krank hielten, ließen Kräuter suchen, welche nach ihrer Meinung dem Uebelabhelfen sollten. Aber schon nach dem ersten Genusse derselben verfiel dieUnglückliche in Raserei, so daß man sie in Bande legen mußte. Nun be-gann sie in verschiedenen Sprachen zu reden, die sie nie kannte. Erschreckthierüber baten endlich die Ihrigen um geistliche Hülfe. Aber der Priestervermochte den bösen Geist nicht zu zähmen; da nahm er seine Zuflucht zurGnadenmutter von Wartha und flehte sie um ihre Fürbitte an. Und siehalf auch, der böse Geist mußte weichen. Das geschah 1610 und die An-gehörigen der Geheilten lebten zum Theil noch, als Balbin die Geschichtevon Wartha verfaßte.
Zwei Töchter einer Frau aus Polen, die eine sieben, die andere fünfJahre zählend, spielten eines Tages im Jahre 1492 am Ufer eines Flusses,fielen hinein und verschwanden in den Fluthen; erst am zweiten Tage ge-lang es, ihre Leiber aufzufinden. Wer beschreibt den Jammer der Mutter,als sie zwischen ihren todten Kleinen kniete und thränenden Auges zumHimmel aufsah? Sie konnte es unmöglich glauben, daß die geliebten Kinderihr für immer entrissen sein sollten, und in ihrer Angst rief sie Maria zuWartha um Hülfe an. Plötzlich fingen die beiden erstarrten Kinder zuathmen an, bewegten sich und lebten. So groß anfangs der Schrecken allerUmstehenden war, so außerordentlich wurde die Freude ob dieses große»Wunders. Die begnadigte Mutter aber setzte ihre Kinder auf ein Wägelein,spannte sich selbst davor und pilgerte nach Wartha, wo sie und Zeugen dasgeschehene Wunder beschworen.
Maria-Hilf bei Zuckmantel.
Stadt in reizender Lage amIFuße des Querbcrges (3071Fuß) und der Bischofskuppe (2804 Fuß) hieß früher nach derin der Nähe befindlichen und in unbekannten Zeiten erbauten Burg Edel-stein Edelstadt. Ihr Wappen — ein rechtsgekehrter, mit einer Haue ineinem Felsen arbeitender Bergmann im blauen Schilde, mit goldener Kronebelegt — beweist, daß Sie früher der Sitz von Bergleuten war. Nochheute baut man zwischen Zuckmantel und Obergrund auf Schwefelkieseund silberhaltige Bleierze. In alter Zeit aber war in dieser Gegend ei»wichtiges Goldbergwerk. Eine Urkunde vom 2. Juli 1339, worin derHerzog Nikolaus II. von Troppau dem Bischöfe von Breslau das SchloßEdelstein mit Zuckmantel, Hermannstadt n. s. w. zurückgiebt, nennt alsZubehör ausdrücklich Goldberg°werke und noch der Homann'sche Atlas