Druckschrift 
[1]: 1887
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nrt. Als die Hussitten dieselbe im Jahre 1430 zerstört hatten, wurde sieunter Bischof Anton von Rotenhan wieder aufgebaut und von dem Weih-bischof Peter von Bamberg Sonntags nach Michaelis eingeweiht. Der Fürst-bischof Heinrich Groß von Trockan ließ sie sodann 1499 erweitern. DessenNachfolger, Veit, Truchseß von Pommersfelden (ch 1505) ließ ein Altarge-mälde anfertigen, welches aber später verschwunden ist. Im Anfange des17. Jahrhunderts war die Kirche so baufällig, daß eine durchgreifende Re-paratur vorgenommen werden mußte. Um 1617—1620 wurde sodann dasjetzige Altarblatt nach der Manier von Rubens durch den BambergischenHofmaler Wolfgang Fukher angefertigt. Es stellt die Himmelfahrt Mariavor, im Vordergrunde die zwölf Apostel am Sarge, im Hintergrunde Gügel,die Giechburg und in der Ferne die Stadt Bamberg.

Als im Jahre 1808 die Giechburg zerstört wurde, sollte auch Gügeldieses Schicksal theilen; da jedoch kamen ans der ganzen Umgegend Bittgesuchean die Bayrische Negierung, die Kirche zu erhalten, welchen Bitten dennauch Folge geleistet wurde. Die Kirche feiert ihr Patrocinium am Sonn-tage vor oder nach Pankratius, ihr Kirchweihfest am Sonntag nach Jakobi.Es besteht in derselben auch eine Schntzengelbruderschaft. An dem Wege,welcher den Berg hinauf führt, befindet sich ein Kreuzweg.

Die Wallfahrst zue h. Stilla in Marienlmeg.

l^-echs Stunden von Nürnberg entfernt liegt auf einer sanft an-steigenden Anhöhe das Städtchen Abenberg nebst dem gleich-namigen Schlosse, von welchem ein berühmtes Geschlecht des Mittelalters denNamen trägt. Die beiden Brüder Rapoto und Konrad von Abenberg grün-deten in Verbindung mit ihren Verwandten, dem Bischöfe Otto I. von Bam-berg, das Cisterzienserkloster Heilsbronn. Indessen hatte auch ihre frommeSchwester den Wunsch, ein Kloster für Jungfrauen zu errichten, in welchemdiese, fern von den Gefahren der Welt, Gott dienen und das Heil ihrerSeelen sichern könnten. Allein die Ausführung dieses Planes war ihr nichtmöglich, sie konnte nur an der auserwählten Stelle ein Kirchlein bauen,welches denn auch 1136 von dem Bischof Otto von Bamberg zu Ehren desh. Petrus eingeweiht wurde. Auf den Rath dieses Bischofs legte Stilla dasGelübde ewiger Jungfräulichkeit ab.

Von dieser Zeit an führte Stilla ein klösterliches Leben. In ihremväterlichen Schlosse wählte sie für sich ein enges Stübchen als Zelle undwidmete ihre ganze Zeit dem Gebete und der Betrachtung. Zu demPeterskirchlein begab sie sich täglich in Begleitung mehrerer frommen