Druckschrift 
[1]: 1887
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blieben. Das Gnadenbild wurde einstweilen, bis auf bessere Zeiten, aneinen sicheren Ort gebracht.

Nachdem die Strcifzüge der Hussiten 'aufgehört hatten, bauten dieDeutschen ihre Kirche wieder auf, aber die böhmische Kirche blieb in ihrenTrümmern liegen. Das Gnadenbild ward nun in die deutsche Kirche über-tragen und blieb dort bis 1577. In diesem Jahre verbündeten sich dieLutheraner der Umgegend, um das Gnadenbild zu vernichten. Aber ihrPlan war dem Abte Antonius von Kamenz verrathen worden und er ließdasselbe in das Kloster zu Kamenz bringen, wo es bis 1606 blieb, dannaber in feierlicher Prozession nach Wartha zurückgebracht wurde.

Als im dreißigjährigen Kriege die Schweden 1640 nach Wartha kamen,mußte das Bild abermals geflüchtet werden, ebenso 1644, als Wartha durcheinen großen Brand heimgesucht wurde.

Inzwischen hatten auch die Böhmen ihre Kirche wieder hergestellt.

Im Jahre 1682 begann man, statt der beiden Tempel einen einzigenaufzuführen. Dieser wurde 1704 vollendet und ist der jetzt noch bestehende.

Als Wartha 1711 niederbrannte, verlor die Kirche nur den Dach-stuhl und alles Holz in den Thürmen, sonst erlitt sie keine weitere Beschä-digung. 1852 wurde sie mit Zink neu gedeckt. Sie enthält zehn Altäre;drei Altargemälde sind von Willman für sie gefertigt und vor Allem ist dieherrliche Orgel zu erwähnen, welche ans 21,000 Thaler geschätzt wird. Mitdieser Orgel hat es folgende Bewandtniß: Als im zweiten schlesischen KriegeKönig Friedrich II. von Preußen nach Wartha kam, ließ er sich von demAbte Thomas in der Gnadenkirche umherführen. Die Kirche gefiel demKönige und beim Abschiede versprach er dem Abte, eine Orgel derselben zuschenken, wenn er siegreich aus dem Kriege hervorgehen sollte. Das Kriegs-glück war ihm günstig, er erinnerte sich seines Versprechens und 1759 warddie Orgel aufgestellt. — Den Gottesdienst in Wartha versahen anfangs dieJohanniter, von 1210 an die Augustiner und 1249 folgten diesen die Cister-zienser von Kamenz. Als diese 1810 säkularisirt worden, wurde die Seel-strge dem Weltklerus übertragen.

Das Gnadenbild ist von Holz, aber von Rauch ganz geschwärzt. DieJungfrau sitzt auf einem Sessel; ihr Haupt ist mit einer Krone geschmückt,ihr Auge ruht auf dem Jesukinde, das auf ihrem Schooße sitzt. Die RechteMariens trägt die Weltkugel, die Linke ist um das Kind geschlungen. Diesesscheint mit der Rechten zu segnen, mit der Linken hält es ein Buch. Dasganze Bild ist etwa l'/z Fuß hoch und hat viele Aehnlichkeit mit dem Bilde,welches auf dem Berge Montserrat verehrt wird.

Von den vielen tausend Gnadenerweisungen, welche von Wartha be-uchtet werden, können wir nur einige anführen.

Barbara Pabel aus Willmsdorf in der Grafschaft Glatz wurde vombösen Feinde furchtbar gequält. Ihre Angehörigen, welche sie für gemüths-