*) Wer einen Thurm bauen will, der berechnet zuerst die Kosten.
Daß bekennet undt bezeuget Peter Oth schuldheiß undt Hanneß Zwinger,beede von Gerach 1714 den 12. Mai."
In Folge des vermehrten Besuches der Kirche mußte auch darauf Be-dacht genommen werden, dem Gottesdienste eine weitere Ausdehnung zu ge-ben. Zur Erhöhung der Feier wurde um Verleihung eines Ablasses nach-gesucht und dieser auch im Jahre 1716 ertheilt. Das Fest der SchmerzenMaria's ist das Patronatfest der Kirche.
Fortwährend noch wird diese Kirche von den Gläubigen aus Nah undFern fleißig besucht.
Glosberg.
Glosberg befand sich seit alter Zeit eine Kapelle mit einemM Bilde der allcrseligsten Jungfrau Maria, welche von den Gläu-bigen der Umgegend hoch verehrt wurde. Durch die Invasion der Schwe-den aber war die Gnadenstätte fast in Vergessenheit gerathen. Am Freitagvor Passionssonntag 1727 soll beobachtet worden sein, daß dasselbe blutigeThränen vergoß. Das Vertrauen des Volkes wuchs, und da die Pfarr-geistlichkeit von Kronach dieser weitentlegenen Filiale nicht die wünschens-werthe Aufmerksamkeit widmen konnte, so nahmen sich die Patres des Kro-nacher Franziskanerconventes aus Eifer für die Ehre Gottes und der h.Jungfrau sowie für das Heil der Seelen der Wahlsahrt an und besorgtendieselbe fünfzehn Jahre lang. Oft konnten sie wegen großen Schneefallesoder Uebeschwemmung nicht mehr nach Kronach zurückkehren. Zu ihrer Er-leichterung verfügte das geistliche Vikariat, daß sie bei größerem Concursan Sonn- und Feiertagen bei dem Kirchner ein Mittagsmahl erhalten soll-ten. Auch der Konvent bekam eine Vergütung. Nachdem schon früher derWunsch laut geworden war, daß die Wallsahrtspriester wenigstens zu Win-terzeit dort wohnten könnten, trugen die Patres im Jahre 1744 dem Fürst-bischof Friedrich Karl von Schönborn, als er in Kronach weilte, die Bitteum Errichtung einer festen Wohnung in Glosberg vor. Der Fürstbischofantwortete mit den Worten der heiligen Schrife: Hui vult aoäikiears turriw,prius seäsus aoruputat suruptss*). Bei dem Bedenken, daß ein solcher Bau dasganze Vermögen der Wallfahrtskirche verschlingen möchte, kam man auf dasAnerbieten der Franziskaner zurück, selbst die Kosten zu beschaffen. Am 1s.August 1745 nahm der Exprovinzial P. Quirin Welz, später erster Supriordes Hospizes, die Grundsteinlegung vor. An demselben Tage des folgen-