Druckschrift 
[1]: 1887
Seite
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dm gräflichen Jagern auf die Bärenjagd in die Sigmaringenschen Forstengeritten. Der König soll Kunde von diesen geheimnißvollen Jägern be-kommen und in ihnen sogleich seine verschollenen Feinde vermuthet haben.Eines Tages seien königliche Abgesandte erschienen nnd haben Sigmaringenund Umgebung nach den verschwundenen Grafen von Montfort genau durch-sucht. Doch sei es den Gesuchten durch List und Beihülfe einiger Knechtegelungen, in Bauernkleider gehüllt nach Laiz zu entkommen und sich in einemBliucrnhause neben der Kirche zu verstecken, wo sie aber auch beinahe ent-deckt worden wären, wenn sie der Bauer nicht noch geschwind hinter Strohund Garben in der Scheune hätte verbergen können.

Zu derselben Zeit sei auch ihr Bruder am königlichen Hofe erkranktund bald darauf gestorben und nicht lange darnach sei die Grafschaft Sig-maringen an den König Rudolf und seine Söhne verkauft worden. Da-durch seien die noch immer in ihren unangenehmen Schlupfwinkel gebanntenGrasen in die höchste Lebensgefahr gekommen und in dieser Bedrängnis;hätten sie nun das Gelübde gemacht, hierher eine Klause für Frauen zustiften, wenn sie aus ihrer Noth errettet würden: Sie seien aber nicht nurdamals unentdeckt geblieben, sondern nach König Rudolfs bäldigem Todeauch wieder zu Gnaden gekommen und haben zur Stiftung eines Klostersnach Laiz jenes Bauernhaus sammt den zugehörigen Feldern angekauft. DasKloster habe aber erst nach dem Tode der Stifter nnd nach der Ermordungdes Königs Albrecht eingerichtet und eröffnet werden dürfen.

Diese unwahrscheinliche Sage schließt sich indessen genau an den Gangder Geschichte an. Vom Jahre 1273—90 war Graf Ulrich von Montfortund Bregenz Herr der Grasschaft Sigmaringen. Er hatte drei geistlicheBrüder: 1. Friedrich (1282—90) Bischof von Chur, 2. Heinrich (1282 bisM0) Domprobst zu Chur und 3. Wilhelm (1281—1301) Abt zu Gallen-Diese drei geistlichen Herren hatten von 1286 an beständig Krieg mit demKönige Rudolf von Habsburg, bis zum Tode des letzteren. Im Jahre1288 wurde Bischof Friedrich bei einem Treffen gefangen. Der DomprobstHeinrich mutzte bald darauf heimlich flüchten und kam verkleidet nach Sig-maringcn, um sich bei seinem Bruder Ulrich zu verbergen. Der Abt Wilhelmsetzte den Kampf noch fast ein Jahr lang fort, bis er nach und nach Allesverloren hatte und mit knapper Noth der Gefangenschaft entgangen, eben-falls flüchten mußte nnd heimlich nach Sigmaringen kam. Während sichdiese beiden Brüder heimlich zu Sigmaringen aufhielten, machte der ge-fangene Bischof in Schloß Wcrdenberg einen Fluchtversuch und fiel todt, ihrBruder Ulrich aber kam krank vom königlichen Hoflager und starb imFebruar 1290 auf seinem Schlosse zu Bregenz. Ulrichs einziger Sohn Hugoverkaufte schon im März 1290 die Grafschaft Sigmaringcn an den KönigRudolf und seine Söhne. Die geistlichen Herren, sich abermals heimlichstüchtend, fanden ein neues, sicheres Versteck zu Aspermont in Graubündten,