Sakramente spenden sollte. Auch berief er die Jesuiten, welche viele Unter-thanen wieder zur katholischen Kirche zurückführten. Er starb 1588.
Sein Nachfolger, Eduard Fortunat, geboren 1565 in England, tratebenfalls zur katholischen Kirche über und förderte sowohl die Andacht inBickesheim, als er auch die Jesuiten in der Bekehrung des Landes kräftigunterstützte. Während seiner Abwesenheit fiel Ernst Friedrich von Baden-Durlach mit bewaffneter Macht in die-Markgrafschaft Baden-Badenein,ließ die Wallfahrtskirche zu Bickesheim schließen und verbot dem Meßnerunter Androhung schwerer Leibesstrafen die Oeffnung der Kirche. Jedoch am4. September 1622 wurde Wilhelm, der Sohn Eduard's Fortunat, vonKaiser Ferdinand wieder in den rechtmäßigen Besitz von Baden-Baden ein-gesetzt. Dieser wählte Ettlingen zu seiner Residenz, stellte die Andacht zuBickesheim wieder her und ließ durch die Jesuiten die katholische Religionausbreiten. Durch den Ausbruch des schwedischen Krieges 1639 litt dieWallfahrt wieder eine Unterbrechung; nach dem westfälischen Friedensschlüsse,1648, kam sie sehr in Aufnahme. Viele Ortschaften waren in diesen Zeitenohne Pfarrer, deshalb fundirte Wilhelm am 31. Januar 1663 zu Ettlingendas Haus für die Jesuiten und verleibte diesem Hause die Kirche zu Bickes-heim sammt Gütern ein. Er starb am 22. Mai 1677 im Alter von 74 Jahren.
In dem Kriege zwischen Frankreich und Oesterreich wurde am 15. August1689 Ettlingen eingeäschert. Das Gnadenbild flüchtete man nach dem ade-ligen Stifte Frauenalb, von wo es nach dem Frieden von Ryswick 1697wieder zurück gebracht wurde. Die Markgräfin Franziska Sibilla Augusta,Herzogin von Sachsen, Engern und Westfalen, suchte das Gnadenbild aufund machte der Mutter Gottes ein von ihrer Hand gefertigtes kostbaresGewand zum Geschenk. Markgraf Ludwig Wilhelm besuchte 1705 mit seinemGcneralstabe die Kirche zu Bickesheim und empfahl sich dem Schutze derallerseligsten Jungfrau. —
Während der Kriegsunruhen im Anfange des vorigen Jahrhundertswurde alles Kirchengeräthe in der Wallfahrtskirche geplündert, das Gnaden-bild jedoch blieb unbeschädigt stehen. Um es aber vor Gefahr zu schützen,brachte man es nach Ettlingen und als im Jahre 1733 das Land abermalsvon feindlichen Truppen überschwemmt wurde, brachte man es zum drittenMale nach Ettlingen. Am 19. Oktober 1737 fand die feierliche Ueber-tragung des Gnadenbildes nach Bickesheim statt, welche folgcnderweise be-schrieben wird:
„Am 19. Oktober gedachten Jahres, nach Darbringung des h. Meß-opfers wurde unter Böllerschüssen die Prozession in folgender Ordnung vonder Kirche und der Stadt ausgeführt. Au der Spitze zog die Jugend mitihrem Aufseher, dieser folgte eine Compagnie bewaffneter Bürger in Uniform;vor dem Gnadenbilde ging das Musikchor, der Rektor vom Jesuiten-Collegund der Stadtpsarrer mit seinem Gefolge. Das Muttergottesbild wurde