Druckschrift 
[1]: 1887
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Buegwindheim.

n der Mittelnbrach, 11 Kilometer von Burgebrach und 26 Kilo-meter von Bamberg entfernt liegt der Flecken Burgwindheim,als Wallfahrtsort aus der ganzen Umgegend besucht. Es befindet sich näm-lich daselbst außer der Pfarrkirche noch eine Kapelle „heilige Bluts-Kapelle"genannt, worüber folgende Nachrichten geschichtlich feststehen.

Der Ursprung dieser Kapelle fällt in das Jahr 1465. Als in diesemJahre am Frohnleichnamstage die Prozession abgehalten wurde, öffnete sich plötz-lich die Kapsel der Monstranz und die Hostie siel auf die Erde nieder. Daman keine besondere Ursache auffinden konnte, durch welche das Oeffnen derKapsel bewirkt worden wäre, so geriethcn alle Anwesenden in Erstaunen.Ueber den Hergang wurde im Jahre 1468 eine Urkunde abgefaßt, welchedie Ritter und Edeln Georg von Thüngen Marschall, Heinrich Fuchs (diesebeiden gingen dem Priester zur Seite), Christoph Fuchs, Johann Fuchs,Anton von Seckendorf, Wigelas Wolfskel, sämmtlich Begleiter der Prozession,unterzeichneten. Sogleich sing man an, den Ort, wo das Hochwürdigsteauf der Erde lag, mit besonderer Andacht zu verehren und zu besuchen; dieErhebung selbst geschah mit besonderer Feierlichkeit vom Abte Burkard vonEbrach in Person unter Begleitung seines ganzen Kapitels. Schon 1467wurde durch die Bemühung des Edeln Konrad von Thanhausen, den anderemit Beiträgen unterstützten, an der geheiligten Stelle eine Kapelle erbautund am nächsten Sonntag nach Michaelis vom Weihbischofe Johannes, Bi-schof von Nikopolis, geweiht, der Hochaltar zu Ehren des Leichnams JesuChristi, des h. Kreuzes, der Jungfrau Maria und anderer Heiligen conse-krirt. Die Kapelle führte allmälig den Namen „zum heiligen Blute inBurgwindheim". Ein kleineres, und wie es scheint, das älteste Siegel der-selben, enthielt einen Kelch und über demselben eine Hostie, am Rande herumdas Wort LurAviullsiiu. Der Bischof Rudolph zu Würzburg und der ge-nannte Weihbischof desselben bedachten die Kapelle jeder mit einem 46tägigenAblaß; im Jahre 1471 Franz, Kardinal von Senes und Legat von Deutsch-land, mit einem IVOtägigen. Sie erhielt allmälig 13 Lokalablässe. Soströmte von allen Seiten Volk zur Kapelle, es siel reichliches Opfer, Jahr-tage wurden dahin gestiftet; es bildete sich ein schönes Vermögen an Rechten,Grundstücken, Geld u. s. w. Das erste Aufblühen verdankt sie dem dama-ligen Pfarrer Johann Dolder, unter dem sie auch errichtet und eingeweihtwurde.

Die Kapelle konnte bald die sich einsiudende Volksmenge besondersdie zahlreich heranwallenden Prozessionen nicht mehr fassen und hatte auchdurch Kriege und andere Unbilden viel gelitten; sie ward deswegen abge-

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