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[1]: 1887
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Hunderts auf dem Zobten ein Kloster für Augustiner-Chorherren gegründetwurde, so erhob sich auf dem Chelm zunächst ein zu Ehren des h. Georggebautes Kirchlein. Erst als auf der in Breslau Ende April 1509 gehal-tene Diözesansynode der Gedächtnißtag der h. Anna als kosturu äuplsx ein-geführt wurde, baute man dort auf Porembaer Grunde eine Kapelle zuEhren derselben und erhielt die Stätte den Namen St. Anna. Nikolausvon Strzela aus Poremba übergab 1516 sein Patronatsrecht dem Pfarrervon Leschnitz, was Bischof Johann von Turgo am 25. Juni bestätigte. DasStädtchen Leschnitz wird urkundlich am 17. März 1563 als am St. Anna-berge gelegen bezeichnet. Zwei Umstände wurden Veranlassung zu hoherVerehrung des Bergkirchleins.

Die Kreuzfahrer hatten ehedem aus der St. Annakirche in Constan-tinopel Reliquien der h. Anna nach Frankreich gebracht, wo sie im KlosterVille bei Lyon aufbewahrt wurden. Von dort erhielt dieselben 1504 HerzogGeorg der Bärtige von Sachsen, der im Gebirge die Stadt Annaberg an-gelegt und in derselben die St. Annakirche nebst einem Franziskanerklostcrgegründet. Einen Theil schenkte er seinem Kämmerer Sigmund von Mal-tig, des Letzteren Familie erwarb 1574 Hoyerswerda und tauschte 8 Jahrespäter den Besitz dieser Stadt mit Gütern in Oberschlesien. Anna Maria,geborne von Maltiz, Gattin des Nikolaus Freiherrn von Kochtitzki auf Ujeß,Kaltwasser und Klutschau schenkte zu Anfang des 17. Jahrhunderts eineSt. Annastatue von Holz mit Reliquien dieser Heiligen dem benachbartenBergkirchlcin.

Noch ein anderer Umstand vermehrte den Eifer der Pilger zu der h.Stätte. Die Wächter aus Leschnitz und andere Umwohner gewahrten zuMitternacht ein Helles Licht, welches das Kirchlein erleuchtete und Strählenüber einzelne Stellen des dichten Waldes ausgoß; auch sahen sie Franzis-kaner, welche Kerzen in den Händen trugen, den Berg in Prozession bestei-gen. Die Aussagen glaubwürdiger Männer nahm der Ortspfarrer AndreasFlorian Scodonius, damals Kanonikus von Oppeln und Ratibor, 1637zu Protokoll. Er war ein frommer, wohlthätiger Priester und starb alsPrälat Kustos von Ratibor und Propst von Ober-Glogan zu Ratibor am2. Februar 1660.

Da die h. Stätte noch fleißiger besucht wurde, die Geistlichen in Lesch-nitz aber nur selten auf dem Berge celebriren konnten, so beschloß MelchiorGraf Gaschin auf Zyrowa, den Gottesdienst den eifrigen Franziskaner-Re-formaten aus der polnischen Provinz anzuvertrauen, welche schon ein Klo-ster in Schlesien, nämlich in Gleiwitz seit 1612 innehatten. Daselbst wil-ligten am 19. Oktober 1655 die Ordensobern in die Uebernahme der neuenStiftung ein und priesen die göttliche Vorsehung, die ihnen ein Asyl gewähre,nachdem die Schweden ihre Klöster in Polen verwüstet. Noch vor Adventkamen 22 Personen an, unter ihnen der Definitor Franz Rychlowski, l3