Tempels Salomons erbaut und der Ort Albendorf selbst stellt Jerusalenrmit seinen heiligen Orten vor. Zwölf Thore führen in den Ort hinein,,welchen der Bach Kidron durchströmt; auch die Teiche Bethesda und ^iloafehlen nicht. Das Merkwürdigste aber ist der Calvarienberg, welchen Da-niel von Osterberger, einst der Besitzer von Albendorf, herstellen ließ.
In der neuen Kirche selbst ist das Merkwürdigste das marianischeGnadenbild. Dieses steht auf dem Hochaltare in einem mit Gl istafeln ver-sehenen Behältnisse. Obgleich klein, kann man es doch deutlich sehen. Esist von Cedernholz geschnitzt und sehr alt.
Zur Kirche hinan führt eine breite 33 Stufen hohe Treppe, welcheStufen die Lebensjahre Jesu auf Erden bezeichnen. Die Treppe wird diegroße heilige Stiege genannt. Unterhalb derselben befindet sich der wunder-bar heilende Marienbrunnen, der im Jahre 1678 entdeckt wurde. In demdarauffolgenden Jahre sah man die Kirche plötzlich von einem lichten Scheineumflossen, aus welchem nach Süden und Westen große Strahlen ausström-ten. Der Brunnen hat eine Fülle kostbaren Wassers. Wenn die Pilgernach weitem Wege ermüdet hierin kommen, erquicken sie sich durch einen küh-len Trnnk und viele fanden schon hier im Vertrauen auf Mariens Fürbittewunderbare Heilung von ihren Gebrechen.
Im Orte Albendors befindet sich, wie schon gesagt, ein Nachbild desTeiches Bethesda, bei welchem Jesus den 38jährigen Kranken geheilt. Auchzu Albendorf eilen die Wallfahrer zu diesem Teiche und waschen ihre Füße;die Macht des Glaubens und des Vertrauens wirkte auch hier schon vieleHeilungen.
Dey Sankt NnnabeW.
iemlich in der Mitte von Oberschlesien, 16 Kilometer südwestlichder Kreisstadt Groß-Strehlitz erhebt sich auf einem kleinen Ge-birgsrücken ein Basaltfelsen von 1230 Fuß Höhe, ehemals Chelm genannt.Der Name entspricht dem lateinischen oulinsn (Gipfel) und dem slavischenedlum (Hügel). Wie der Zobtenberg (Asn?) in Mittelschlesien wegen sei-ner Größe und weil Götzendienst auf der Höhe stattfand, in der Vorzeithoch gefeiert wurde, so stand der Chelm bei den Slaven Oberschlesiens inhoher Achtung. Daß sich ehemals der größte Reichthum der Umgegend da-selbst concentrirte, ja ein gewisser Luxus herrschte, davon geben die Alter-thumsfunde aus heidnischer Zeit Kunde.
Die ersten Christen pflegten an Orten, die von den Heiden verehrtworden waren, Kirchen zu erbauen und wie schon zu Anfang des 12. Jahr-