Druckschrift 
[1]: 1887
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den Jahres wurde der Bau eingeweiht und von drei Patres und einemLaienbruder bezogen. Zu den größten Wohlthätern des Klöstercheus zählteman Franz Konrad von Stadion, Domdechant von Bamberg und Dompropstran Würzburg, später (1753—57) Fürstbischof von Bamberg. Im JahreMb trat an die Stelle des Hosspizes eine Pfarrei.

Gösweinstein.

uf eimem hohen Berge, welcher ringsum von noch höheren Ber-gen eingeschlossen ist, liegt in einer reizenden Gegend der Markt-flecken Gösweinstein mit seiner berühmten Wallfahrtskirche. Die Wallfahrts-kirche mit ihren beiden hohen Thürmen und ihrem großartigem Portale ge-mährt einen überraschenden Anblick. Wie das Volk erzählt, soll Göswein-stein früher Götzenstein geheißen haben, weil dort in alter Zeit Götzen ver-ehrt wurden, Andere leiten den Namen von einem angeblichen Grafen Gos-win ab, welcher den Marktflecken gegründet haben soll. Urkundlich steht nurfest, daß der Ort am 19. März 1140 durch Konrad, Gras von Dachau,dem Hochstifte überlassen wurde.

Obgleich nun auch die Wallfahrt nach der Kirche zu Gösweinsteineine der ältesten und berühmtesten im Frankenlande ist, so fehlen doch überdie Entstehung derselben alle sicheren historischen Nachrichten. Es heißt aller-dings, daß Eberhard II. Graf von Schlüsselberg, welcher seinen Wohnsitztheils auf der Plassenburg bei Culmbach, theils in dem zwei Stunden ent-fernten Weischenfeld hatte, im Jahre 1250 die frühere Kirche erbaut habe,die älteste urkundliche Nachricht datirt aber aus dem Jahre 1308, wo Got-fried von Schlüsfelberg 3 Heller an die Kirche vermachte. Da das Familien-mppen der von Schlüsselberg, ein rother Schlüssel im weißen Felde, überder Thüre der alten Kirche eingehauen war, so scheint die Annahme berech-tigt, daß die Kirche ihren Ursprung diesem Geschlechte verdankte. Als be-sondere Wohlthäter des Gotteshauses werden noch genannt die FamilienGroß von Trockau, Hirscheid von Kohlstein, Wichsenstein und Königsseld,deren Wappen sich an der Decke der alten Kirche befanden.

Da die Wallfahrt nach Gösweinstein immer mehr an Bedeutung zu-nahm, so wurde die Kirche zu klein und der Fürstbischof Friedrich Karl,Graf von Schönborn, beschloß, eine neue, größere Kirche zu erbauen. Am^ Juni 1730 wurde der Grundstein zu derselben gelegt.

Erst im Frühjahr 1739 wurde die neue Kirche vollendet und am 14.Mai fand die feierliche Consekration derselben durch den Fürstbischof Fried-rich Karl unter Assistenz der Weihbischöfe von Bamberg und Würzburg