Druckschrift 
[1]: 1887
Seite
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Postamente von schwarzem Marmor, auf welchem sich 14 Säulen erhebe»,die von einem Baldachin bedeckt werden. Zwischen den Säulen ruht dasaus Alabaster gefertigte Bild der Heiligen in fürstlichem Schmucke und imInnern des Denkmals sind deren Reliquien geborgen. Zu Füßen steht eineInschrift über Abstammung und Leben derselben. Am Postamente stehen 4große und 10 kleine weiße Statuen. Dieselbe Aebtissin legte am 8. Sep-tember 1697 den Grundstein zum neuen Kloster. Eine ihrer Nachfolge-rinnen, Sophie von Korzynsna (1527—1741) verschönerte den Hedwigs-altar und gab ihm die heutige Gestalt; das Grab zierte sie mit einer großensilbernen Lampe, führte 1734 den Kreuzweg im Buchenwalde ein, baute eineeingegangene Einsiedelei und den Hedwigsbrunneu. Eine Stiege führt vonCaneell aus in den mit einem Altar gezierten Keller, wo aus einer tiefenund reichen Quelle Wasser aus Andacht und des vorzüglichen Geschmackeswegen geschöpft wird.

Die Aebtissin Margaretha von Wostrowska (1741—1747) führte dieFastenpredigten ein und richtete den Kreuzweg in der Kirche und ein Klosterauf. Zwischen 1730 und 1750 kamen öfters über 10000 Wallfahrer her.1773 wurde ein Theil der Reliquien in die neuerbaute Hedwigskirche nachBerlin gebracht. Die St. Hedwigsbruderschaft bestätigten 1773 und 1781Clemens XIV und Pius VI.

König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, der 1794 Schlesien be-reiste, kam Ende Mai mit dem Prinzen Friedrich Wilhelm und Ludwig in'sKloster, wohnte einem Ds voura bei, das der Chor der gottgeweihten Jung-frauen sang und speiste in der Abtei. 1793 besuchte Herzog Friedrich Augustvon Branschweig das Stift.

Vor Aufhebung des Stiftes wurden an Kirchensilber 300 Mark 5Loth für den Staat eingezogen. Das 1203 gegründete Stift, welches 74Güter zählte und dessen Aebtissin fürstlichen Rang besaß, wurde 1810 säku-larisirt. Bis dahin befanden sich bei der Stifskirche 5 Priester, nach derSäkularsation wurde eine Pfarr- und zwei Kaplanstellen dotirt. Im Jahre1839 kamen über 15 000 Menschen, darunter viele aus Polen, der ProvinzPreußen und Rußland nach Trebnitz.

Am 600jährigen Jubelfeste den 15. Oktober 1843 feierte FürstbischofJosef Knauer das Pontifikalamt, Kanonikus Heinrich Förster hielt die Fest-rede. Es wurden innerhalb der Oktav neun deutsche und vier polnische Pre-digten gehalten; 18 000 bis 19 000 Gläubige, darunter 63 Geistliche, wäre»anwesend und 13000 empfingen die h. Communion.

Am 20. Oktober 1853 wallfahrtete hierher der Kardinal Fürsierz-bischof von Prag, Friedrich Fürst zu Schwarzenberg mit dem FürstbischöfeOr. Heinrich Förster, welchen der Weihbischof Daniel Latussek, mehrere Dom-herren und eine große Anzahl schlesischer Geistlichen vorangeeilt waren. Die