Druckschrift 
[1]: 1887
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abwechselnd von 12 Jungfrauen auf einer reichgezierten Tragbahre getragen,welchen sechs Fackelträger mit Talar und Chorrock zur Seite schritten.Hinter dem Gnadenbilde ritt ein Hostrompeter von Rastatt und hinter diesemfolgte der Stadt-Amtmann mit einer ganzen Eskadron Bürger zu Pferd; audiese schlössen sich endlich an aus der Stadt und vom Lande Alle, welche dieWallfahrt 'zur Verherrlichung Mariens mitmachen wollten. Vor dem Waldenach Bickesheim kamen dieser Prozession unter Gebet und Gesang entgegendie Bewohner von Au, Durmersheim, Daxlanden, Morsch u. f. w. Auchder regierende Herr Markgraf kam mit seinem ganzen Hofpersonal demGnadenbilde entgegen und geleitete dasselbe unter Musik zur Kirche. Hierwurde alsdann unter der Leitung der Hofkapelle ein Hochamt celebrirt, einePredigt gehalten und die ganze Feier mit dem Ambrosianischen Lobgesangbeendigt."

Derselbe Markgraf, Ludwig Georg Simbert, ließ 1736, weil der alteunter dem Schwibbogen befindliche Altar ihm nicht passend schien, in Folgeeines Gelübdes einen neuen Hochaltar im Renaissancestil für 3000 fl. an-fertigen. Das Antipendium ist von Florentiner Mosaik, an der Spitze desAltars ist ein reichverziertes Hauswappen angebracht. Sodann erhielt dieGnadenkapelle eine ewige Ampel, ein reich von Gold und Silber gesticktesMeßgewand, ferner kostbare Gewänder für das Gnadenbild u.s. w. Durchden Tod dieses Markgrafen im Jahre 1771 fielen Land und Leute der Kroneder Markgräslichen Linie Baden-Durlach zu. Dadurch gingen auch die gutenTage für die Bickesheimer Wallfahrt unter. Keine fürstlichen Personenknieten seitdem an dieser h. Stätte. Ein zweiter harter Schlag für die Wall-fahrtskirche war die fast gleichzeitig, 1773, erfolgte Aufhebung des Jesuiten-ordens. Hierauf besuchten die zwei Stadtkapläne von Ettlingen an denWallfahrtstagen die Kirche zur Feier des Gottesdienstes sowie zur Spendungder Sakramente der Buße und des Altars. Allein auch dieses Verhältnißlöste sich im Anfange dieses Jahrhunderts aus; au ihre Stelle traten wiedereigene Pfründnießer in Bickesheim. Vorübergehend hat auch der Frühmesservon Durmersheim den Kirchendienst daselbst versehen.

Wallfahrtstage sind:

1. alle Samstage im ganzen Jahr, mit Ausnähme des Charsamstagsund wenn Allerseelen aus einen Samstag fällt. An diesen Tagenist Beichte, h. Kommunion, ein Hochamt und eine kleine Mutter-gottesandacht. Nach dem Gottesdienste werden Kruzifixe, Rosen-kränze, Medaillen am Kathariuenaltar geweiht.

2. Alle öffentlich gefeierten Feste zu Ehren der allerseligsten Jungfrau,also Mariä Empfängnis;, Lichtmeß, Verkündigung, Himmelfahrt und ,Geburt. An diesen Festtagen fällt der Hauptgottesdienst in derPfarrkirche zu Durmersheim aus und wohnen die Pfarrkinderdem Hochamt und der Predigt in der Gnadenkapelle bei.