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[1]: 1887
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brachen, eine neue und größere, wie sie jetzt noch steht, erbauet. Es geschahdies unter dem Abte Hieronymus um das Jahr 1596; die Einweihunguahm Johann Oertlein, Weihbischof zu Bamberg, am dritten Pfingsttage1597 vor. Die Stelle eines Weihbischoses zu Würzburg war nämlich da-mals unbesetzt und der Abt von Ebrach hatte damals durch einen Brief vom19. Mai 1597 vom Bischof Julius zu Würzburg die Einwilligung aus-drücklich dazu erbeten. Damals war Pfarrverweser zu Burgwindheim Va-letin Sigler. Einen größeren Ruhm gewann diese Kapelle, als man 1625nahe der Kapelle am Fuße des kleinen Hügels, auf dem sie steht, eine Quellebemerkte. Man fand das Wasser heilsam, ja die Quelle wurde für eineWunderquelle angesehen; dem Waschen mit ihrem Wasser schrieben Krankeund Preßhafte ihre Heilung als eine außerordentliche Wirkung zu. EinArzt, Johann Laurenz Bausch, stellte hierüber Zeugnisse aus. Abt Ludwigließ die Quelle fassen und unter ein schönes festes Dach bringen. AmRande desselben steht: UVtoVL .Ists sal^Vtarls sVb uVspIEIIs 1). UV-DoVIOl abbatls obraEsnsIs XXX. EoustrVEtVs IVIt. is1690). Nochbis in die neueren Zeiten kommen Wallfahrer, welche mit einem besonderenVertrauen auf die Heilkräfte der Quelle ihr Wasser trinken oder ihre Glie.der damit waschen.

1788 unter Pfarrer Seelmann wurde der Thurm der Kapelle abge-brochen und ein neuer darauf gesetzt. Sie hat 2 Glöckchen, eines mit derUmschrift: Xv.o Naiia, Avatia plonu ohne Jahreszahl, das andere mitder Umschrift Laiiota illavia, ora pro vobis, mit der Jahreszahl 1626.

Die Verheerungen des dreißigjährigen Krieges und die dadurch her-beigeführte Entvölkerung Frankens hatte eine Zeit lang den Besuch der Ka-pelle gemindert; allein kaum war der Friede zu Stande gekommen, so dachteAbt Peter zu Ebrach auf neues Emporheben derselben. Er errichtete mitZustimmung des römischen Legaten in Deutschland daselbst 1649 die Bru-derschaft des h. Altarssakramentes. Das folgende Jahr wurde sie mit derErzbruderschast dieses Namens zu Rom vereinigt. Das Siegel dieser Bru-derschaft, einen entblößten Heiland vorstellend, aus dessen fünf Wunden Blutin einen Kelch fließt, hat die Umschrift: Ll-ullovsollakt Lui-Avinäbsim.Es befindet sich auch in Stein gehauen an der Fassung des erwähnten Heil-brunnens. Prozessionen mit Fahnen und M-euz von mehr als 40 verzeich-neten Ortschaften und viele einzelne Wallfahrer zog idie Bruderschaft auf'sNeue herbei. Das Hauptsest wurde immer an der Oktav des Fronleich-namsfestes gefeiert, wo der Abt von Ebrach bis zur Säkularisation in voll-stem Ornate die feierliche Prozession führte und das Hochamt hielt. Diegewöhnlichen Andachten werden von der Pfarrei, deren Hauptkirche die Ka-pelle unterhalten muß, besorgt. Nach der Säkularisation war schon Befehlgegeben, die Kapelle abzubrechen, die Kirchengeräthe zu verkaufen und denErlös der Pfarrkirche zuzuwenden. Wirklich hatte der Landrichter zu Kloßer