendargestellt. Der erste Nebcnaltar ist der heil. Stilla geweiht. DasMarblatt stellt sie dar, wie sie das Petruskirchlein in den Händenhält. Unter demselben befindet sich das Brustbild der Heiligen. Der